Johann Peter Emilius Hartmann

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Johann Peter Emilius Hartmann

Johann Peter Emilius Hartmann (* 14. Mai 1805 in Kopenhagen; † 10. März 1900 ebenda) war ein dänischer Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Hartmann stammte aus einer deutschen Musikerfamilie, erhielt den ersten Musikunterricht von seinem Vater, war aber weitestgehend Autodidakt. Er widmete sich auf Wunsch seines Vaters dem Studium der Rechte und bekleidete von 1829 bis 1870 auch ein Staatsamt. Nachdem er schon ab 1824 als Organist an der Kopenhagener Garnisonkirche tätig war, debütierte er 1832 als Komponist mit der Oper „Ravnen“ (Der Rabe oder Die Bruderprobe). 1836 unternahm er seine erste Studienreise nach Deutschland und Frankreich, während der er mit so bedeutenden Musikerpersönlichkeiten wie Frédéric Chopin, Gioacchino Rossini, Luigi Cherubini und Louis Spohr Kontakte knüpfte. Neben dem dänischen Komponisten Christoph Ernst Friedrich Weyse wurde Spohr Hartmanns bedeutendster Mentor. Weitere Reisen – vor allem nach Deutschland – folgten in den nächsten Jahren. Ebenfalls im Jahre 1836 gründete Hartmann den Dänischen Musikverein, dessen Vorsitzender er bis an sein Lebensende blieb. 1843 wechselte er von der Garnisonskirche an die Kopenhagener Frauenkirche, an der wiederum er den Organistenposten erhielt und diesen bis zu seinem Tode behielt. Im selben Jahr wurde er Leiter des Studentengesangsvereins, und auch dieses Amt füllte er bis zu seinem Tode aus. Hartmann, der schon seit 1827 am Konservatorium von Giuseppe Siboni lehrte, wurde, als 1867 das Kopenhagener Musikkonservatorium gegründet wurde, zusammen mit Niels Wilhelm Gade und dem Kapellmeister Holger Simon Paulli dessen Leiter.

Hartmanns Stellung im dänischen Musikleben war unvergleichlich. Er galt zeitlebens als die Autorität schlechthin.

Familie[Bearbeiten]

Sein Schwiegersohn war der Komponist Niels Wilhelm Gade und sein Sohn der Komponist Emil Hartmann. Ein Urenkel Hartmanns ist der Komponist Niels Viggo Bentzon und der belgische Komponist Jean-Pierre Waelbroeck (* 1954). Der dänische Regisseur Lars von Trier (geboren 1956) erfuhr von seiner Mutter kurz vor ihrem Tod im Jahr 1995, dass er ebenfalls ein Nachkomme von Johann Peter Emilius Hartmann ist, da sein leiblicher Vater der ehemaliger Arbeitgeber Fritz Michael Hartmann sei.[1]

Stammbaum der Familie Hartmann

Stil[Bearbeiten]

Denkmal Hartmanns in Kopenhagen

Fast alle Arbeiten Hartmanns zeichnen sich durch künstlerischen Ernst, dramatische Vitalität und namentlich durch nationales Kolorit aus und haben demzufolge im Vaterland des Künstlers reichen Beifall gefunden. Der nordische Tonfall manifestiert sich besonders in volksliedhafter Thematik, modalen Wendungen und einem tendenziell eher dunklen Klang. Diese Eigenschaften treten etwa ab den 1830er Jahren immer deutlicher zu Tage. Das Kompositionshandwerk beherrscht er meisterhaft; sowohl Form als auch thematische Arbeit lassen eine große Souveränität erkennen. Charakteristisch für Hartmann ist eine eher klassizistische Grundhaltung, die manchmal an Felix Mendelssohn Bartholdy gemahnt. Die Qualität seiner Werke ist insgesamt hoch. Sein Einfluss auf die nachfolgende Komponistengeneration sollte nicht unterschätzt werden.

Werke[Bearbeiten]

  • Orchesterwerke
    • Symphonie Nr.1 g-Moll op.17 (1835)
    • Symphonie Nr.2 E-Dur op.48 (1847/48)
    • Ouvertüren zu Tragödien von Adam Oehlenschläger:
      • Axel og Valborg op.57 (1856)
      • Corregio op.59 (1858)
      • Yrsa op.78 (1883)
    • Bühnenmusiken, u.a.
      • Undine op.33 (Carl Borgaard) (1842)
      • Hakon Jarl op.40 (Adam Oehlenschläger) (1844/57)
      • Dante op.85 (1888)
  • Opern
  • Ballette
    • Valkyrien (Die Walküre) op.62 (1860/61)
    • Thrymskviden op.67 (1867/68)
    • Arcona op.72 (1873–75)
  • Andere Vokalmusik
    • zahlreiche Kantaten
    • Guldhornene (Die Goldhörner), Melodram op.11 nach Adam Oehlenschläger (1832)
    • Chöre
    • Lieder
  • Kammermusik
    • Violinsonate Nr.1 g-Moll op.8 (1826)
    • Violinsonate Nr.2 C-Dur op.39 (1844)
    • Violinsonate Nr.3 g-Moll op.83 (1886)
    • Flötensonate B-Dur op.1 (1825)
  • Klaviermusik
    • Sonate Nr.1 d-Moll op.34 (1841)
    • Sonate Nr.2 F-Dur (1853)
    • Sonate Nr.3 a-Moll op.80 (1876–83)
    • kleinere Stücke
  • Orgelmusik
    • Sonate g-Moll op.58 (1855)
    • Fantasie f-Moll op.20 (1837)
    • Fantasie a-Moll
    • Trauermarsch für Thorvaldsen (Orgel und Blechbläser)
    • Trauermarsch für Oehlenschläger (1850) Orgel und Blechbläser
    • Eröffnungsmusik zum Universitätsjubiläum 1879 (Orgel und Blechbläser)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lars von Trier im Munzinger-Archiv, abgerufen am 19. Mai 2011 (Artikelanfang frei abrufbar)