Johann Peter Snell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Johann Peter Snell (* 25. Januar 1720 in Braubach im Hessischen; † 1. April 1797 in Klingelbach) war ein deutscher lutherischer Theologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn des damaligen Pfarradjunkten Michael Snell und dessen Frau Johanne Marie, der Tochter des Metropolitans in Braubach Johann Heinrich Vietor, hatte die erste Ausbildung vom Vater erhalten. Er wurde an der Universität Gießen immatrikuliert, an der er aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit erst 1741 ein Studium der philosophischen und theologischen Wissenschaften aufnehmen konnte. Von den Professoren Johann Ludwig Alefeld, Heinrich Daniel Müller (1712–1797), Ernst Friedrich Neubauer, Reinhard Heinrich Roll (1683–1768) und anderen Leheren angeleitet, erwarb er sich am 22. Dezember 1745 den akademischen Grad eines Magisters.

Nach Beendigung seiner akademischen Laufbahn war er Hauslehrer in Staden (Florstadt), kehrte nach Gießen zurück, wo er 1746 als Magister legens die Vorleserlaubnis für Hochschulen erwarb. Nach einiger Zeit am akademischen Vorlesebetrieb beteiligt, ging er nach Gemmerich um seinen Vater bei seinen Amtsverrichtungen zu unterstützen und wurde 1749 Diaconus in Nassau (Lahn). 1750 folgte er einem Rufe als Prediger nach Dachsenhausen. 1765 erhielt er das Amt eines Metropolitans und 1777 war er Inspektor der Untergrafschaft Katzenelnbogen Hessen-darmstädtischen Anteils.

Ungeachtet häufiger körperlicher Bewegung, einer fast ununterbrochenen Gesundheit, auf die selbst ein Beinbruch 1769 keinen nachteiligen Einfluss geäußert hatte, trafen ihn in späteren Lebensjahren mehrere harte Schicksalsschläge. 1795-1796 erlebte er eine zweifache Plünderung von herumstreifenden französischen Truppen. Nur durch die Flucht in einen nahe gelegenen Wald entging er persönlichen Misshandlungen. Nach seinem Tod wurde er auf persönlichen Wunsch in Dachsenhausen beerdigt.

Familie[Bearbeiten]

Aus seiner 5. Oktober 1751 geschlossenen Ehe mit Johanne Elisabeth Louise († 3. Juni 1791), der jüngsten Tochter des einstigen Pfarrers in Niederwiesen Johann Wilhelm Fresenius, sind acht Kinder hervorgegangen. Ein Sohn starb noch in der Kindheit, von den anderen kennt man:

Werke[Bearbeiten]

  • Diss. Inaug de conscientia cauterio notata, ad denominationem divi Apostoli 1 Timoth. 4, 2 ex antiquitatibus illustrum. Gießen 1745
  • Diss. de emendandae vitae studio mature suscipiendo. Gießen 1746
  • Gutachterliches Bedenken über den Gebrauch eines gewissen Hülfsmittels gegen den Biß wüthender Hunde . . .. 1752
  • Versuch einer apokalyptischen Zeitrechnung von der Zeit der Offenbahrung bis an das Ende der Welt. (Offenbach) 1773
  • Abhandlung vom rechten Gebrauch und Mißbrauch der Eidschwüre, für Prediger und den gemeinen Mann. Gießen 1775
  • Neuer Versuch einer deutschen Sprachlehre, nach den bewertesten Gründen für Schulen und ihre Lehrer. Offenbach 1790, 1799
  • Grundriß zu einem vollständigen Religionsunterricht, zum katechetischen Gebrauch bei Unterweisung der Confirmanden. Frankfurt am Main 1791
  • Sophokles, oder die richtigste und begreiflichste Vorstellungsart eines vernunftmäßigen Moralsystems. Bremen 1796

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Wilhelm Strieder: Grundlage zu einer hessischen Gelehrten und Schriftsteller Geschichte. Verlag Griesbach, Kassel,1806, Bd. 15, S. 34, (Online)
  • Heinrich Doering: Die gelehrten Theologen Deutschlands im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert. Verlag Johann Karl Gottfried Wagner, 1835, Neustadt an der Orla, Bd. 4, S. 244 (Online)
  • Johann Georg Meusel: Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller. Gerhard Fleischer d. J., Leipzig, 1813, 13. Bd. S. 192 (Online)