Johann Philipp Bronner

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Johann Philipp Bronner (um 1840, Museum Wiesloch)

Johann Philipp Bronner (* 11. Februar 1792 in Neckargemünd; † 4. Dezember 1864 in Wiesloch) war ein deutscher Apotheker und Weinbaupionier. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Bronner“.

Leben[Bearbeiten]

Apotheker[Bearbeiten]

Bronner, Sohn eines Apothekers, studierte im badischen Durlach bei Staatschemiker Salzer und legte 1815 das Staatsexamen in Pharmazie ab.

Am 3. März 1816 heiratete Bronner Tugendfreundin Märklin (1795-1828), die Tochter des damaligen Wieslocher Apothekers Friedrich Märklin. Noch im gleichen Jahr übernahm er die Apotheke seines Schwiegervaters in Wiesloch. Zwischen 1816 und 1822 gingen aus der Ehe vier Kinder hervor, dann starb Bronners Frau mit knapp 33 Jahren.

1829 heiratete der Witwer die Tochter des evangelischen Pfarrers von Biebelnheim bei Alzey, Elisabetha (Lisette) Heddaeus, eine Cousine seiner verstorbenen Frau. Die vier Kinder, die auch aus dieser zweiten Ehe hervorgingen, wurden zwischen 1830 und 1835 geboren.

Bronner führte seine Apotheke bis 1860. Er wohnte in dieser Zeit mit seiner Familie im Gebäude der Apotheke, die zunächst ihren Standort Ecke Rathaus-/Pfarrgasse, danach Ecke Hauptstraße/Pfarrgasse und danach bis 1858 Ecke Marktstraße/Hauptstraße hatte. Er ließ 1858 - also kurz vor seinem Ruhestand - das Anwesen der heutigen Wieslocher Stadt-Apotheke in der Hauptstraße 96 errichten, blieb aber weiterhin in seinem ursprünglichen Wohngebäude. Ab Juli 1860 übernahm Bronners Sohn Georg Philipp die neu errichtete Apotheke seines Vaters.

Weinbaupionier[Bearbeiten]

Durch einen Zufall, so schreibt Bronner in der Vorrede seines ersten Buches Die Verbesserung des Weinbaus…, das 1830 erschien, konnte er 1826 in Wiesloch Ödland erwerben, auf dem er Weinbau betreiben wollte. Mit vielen Mühen und Kosten machte er das Gelände urbar. Um den Weinbau kennenzulernen, befragte Bronner Winzer in der Umgebung und ließ sich beraten, beobachtete viel und bildete sich auch in der Pfalz und im Rheingau fort. In seiner Anlage testete er verschiedene Schnittmethoden und errichtete gleichsam eine Muster-Rebschule.

Diese nahm mit der Zeit beträchtliche Ausmaße an. Etwa 400 verschiedene Rebsorten wurden bei einem Bestand von mehreren 100.000 Weinstöcken gehalten. Das 100 Morgen große Gelände wird heute vom Psychiatrischen Zentrum Nordbaden genutzt. Am 2. Juni 1839 wurde das Areal zu Ehren des Markgrafen Wilhelm auf den Namen Wilhelmshöhe getauft, und Bronner wurde wegen seiner Verdienste und Forschungen über den Weinbau der Titel eines Ökonomierats verliehen.

Gemäß seinem Leitspruch „Erfasse und nütze den Geist der Zeit“ machte Bronner - teilweise im Auftrag der Badischen Regierung - zahlreiche Reisen in verschiedene in- und ausländische Weinbaugebiete, um sich weiterzubilden. Bronners Reiseziele waren neben der Pfalz, der Mosel und dem Rheingau auch Württemberg und Sachsen. Im angrenzenden Ausland besuchte er Frankreich, die Schweiz, Österreich-Ungarn und Italien. Neben dem landwirtschaftlichen Teil des Weinbaus und der Erziehung der Reben - hierbei favorisierte Bronner vor allem den sogenannten Blockschnitt und trug maßgebend zur Verbreitung dieser Erziehungsmethode bei - lag ihm die Verbesserung der Weinqualität besonders am Herzen. Hierzu verkaufte Bronner Modelle einer Schnellpresse (Spindelkelter), die er selbst entwickelt hatte. In Originalgröße nachgebaut, ersetzten sie vor Ort die unhandlichen Baumkeltern.

Rosenzüchter[Bearbeiten]

Wie die Rebenpflege betrieb Bronner auch die Rosenzucht so engagiert, dass er in sein Testament eine eigene Klausel aufnahm, die nach seinem Ableben den Erhalt und die Pflege seiner Rosen sicherstellen sollte.

Autor[Bearbeiten]

Neben der Beschäftigung mit seiner Familie, seinem Beruf, seinen Forschungsarbeiten und seinen Reisen verfasste Bronner 13 Bücher und zahlreiche Fachaufsätze. Sein letztes Buch Die wilden Trauben des Rheintales stammt aus dem Jahre 1857.

Zitat[Bearbeiten]

Ich sterbe gerne, ich habe ein langes, reich gesegnetes Leben führen dürfen.

Johann Philipp Bronner kurz vor seinem Tod

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]