Johann Philipp Förtsch

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Johann Philipp Förtsch (* 14. Mai 1652 in Wertheim; † 14. Dezember 1732) war ein Komponist, Staatsmann und Arzt.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Förtsch wurde als Sohn eines Wertheimer Bürgermeisters geboren. Er studierte in Jena Medizin und in Bayreuth oder Halle (Saale) bei Johann Philipp Krieger Komposition. Anschließend reiste er durch Deutschland, Holland und Frankreich. 1678 wurde er in der Hamburger Ratskapelle Tenorist und Sänger in der im selben Jahr neu eröffneten Oper am Gänsemarkt. In Hamburg komponierte Förtsch zahlreiche Opern, die allesamt aufgeführt wurden. 1680 wurde er als Nachfolger von Johann Theile Kapellmeister am Hof des Herzogs von Schleswig-Holstein-Gottorf, doch wegen politischer Unruhen währte dieses Amt nur kurz.

1681 wurde Förtsch an der Universität Kiel zum Dr. med. promoviert, worauf er neben seiner musikalischen Tätigkeit in Hamburg, Schleswig und Husum als Arzt tätig war. Als er 1689 Hofarzt in Schleswig wurde, gab er seine musikalischen Tätigkeiten auf. 1694 wurde er Leibarzt und Hofrat von August Friedrich von Lübeck, des Bischofs zu Eutin. Nach dessen Tod übernahm er 1705 für kurze Zeit die Regierung. Er war auch weiterhin als Arzt und Justizrat in Eutin und Lübeck tätig.

Werk[Bearbeiten]

Bühnenwerke:

  • Das unmöglichste Ding (Lukas von Bostel, nach Lope de Vega, 1684)
  • Der hochmüthige, gestürzte und wieder erhabene Crösus (Lukas von Bostel, nach Nicolò Minato, 1684)
  • Der Grosse Alexander in Sidon (Christian Heinrich Postel, nach Aurelio Aureli, UA Hamburg 1688)
  • Die Heilige Eugenia, oder Die Bekehrung der Stadt Alexandria zum Christenthum (Christian Heinrich Postel, vermutlich nach Girolamo Bartolommei, UA Hamburg 1688)
  • Der im Christenthum biß in den Todt beständige Märtyrer Polyeuctes (Heinrich Elmenhorst, nach Pierre Corneille, UA Hamburg 1688)
  • Der mächtige Monarch der Perser, Xerxes, in Abidus (Christian Heinrich Postel nach Minato, UA Hamburg 1689)
  • Cain und Abel, oder der verzweifelnde Bruder-Mörder (Christian Heinrich Postel, nach Michael Johansen, UA 1689)
  • Die betrübte und erfreuete Cimbria (Christian Heinrich Postel, UA Hamburg 1689)
  • Die Groß-Müthige Thalestris, oder Letzte Königin der Amazonen (Christian Heinrich Postel, nach Gaultier de Coste, UA Hamburg 1690)
  • Ancile romanum, das ist des Römischen Reichs Glücks-Schild (Christian Heinrich Postel, UA Hamburg 1690)
  • Bajazeth und Tamerlan (Christian Heinrich Postel, nach Giulio Cesare Corradi, UA Hamburg 1690)
  • Der irrende Ritter Don Quixotte de la Mancia (Hinrich Hinsch, nach Miguel de Cervantes, 1690)

Geistliche Werke:

  • 82 geistliche Konzerte für Sänger und Instrumente

Instrumentalwerke:

Autograph des Kanons a 4 Christ der du bist
  • 32 Canones für 2 bis 8 Stimmen über Christ, der du bist der helle Tag, 1680
  • Canon perpetuus zu vier Stimmen über den gleichen Choral
  • Allemande zu vier Stimmen
  • Kanons
  • Kontrapunktstudien
  • Tripelfuge (zu Lehrzwecken)

Musiktheoretische Werke:

  • Musicalischer Compositions Tractat
  • Von den dreyfachen Contrapunkten

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]