Johann Strauss (Sohn)

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Johann Strauss
Gemälde von August Eisenmenger (1888)
Johann Strauss II signature.jpg

Johann Baptist Strauss (* 25. Oktober 1825 in St. Ulrich bei Wien, heute ein Teil von Wien Neubau; † 3. Juni 1899 in Wien) war ein österreichisch-deutscher Kapellmeister und Komponist und wurde als „Walzerkönig“ international geschätzt. Zur Unterscheidung von seinem gleichnamigen Vater wird er auch als „Johann Strauss Sohn“ bezeichnet.

Name[Bearbeiten]

Obwohl der Name Strauss in modernen Nachschlagewerken häufig mit ß zu finden ist, schrieb Strauss selbst seinen Namen immer mit ss in der Schreibweise Strauſs mit langem und rundem s.[1]

Seine Familie nannte Johann Strauss Schani, abgeleitet von italienisch Gianni oder französisch Jean für „Johann“, ein Kosename, der auch unter Musikfreunden für den Komponisten üblich wurde.

Leben[Bearbeiten]

Das Geburtshaus, Lerchenfelder Straße 15 (1890 abgerissen), Tuschezeichnung von Ludwig Wegmann

Die Familie stammte aus dem Raum Wien-Niederösterreich. Sein Vater Johann Strauss sah für ihn ursprünglich eine Laufbahn als Beamter vor, doch seine bald allein erziehende Mutter Anna, geb. Streim (1801–1870), die alles daran setzte, mit der Unterstützung ihres Sohnes Rache für die Untreue ihres Gatten zu nehmen, ermöglichte Johann junior eine Musikausbildung, u. a. bei Joseph Drechsler.

Musikalische Laufbahn[Bearbeiten]

Lithografie von Josef Kriehuber, 1853
Der „Hofball-Musikdirektor“ mit seiner Kapelle, Bild von Theo Zasche

Da der Vater mit der Familie gebrochen hatte, musste er als Ältester für die Ernährung der Familie sorgen und er begann, Konzerte zu geben. Schon sein erster Auftritt im Casino Dommayer am 15. Oktober 1844 im Wiener Vorort Hietzing, einem in der ganzen Region bekannten Vergnügungslokal, wurde ein Riesenerfolg. Tourneen führten ihn bald durch ganz Europa und Nordamerika. Nach dem Tod seines Vaters, 1849, übernahm er dessen Orchester.

Da er für die Revolutionäre des Jahres 1848 einige Werke komponiert hatte – z. B. den Freiheitslieder-Walzer und den Revolutionsmarsch –, war er bei Hof trotz seiner Popularität in Ungnade gefallen und wurde deshalb von Kaiser Franz Joseph I. erst 1863 zum „k.k. Hofball-Musikdirektor“ ernannt.

Er leitete nun bis 1871 alle Hofbälle. In dieser Zeit komponierte Strauss nur Tanzmusik, was seinen Ruf als „Walzerkönig“ begründete. 1866/1867 komponierte er in seiner damaligen Wohnung, 2., Praterstraße 54, den später weltbekannt gewordenen Donauwalzer (An der schönen blauen Donau), der heute als inoffizielle Hymne Wiens und Österreichs gilt. 1871 wurde sein Ansuchen um Enthebung von diesem Posten genehmigt; gleichzeitig wurde ihm der Franz-Joseph-Orden verliehen. Nachfolger wurde sein Bruder Eduard Strauß.

Jacques Offenbach, mit dem er 1864 zusammengetroffen war, hatte Strauss zur Komposition von Operetten angeregt, die Strauss selbst immer als „komische Oper“ bezeichnete. Am 10. Februar 1871 hatte dann seine erste Operette, Indigo und die 40 Räuber, im Theater an der Wien Premiere. Ebenfalls an diesem Theater fand am 5. April 1874 die Uraufführung seiner erfolgreichsten und der wahrscheinlich bekanntesten Operette überhaupt statt, Die Fledermaus. Dieses Werk wurde 1894 in das Repertoire der k.k. Hofoper (heute Wiener Staatsoper) aufgenommen und ist die einzige Operette, die dort bis heute gespielt wird. Es folgte eine Reihe weiterer Operettenpremieren, darunter Der lustige Krieg und Eine Nacht in Venedig. Strauss wurde zu einer zentralen Figur der „Goldenen Ära der Wiener Operette“.

