Johann Ludwig von Erlach

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Johann Ludwig von Erlach als Marschall von Frankreich, ca. 1650
Von Erlachs Grab in Schinznach-Dorf

Johann Ludwig von Erlach (* 30. Oktober 1595 in Bern; † 26. Januar 1650 in Breisach) war ein Schweizer General und Staatsmann.

Er trat zuerst als Page, dann als Offizier in den Dienst Christians von Anhalt und wurde mit ihm 1620 in der Schlacht am Weißen Berge gefangen. Nachdem er losgekauft worden war, machte er unter dem Markgrafen von Brandenburg-Jägerndorf und Christian von Braunschweig Feldzüge in Ungarn, Deutschland und Flandern mit und trat 1623 in den Dienst Gustav Adolfs von Schweden, der ihn als Generalquartiermeister nach Litauen und Livland sandte.

Nachdem er 1626 in die Heimat zurückgekehrt war und verschiedene hohe Ämter bekleidet hatte, liess er sich als eifriger Protestant 1637 von Bernhard von Weimar bewegen, als Generalmajor in seinen Dienst zu treten, und wurde von ihm nach der Eroberung Breisachs zum Gouverneur dieser Stadt und Statthalter Vorderösterreichs ernannt.

Er war beteiligt bei Verteidigung und der Schlacht bei Rheinfelden.

Nach Bernhards Tod übergab Erlach, gemäss dem Testament des Verstorbenen, das ihn mit drei Mitdirektoren an die Spitze der Truppen stellte, am 9. Oktober 1639 das Heer und die Eroberungen des Herzogs an den König von Frankreich, der ihn als Gouverneur von Breisach bestätigte.

1637 zum Generalleutnant ernannt, entschied er durch sein Eingreifen den Sieg Condés bei Lens am 20. August 1648, wurde nach dem Abfall Turennes zur Fronde mit dem Befehl über die Armee in Deutschland betraut und starb angeblich drei Tage nach seiner Ernennung zum Marschall von Frankreich.

1642 kaufte er das Schloss Kasteln und liess es völlig umbauen. In der Eidgenossenschaft war er Oberbefehlshaber des Heeres unter dem eidgenössischen Defensionale. Er wurde in der Erlachkapelle der Dorfkirche beigesetzt, deren Neubau er gestiftet hatte. Nach seinem Spätsitz nennt man ihn auch zuweilen Hans Ludwig von Erlach-Kastelen.

Siehe auch: Erlach (Adelsgeschlecht)

Literatur [Bearbeiten]

Meyers Konversationslexikons logo.svg Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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