Johann Sperling

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Johann Sperling

Johann Sperling (* 12. Juli 1603 in Zeuchfeld; † 12. August 1658 in Wittenberg) war ein deutscher Mediziner, Zoologe und Physiker.

Leben[Bearbeiten]

Geboren als Sohn des Pastors Paul Sperling und seiner Frau Dorothea, der Tochter des Freyburger Bürgers Paul Kindler, besuchte er die Stadtschule in Laucha. In seinem 12. Lebensjahr bezog er 1615 die kurfürstliche Landesschule Schulpforta, die er sechs Jahre lang besuchte und erfolgreich abschloss, was ihm ermöglichte, an einer Universität ein Studium zu beginnen. Am 2. Juni 1621 immatrikulierte er sich an der Universität Wittenberg, wo er nach vierjährigem Studium an der philosophischen Fakultät am 27. September 1625 den akademischen Grad eines Magisters erwarb. Mit dem Erhalt des Magisters legens am 2. Oktober 1628 hatte er das Recht Vorlesungen an Universitäten zu halten.

Zunächst verfolgte Sperling theologische Studien, doch Friedrich Balduin und Erasmus Schmidt rieten ihm, sich den medizinischen Studien zu widmen. Unter der Leitung von Daniel Sennert absolvierte er seine medizinischen, sowie physikalischen Studien und beteiligte sich mit dem Traktat physico-medicum de morbis totius substantiae & cognatis materiis pro Sennerto contra Freitagium, an der fachlichen Auseinandersetzung mit Johann Freitag. Er hatte vor, sich den Grad eines Lizentiaten der Medizin zu erwerben, gelangte aber durch den Tod von Georg Wecker an die Professur der Physik, wozu er am 2. Februar 1634 berufen wurde und am 12. Februar als Adjunkt in die philosophische Fakultät aufgenommen wurde.

Zoologia physica. 2. Auflage, Wittenberg, 1669

In seiner Funktion als Professor verwaltete er vier Mal das Dekanat der philosophischen Fakultät und war zwei Mal Rektor der Wittenberger Hochschule. Er litt an einem Steinleiden, das ihn zwei Jahre lang plagte und woran er schließlich verstarb. Er wurde am 15. August 1658 in der Wittenberger Schlosskirche begraben. Johann Sperling, der als außerordentlicher Vertreter der Physik an der Wittenberger Hochschule gewürdigt wurde, verteidigte als ein Schüler Daniel Sennerts die Korpuskulartheorie und verfasste anhand der Sennertschen Schriften die „Institutiones physicae“, die in den meisten Schulen Deutschlands eingeführt wurden. Darin wurde erstmals in Deutschland die Atomistik in einem Lehrbuch eingehend dargestellt. Sein eigentliches Fach war indes die Zoologie. Die nach seinem Tode von Georg Kaspar Kirchmaier herausgegebene „Zoologia physica“ ist sein Hauptwerk, das als erstes Handbuch in Form eines Kompendiums, das Wissenswürdigste aus der Zoologie übersichtlich darzustellen versucht.

Familie[Bearbeiten]

Er heiratete am 11. Oktober 1626 Elisabeth, die Tochter des Wittenberger Ratsherrn Peter Müller und der Stieftochter des Wilhelm Nigrinus. Aus dieser 22-jährigen Ehe sind sechs Söhne und eine Tochter hervorgegangen:

  • Elisabeth Sperling (starb vor Vater)
  • Johann Nicolaus Sperling (starb vor Vater)
  • Gottfried Sperling (starb vor Vater)
  • Johann Paul Sperling
  • Paul Gottfried Sperling
  • Paul Christoph Sperling
  • Daniel Sperling

Werkauswahl[Bearbeiten]

  • De orgine formarum, Wittenberg 1634
  • De morbis totius substantie, Wittenberg 1633
  • Synopsis physica
  • Institutiones physicae, Wittenberg 1639 und öfter
  • Synopsis anthropologiae
  • Institutiones anthropologicae
  • De formatione hominis in utero matris, 1655
  • Meditationes in Jul. Cael. Scaligeri exercitationes de subtilitate, Wittenberg 1656
  • De principiis nobiscum natis
  • Carpologia physica, 1661
  • Exercitationes physicae
  • Zoologia physica, Leipzig 1661
  • Oratio auspicalis de physica lugente, Wittenberg 1634
  • De coelo, 1637
  • De uva, musto ac vino, 1642
  • De leone, aquila, delphino & dracone, quatuor brutorum regibus, 1665
  • De calido innato, wieder Freytagen zur Vertheidigung D. Senners, Leipzig 1666
  • De traduae, 1648
  • Defensio tractatus de orgine formarum, Frankfurt 1638
  • De principiis corporis naturalis
  • De femine
  • Antiparasceve pro traduce
  • Defensio synopsis physicae
  • Perturbatio calumniatoris contra Zeisoldum
  • De monsteis, 1655

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]