Johann Mayrhofer (Dichter)

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Schwind: Johann Mayrhofer
Geburtshaus in der Pfarrgasse
Gedenktafel am Geburtshaus
Mayrhofers Abschrift einer Rezension von Schuberts Melodram Zauberharfe, 1820
Johann Mayrhofer (ganz rechts stehend) bei Joseph von Spauns Schubertiade 1828, Zeichnung von Moritz von Schwind (1868)

Johann Baptist Mayrhofer (* 22. Oktober[1] 1787 in Steyr; † 5. Februar 1836 in Wien) war ein österreichischer Dichter und enger Freund des Komponisten Franz Schubert.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Mayrhofer war der Sohn eines Gerichtsprokurators und von 1806 bis 1810 Angehöriger des Stifts Sankt Florian in Oberösterreich. Nach seinem Austritt aus dem Stift studierte er in Wien Rechtswissenschaften und Theologie. Er schloss beide Studien erfolgreich ab. In seiner Studienzeit war er mit dem Schriftsteller Theodor Körner befreundet. Von 1814 bis zum Ende seines Lebens war Mayrhofer als Bücherrevisor beim „K. K. Bücher-Revisionsamt“ im Rahmen der staatlichen Zensur durch das Metternich-Regime tätig. Auf diesen Broterwerb war er, gegen seine eigentliche politische Haltung, angewiesen.

In Wien lernte er 1814 durch Joseph von Spaun den Komponisten Franz Schubert kennen und lebte mit dem jüngeren Freund von 1818 bis 1821 in einer Wohngemeinschaft im Haus rechts neben dem Alten Rathaus in der Wipplinger Straße. Schubert vertonte 47 Gedichte von Mayrhofer, darunter das bekannte Lied eines Schiffers an die Dioskuren sowie etwa Der zürnenden Diana. Mayrhofer schuf für ihn außerdem die Libretti zu zwei Bühnenwerken, die jedoch zu Lebzeiten der Autoren nicht aufgeführt wurden: Sowohl zum Singspiel Die Freunde von Salamanca (1815) und zur Oper Adrast sind lediglich die von Schubert vertonten Textteile überliefert. Ernst von Feuchtersleben verzichtete darauf, die ihm noch vorliegenden Manuskripte im Rahmen der Edition von Mayrhofers nachgelassenen Dichtungen zu veröffentlichen.

1824 erschien eine Sammlung seiner Gedichte. 1829 veröffentlichte er in der Zeitschrift Neues Archiv für Geschichte seine „Erinnerungen an Franz Schubert“[2], durch die einige bemerkenswerte Informationen über Schubert und seinen Freundeskreis überliefert sind.

„Mayrhofer litt ständig unter schlechtem Befinden, seinem Hang zu Melancholie und Einsamkeit. 1830 machte er einen Selbstmordversuch. Man rettete ihn aus der Donau.“[3] 1836 starb er in Wien durch Suizid infolge eines depressiven Schubs. Er stürzte sich aus dem dritten Stock seines Dienstgebäudes.

Bewertungen[Bearbeiten]

„Mayrhofers Gedichte sind immer wie der Text zu einer Melodie.“

Franz Grillparzer[4]

„Es bestechen bei ihm die genau gesehenen Bilder und die Goethe abgelauschte Diktion.“

Dietrich Fischer-Dieskau[5]

Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Lorenz: "Johann Mayrhofer's Real Date of Birth"
  2. Faksimile in: T. G. Waidelich: Franz Schubert. Dokumente 1817-1830 (Tutzing 1993), Nr. 699, S. 491 ff.
  3. Dietrich Fischer-Dieskau, Franz Schubert in seinen Liedern, Insel Taschenbuch Nr. 2519, Frankfurt 1999, 1. Auflage, S. 77, ISBN 3-458-34219-2
  4. Franz Grillparzer, zitiert in: Dietrich Fischer-Dieskau, Franz Schubert in seinen Liedern, Insel Taschenbuch Nr. 2519, Frankfurt 1999, 1. Auflage, S. 78, ISBN 3-458-34219-2
  5. Dietrich Fischer-Dieskau, Franz Schubert in seinen Liedern, Insel Taschenbuch Nr. 2519, Frankfurt 1999, 1. Auflage, S. 78, ISBN 3-458-34219-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johann Mayrhofer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien