Johann Peter Kellner

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Johann Peter Kellner (* 24., 28. oder 29. September (das Datum ist ungesichert) 1705 zu Gräfenroda in Sachsen-Gotha (im heutigen Thüringen); † 19. April 1772 ebenda) war ein deutscher Komponist und Organist.

Leben[Bearbeiten]

Er war das älteste von fünf Kindern von Peter Kellner, einem Kienrußhändler, und Margaretha Kellner geb. Wuckel. Sein erster Lehrer war der Gräfenröder Schuldiener (Schulmeister) und Organist Peter Nagel. Von 1723 bis 1724 erhielt er Unterricht beim Organisten Johann Jacob Schmidt in Zella. Ein weiteres Jahr hielt er sich in Suhl auf, wo er Kompositionsunterricht bei Hieronymus Florentinus Quehl, Kantor an der Hauptkirche St. Marien in Suhl, erhielt. Von 1725 bis 1727 war Kellner Schuldiener und Organist in Frankenhain, ab 1727 bis zu seinem Tode Schuldiener, Kantor und Organist an der Kirche St. Laurentius seines Heimatdorfes Gräfenroda. Er genoß erhebliche Reputation als Organist und Lehrer, was ihm eine große Zahl von Schülern einbrachte, deren bekanntester Johann Philipp Kirnberger gewesen sein dürfte. Weitere Schüler waren u.a. Johannes Ringk, der Überlieferer von BWV 565 und nachmaliger Organist an St. Marien in Berlin, sein Sohn, der Komponist Johann Christoph Kellner (1736–1803) und sein jüngerer Bruder, der Gothaische Hoforganist und Komponist Johann Andreas Kellner (1724–1785).

Neuerdings wird vermutet, dass der Komponist der berühmten Toccata und Fuge d-Moll BWV 565 aus dem Kreis um Peter Kellner stammen könnte. Gegen ein Jugendwerk Bachs sprechen die Faktur, die eher auf die Mitte des 18. Jahrhunderts hindeutet, und die Tatsache, dass groß Cis verlangt wird, das es auf den Orgeln des frühen 18. Jahrhunderts so gut wie nicht gab. Dass Kellner Schüler von Johann Sebastian Bach gewesen sei, ist eine weitverbreitete Meinung, wurde aber nie von ihm selbst behauptet und konnte bislang auch nicht durch Quellen gestützt werden.[1] Für die Überlieferung Bachscher Musik kommt Kellner große Bedeutung zu. Zahlreiche Abschriften sind durch ihn bzw. seine Schüler angefertigt worden. Einige Werke (z.B. BWV 548) wären ohne sein Wirken als Kopist nicht auf uns gekommen.

In den Historisch-Kritischen Beiträgen von Friedrich Wilhelm Marpurg erschien 1754 seine Autobiographie. Eine weitere Version in Brückner, "Kirchen und Schulenstaat im Herzogtum Gotha". Eine dritte, handschriftliche befindet sich im Landeskirchenarchiv Eisenach.

Kellner starb an seinem Geburtsort, einen Monat vor der Geburt seiner Tochter Dorothea Wilhelmine.[2]

Werk[Bearbeiten]

Peter Kellner schrieb vorwiegend für Klavier und Orgel. Daneben ist eine große Zahl von Kantaten erhalten, wobei die Unterscheidung zu denen seines Sohnes Johann Christoph nicht immer zweifelsfrei getroffen werden kann.

Ein ausführliches Werkverzeichnis findet sich bei Claus, "JP Kellner, Studien zu Leben und Werk".

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rolf Dietrich Claus: Zur Echtheit von Toccata und Fuge d-moll BWV 565. 2., revidierte und erweiterte Aufl. Dohr, Köln-Rheinkassel 1998, ISBN 3-925366-55-5, S. 116. Vgl. die ausführliche Dokumentation dieser Diskussion.
  2. Hartmut Ellrich, Theophil Heinke, Karsten Hoerenz: Zwischen Hörsel und Wilder Gera. Die Kirchen der Superintendentur Waltershausen-Ohrdruf. Wartburg-Verlag, Weimar 2005, ISBN 3-86160-167-2.

Weblinks[Bearbeiten]