1876 erhielt Strauss die Baugenehmigung für ein Wohnhaus im Bezirk Wieden, Igelgasse 4. Das sogenannte „Strauss-Palais“ wurde 1878 fertiggestellt. Es lag nahe dem Palais Erzherzog Rainer und der Wiedner Hauptstraße, durch die man direkt in die Altstadt gelangte. 1944 wurde es bei Luftangriffen durch Bomben zerstört.

Die Strauss-Villa in Schönau

Von Juli 1880 bis 1893/94 gehörte ihm außerdem eine Villa in Schönau an der Triesting, die 1864 für den Industriellen Paul Pacher von Theinburg erbaut worden war. Strauss nutzte sie vornehmlich während der Sommermonate. In dieser Villa entstanden die Operetten Eine Nacht in Venedig und Der Zigeunerbaron, Teile der Oper Ritter Pasmann sowie Tanzkompositionen, u. a. Rosen aus dem Süden und der Kuss-Walzer.[2]

Anlässlich seines 40-Jahre-Jubiläums als Künstler, das er wieder beim „Dommayer“ feierte, wurde ihm von der Stadt Wien 1884 ehrenhalber das Wiener Bürgerrecht verliehen. Mit der Aufgabe der österreichischen Staatsbürgerschaft durch ihn erlosch dieses Bürgerrecht allerdings bereits 1886 wieder.

1885 war Premiere des Zigeunerbarons mit Alexander Girardi in der Hauptrolle, darauf folgten einige heute weniger bekannte Operetten. Seine letzte Operette, Die Göttin der Vernunft, vollendete er nur, weil er sich vertraglich u. a. gegenüber Alexandrine von Schönerer zu der Komposition verpflichtet hatte. Da er das Libretto von Alfred Maria Willner ablehnte, distanzierte er sich vom Werk und erschien nicht einmal zur Premiere am 13. März 1897, die wiederum im Theater an der Wien stattfand.

Ehen[Bearbeiten]

Johann Strauss

Strauss war insgesamt dreimal verheiratet. Seine erste Ehefrau war Henriette, geborene Chalupetzky, geb. 1818, als Sängerin bekannt unter dem Namen Jetty Treffz (dem Mädchennamen ihrer Mutter). Mit ihr bezog er 1862, im Jahr der Hochzeit, in Hietzing, Hetzendorfer Straße 18 (seit 1894 Maxingstraße) ein Sommerquartier und kaufte das bis 1878 immer wieder benützte Haus später; er komponierte dort im Sommer 1873 den Großteil seiner Operette Die Fledermaus. In der Wintersaison wohnte das Paar meist im 1. oder 2. Bezirk, von 1866 an an der Adresse 2., Praterstraße 54 (heute Johann-Strauss-Wohnung des Wien Museums). Jetty starb 1878 in dem Haus in Hietzing, im selben Jahr, in dem das „Strauss-Palais“ an der Igelgasse im 4. Bezirk fertiggestellt wurde.

Schon wenige Wochen später heiratete Strauss die Schauspielerin Angelika Dittrich. 1882 verließ sie ihn wegen des Direktors des Theaters an der Wien, Franz Steiner. Im selben Jahr wurde die Ehe „von Tisch und Bett“ geschieden. Eine Trennung dem Bande nach war nicht möglich, da in Österreich das katholische Eherecht auch im bürgerlich-rechtlichen Bereich galt.

