Johann Sigismund Zápolya

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Johann Sigismund Zápolya, 16. Jh.
Das Adelswappen des Johann Sigismund Zápolya

Johann Sigismund Zápolya (ungarisch Szapolyai János Zsigmond, kroatisch Ivan Žigmund Zapolja auch Ivan Žigmund Zapoljski; * 7. Juli 1540 in Buda (Ofen); † 14. März 1571 in Weißenburg) war 1540 bis 1570 als Johann II. König von Ungarn und ab 1570 als Johann (I.) der erste Fürst von Siebenbürgen.

Leben[Bearbeiten]

Johann Sigismund war der Sohn von Isabella, der Tochter des polnischen Königs Sigismund I und des vom osmanischen Sultan gestützten ungarischen Königs Johann Zápolya. Schon unmittelbar nach seiner Geburt 1540 wurde er nach dem plötzlichen Tode seines Vater in einer eilends einberufenen Adelsversammlung zu Buda zum König gewählt. Die Vormundschaft über ihn übernahm der Bischof von Großwardein, Frater Georg Martinuzzi und später seine Mutter. Sein Thronanspruch wurde vom späteren Kaiser Ferdinand I. angefochten. Unter dem Vorwand, Johanns Interessen schützen zu wollen, fiel daraufhin Sultan Süleiman I. 1541 erneut in Ungarn ein und besetzte Buda.

Der osmanische Sultan übergab ihm am 25. Mai 1541 die direkte Herrschaft über Siebenbürgen "als einem Sohn". Zentralungarn mit der Hauptstadt wurde durch das Osmanische Reich annektiert, während sich im Westen, Süden und Norden Ungarns die Habsburger als Landesherren durchsetzten. Die Regentschaft in Siebenbürgen übte Frater Georg Martinuzzi, und nach dessen Tod 1556 bis 1559 seine Mutter Isabella aus. Zwischen 1551 und 1556 fiel Siebenbürgen zeitweilig an Kaiser Ferdinand I.

Der König war ein Gelehrter. Er beherrschte acht Sprachen fließend, unterstützte den Musiker Valentin Bakfark und konnte etliche Musikinstrumente spielen. Johann Sigismund war römisch-katholisch, übte aber als König eine tolerante Haltung gegenüber den anderen Religionen aus, so konvertierte z.B. sein Hofarzt Giorgio Biandrata zum Protestantismus. Später hatte Franz Davidis eine große Wirkung auf den König, unter dessen Einfluss er zum Unitarismus konvertierte. 1568 verkündete er in Turda bei Klausenburg die Religionsfreiheit (Edikt von Turda).

Der König stärkte die Macht der Wojewoden von Siebenbürgen. 1562 wurde ein Szekler-Aufstand blutig niedergeschlagen. 1566 schloss er ein Bündnis mit Sultan Süleyman I., in dem die Wahl der Wojewoden ohne türkische Einmischung bestätigt wurde.

Am 16. August 1570 verzichtete er im Vertrag von Speyer zugunsten von Kaiser Maximilian II. auf den ungarischen Königstitel und erhielt im Gegenzug die nicht von den Osmanen besetzten ungarischen Komitate jenseits der Theiß. Fortan nannte er sich Johann Sigismund, Transilvaniae et partium regni Hungariae princeps – Fürst von Siebenbürgen und Teilen des Königreichs Ungarn.

Durch seine Maßnahmen hat er für eine lange Zeit die Basis für ein friedliches Zusammenleben mit den Nachbarstaaten gelegt. Sein Verdienst ist auch eine Strukturänderung des Staates, Ungarisch wurde die offizielle Amtssprache. Johann Sigismund Zápolya starb kurz nachdem der Vertrag von Speyer ratifiziert wurde. Er liegt in Deva begraben.

Im Amt des Fürsten von Siebenbürgen folgte ihm Stephan Báthory nach.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: János Zsigmond – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quelle[Bearbeiten]

Magyar Nagylexikon Bd. X, S.185 (Budapest 2000)


Vorgänger Amt Nachfolger
Johann Zápolya

Gegenkönig: Ferdinand I. von Habsburg
König von Ungarn
1540–1570
Gegenkönig: Ferdinand I. von Habsburg (1526-1564),
Maximilian von Habsburg (ab 1564)
Maximilian von Habsburg
–– Fürst von Siebenbürgen
1570–1571
Stephan Báthory