Johann Maria Farina

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Johann Maria Farina 1685-1766

Johann Maria Farina, italienisch Giovanni Maria Farina, laut lateinischer Geburtsurkunde Johannis Maria Farina (* 8. Dezember 1685 in Santa Maria Maggiore, Verbania, Piemont, Italien; † 25. November 1766 in Köln), war der Erfinder eines Duftwassers, welches er Eau de Cologne nannte. Inzwischen ist aus Eau de Cologne der Name einer ganzen Duftklasse geworden.

Biografie[Bearbeiten]

Farina trat 1714 in das 1709 gegründete Unternehmen seines Bruders in Köln ein und war maßgeblich an der Entwicklung der Firma „Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichs-Platz“ beteiligt. Johann Maria Farina nannte sein unübertroffenes Elixier zu Ehren seiner neuen Heimatstadt „Eau de Cologne“,[1] zu deutsch Kölnisch Wasser. Sein Duft war der Duft der Höfe des 18. Jahrhunderts. Sagte man im 18. Jahrhundert Eau de Cologne, so meinte man den Duft von Farina. Nach der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts versuchten viele, den Duft und den Namen Eau de Cologne zu kopieren. Da es noch keinen Markenschutz gab, wurde aus Eau de Cologne der Name einer ganzen Duftklasse. Die Stadt ehrte ihren Bürger mit einer Statue am Ratsturm.

„Mein Duft ist wie ein italienischer Frühlingsmorgen nach dem Regen, Orangen, Pampelmusen, Citronen, Bergamotte, Cedrat, Limette und die Blüten und Kräuter meiner Heimat.“

Johann Maria Farina

Sein Grab liegt auf dem Melaten-Friedhof in Köln.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dr. Wilhelm Mönckmeier: Die Geschichte des Hauses Johann Maria Farina gegenüber dem Jülichsplatz in Köln gegründet 1709. überarbeitet von Hermann Schaefer, Berlin 1934.
  • Robert Steimel: Mit Köln versippt I. Steimel Verlag, Köln-Zollstock 1955, Tafel 48.
  • Bernd Ernsting, Ulrich Krings: Der Ratsturm. J.P.Bachem Verlag, Köln, S. 506, 507ff.
  • Ulrich S. Soénius, Jürgen Wilhelm: Kölner Personen Lexikon. Greven Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-7743-0400-0, S. 148f.
  • Ina Knobloch: Der Duftmacher. Historischer Roman über Johann Maria Farina in der Zeit 1685-1714, Piper Verlag, 2010, ISBN 978-3-86612-267-3.
  • Literatur von und über Johann Maria Farina im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Begriff ist seit 1740 in den Geschäftbüchern der Firma nachweisbar, siehe  Adam Wrede: Neuer kölnischer Sprachschatz. Zwölfte Auflage. Dritter Band (S-Z), Greven Verlag, Köln 1999, ISBN 3-7743-0243-X, S. 347 unten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johann Maria Farina – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Johann Maria Farina – Quellen und Volltexte