Um erneut heiraten zu können, gab Strauss 1886 die österreichische Staatsbürgerschaft auf. Er wurde Staatsbürger des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha und damit Deutscher. Nun musste nach dem für Deutsche geltenden Eherecht der Zivilehe die Ehe mit Angelika Dittrich auch bürgerlich-rechtlich getrennt werden, was Herzog Ernst II. 1887 tat. Strauss heiratete im selben Jahr in Coburg Adele, geborene Deutsch, verwitwete Strauss (1856–1930); als seine Ehefrau wurde auch sie Deutsche. Beide waren überdies vorher zum evangelisch-lutherischen Glauben übergetreten. Die kirchliche Trauung fand in Coburg in der Hofkapelle des Schlosses Ehrenburg statt.

Alle drei Ehen blieben kinderlos.

Tod[Bearbeiten]

Todesanzeige vom 6. Juni 1899 in der Wiener Zeitung Neue Freie Presse
Grabmal im Zentralfriedhof

Johann Strauss starb – als Deutscher und als Coburger Bürger, der er seit 1887 war – am 3. Juni 1899 in seinem Haus in der Igelgasse in Wien Wieden an einer Lungenentzündung.[3]

Sein Leichnam wurde im Trauerhaus öffentlich aufgebahrt, dabei wurden 161 Kränze am Sarg niedergelegt. Am 6. Juni 1899 fand die kirchliche Einsegung in der Evangelischen Stadtkirche A.B. in der Dorotheergasse statt. Dann wurde der Sarg in einer mehrstündigen Zeremonie unter Teilnahme vieler Tausender auf den Wiener Zentralfriedhof gebracht, vorbei an den Wirkungsstätten Theater an der Wien, Hofoper und Musikverein. Am offenen Grab ergriff Bürgermeister Karl Lueger das Wort. Unter den zahlreichen Trauergästen erwähnte die Tageszeitung Neue Freie Presse tags darauf Gustav Mahler, Ludwig Bösendorfer und Hermann Bahr.[4]

Strauss wurde am 8. Oktober 1899 schließlich in kleinem Kreis in einem Ehrengrab beigesetzt,[5] das sich in der Nachbarschaft der Gräber anderer bekannter Musiker befindet (Gruppe 32A, Nr. 27). Das Grabdenkmal gestaltete Johannes Benk.[6]

Rezeption[Bearbeiten]

Gedenken[Bearbeiten]

Strauss auf der 100-Schilling-Banknote (1960)
Johann-Strauss-Denkmal im Wiener Stadtpark

In Wien erinnern zahlreiche Denkmäler und Gedenktafeln an Strauss. In Jahr 1921 wurde im Wiener Stadtpark das Johann-Strauß-Denkmal von Edmund Hellmer errichtet, eines der meistfotografierten Denkmäler in Wien.

Zahlreiche Verkehrsflächen sind nach ihm benannt. In Wien Wieden (4. Bezirk) wurde die Igelgasse schon einen Monat nach seinem Tod 1899 in Johann-Strauss-Gasse umbenannt. Nach seiner Mutter wurde 2006 der Anna-Strauss-Platz in Hietzing (13. Bezirk) benannt; nach seinem gleichnamigen Vater ist in Wien keine Verkehrsfläche benannt.

Ab 1960 war Johann Strauss’ Porträt auf der 100-Schilling-Banknote dargestellt.

1992 erschien die 1000-Schilling-Goldmünze Johann Strauß[7] anlässlich des Jubiläums „150 Jahre Wiener Philharmoniker“. Die Vorderseite zeigt das Abbild von Johann Strauss mit einer Geige, auf der Rückseite sieht man das Gebäude des Musikvereins.

Alain Meilland führte 1994 eine zartrosa Floribundarose unter dem Namen 'Johann Strauss' ein.[8]

Vereinnahmung durch den Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Schon geraume Zeit vor den Nationalsozialisten war unter Genealogen bekannt, dass der Urgroßvater Johann Michael Strauss[9] aus Ofen jüdischer Herkunft war. Wäre dieser Umstand damals allgemein bekannt geworden, hätte der Vater des Komponisten nach den Nürnberger Rassegesetzen als „Jüdischer Mischling zweiten Grades“ (Vierteljude) eingestuft und die Musik verboten werden müssen; gleiches hätte dann auch für den Sohn gegolten. Den NS-Machthabern, die jeden jüdischen Einfluss eliminieren wollten, war daran im Fall der Strauss-Familie aus verschiedenen Gründen nicht gelegen. Den wissenden Ahnenforschern, darunter auch dem später am Wiener Stadt- und Landesarchiv arbeitenden Hanns Jäger-Sunstenau, wurde vom Leiter des Sippenamtes der Gauleitung als erste Maßnahme strengste Geheimhaltung befohlen.

In zwei weiteren Stufen wurde Strauss anschließend komplett „arisiert“: Ab 8. Juni 1939 veröffentlichte zum einen das antisemitische Hetzblatt Der Stürmer in Wien von Johann Strauss in wöchentlichem Abstand die dreiteilige Artikelserie: Jüdische Erbschleicher / Juden und der deutsche Walzerkönig Johann Strauß / Die Machenschaften der Jüdin Meyszner-Strauß / Eine erbärmliche Talmuderei, durch die der jüdischen Stieftochter von Johann Strauss, Alice Meyszner (1875–1945), ihre große Strauss-Sammlung, die sie von ihrer 1930 verstorbenen Mutter geerbt hatte, öffentlich abgenötigt wurde.[10]

Wenige wertvolle Autographe der Sammlung wurden sofort in die Zentralstelle für Denkmalschutz gebracht, während man die übrigen Gegenstände in der Wohnung von Alice Meyszner beließ und Alices Mann, Oberst Rudolf Edlen von Meyszner (1866–1947), Bruder des SS-Gruppenführers August Edler von Meyszner (Generalleutnant der Polizei, 1946 in Belgrad zum Tode verurteilt und hingerichtet), zum Verwahrer bestimmte.[11] Dieser Hetzserie des Stürmers (Auflage 500.000) mit Nennung der vollen Adresse von Alice Meyszner war im Übrigen eine diese Serie ankündigende Plakataktion des Stürmers auf Wiener Litfaßsäulen vorausgegangen.[12]

In einer zweiten Stufe beschlagnahmte das NS-Reichssippenamt im Februar 1941 das Trauungsbuch der Dompfarrei St. Stephan (Trauungsbuch 69, fol. 210) und brachte es nach Berlin. Dort versuchte man eine plumpe Fälschung: Die originale Seite mit dem Eintrag vom 11. Februar 1762, in dem Johann Michael Strauss als ein „getauffter Jud“ bezeichnet wird, wurde durch eine Kopie ersetzt, in der dieser Eintrag ersatzlos gestrichen war, ebenso der Hinweis im Index. Danach wurden Original und Kopie nach Wien zurückgebracht, das Original verschwand im Tresor des Haus-, Hof- und Staatsarchives, während die Kopie mit dem Vermerk: „Die Übereinstimmung mit umstehender Fotokopie mit dem vorgelegten Original wird hiermit beglaubigt. Berlin, den 20.2.1941. Reichssippenamt“ an die Pfarre St. Stephan zurückgegeben wurde.[13]

Mit dieser Urkundenfälschung war Strauss endgültig „arisiert“ und seine Musik konnte weiter gespielt sowie über die Reichssender ausgestrahlt werden. In dem Zusammenhang war es für das NS-Regime aber weiterhin mehr als unangenehm, dass viele Librettisten der Strauss’schen Operetten Juden waren: Ignaz Schnitzer, Victor Léon, Leo Stein, die ebenfalls seit 1938, zum Teil schon vorher, konsequent (z. B. auf Theaterzetteln als Autoren) verschwiegen wurden.

Die von den NS-Behörden widerrechtlich angeeignete Sammlung Strauss-Meyszner wurde nach dem Zweiten Weltkrieg über viele (auch zweifelhafte) Zwischenstufen endgültig 2001 durch die Wienbibliothek von den Erben wertgemäß angekauft und 2003 in einer großen Ausstellung Johann Strauss – Ent-arisiert der Öffentlichkeit erstmals gezeigt.[14]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Strauss komponierte eine Oper, fünfzehn Operetten, ein Ballett sowie rund fünfhundert Walzer, Polkas und Quadrillen.

Oper[Bearbeiten]

  • Ritter Pázmán (1892)

Operetten[Bearbeiten]

Die Liste der fünfzehn Operetten folgt weitgehend Johann Ziegler (1999).[15] Drei weitere Operetten sind unvollendet geblieben: Die lustigen Weiber von Wien (komponiert um 1868), Romulus (um 1871) und Der Schelm von Bergen (um 1886).

Außer bei Eine Nacht in Venedig (1883) war der Uraufführungsort Wien.

Johann Strauss am 4. September 1876[16]
Das letzte fotografische Porträt, 1898
  • Indigo und die 40 Räuber, UA: 10. Februar 1871, Theater an der Wien
    Tänze nach Motiven der Operette: op. 343–351, August 1871
  • Carneval in Rom, UA: 1. März 1873, Theater an der Wien
    Tänze nach Motiven der Operette: op. 356–360, August bis Oktober 1873
  • Die Fledermaus, UA: 3. April 1874, Theater an der Wien
    Tänze nach Motiven der Operette: op. 362, 363, 365–368, Juni bis November 1874
  • Cagliostro in Wien, UA: 27. Februar 1875, Theater an der Wien
    Tänze nach Motiven der Operette: op. 369–374, Juli bis Oktober 1875
  • Prinz Methusalem, UA: 27. Februar 1875, Carl-Theater
    Tänze nach Motiven der Operette: op. 375–379, September 1877
  • Blindekuh, UA: 18. Dezember 1878, Theater an der Wien
    Tänze nach Motiven der Operette: op. 381–384, April bis September 1879
  • Das Spitzentuch der Königin, UA: 1. Oktober 1880, Theater an der Wien
    Tänze nach Motiven der Operette: op. 388, 389, 391–394, 406, November 1880 und Juni/Juli 1881
  • Der lustige Krieg, UA: 25. November 1881, Theater an der Wien
    Tänze nach Motiven der Operette: op. 397–405, 407, Oktober bis Dezember 1882
  • Eine Nacht in Venedig, UA: 3. Oktober 1883, Neues Friedrich-Wilhelmstädtisches Theater, Berlin
    Tänze nach Motiven der Operette: op. 411–416, März 1884.
  • Der Zigeunerbaron, UA: 24. Oktober 1885, Theater an der Wien
    Tänze nach Motiven der Operette: op. 417–422, Juni 1886
  • Simplicius, UA: 17. Dezember 1887, Theater an der Wien
    Tänze nach Motiven der Operette: op. 427–432, Mai 1888
  • Fürstin Ninetta, UA: 10. Januar 1893, Theater an der Wien
    Tänze nach Motiven der Operette: op. 445–450, März 1893
  • Jabuka (Das Apfelfest), UA: 12. Oktober 1894, Theater an der Wien
    Tänze nach Motiven der Operette: op. 455–460, Dezember 1894
  • Waldmeister, UA: 4. Dezember 1895, Theater an der Wien
    Tänze nach Motiven der Operette: op. 463–468, Februar 1896
  • Göttin der Vernunft, UA: 13. März 1897, Theater an der Wien
    Tänze nach Motiven der Operette: op. 471–473, Juni 1897

Das beliebte Bühnenwerk Wiener Blut (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen, 1873 erschienenen Walzer) war von Strauss nicht mehr als Operette konzipiert worden und erlebte seine Uraufführung erst am 26. Oktober 1899 nach seinem Tod. Es handelt sich um bekannte Strauss-Melodien früherer Jahre, die der Kapellmeister Adolf Müller junior neu zusammengestellt hatte.

Zwei französische Bearbeitungen in der Art von Wiener Blut waren bereits wesentlich früher entstanden: La reine Indigo (1875) und La Tzigane (Die Zigeunerin, 1877), die beide am Théâtre de la Renaissance in Paris uraufgeführt wurden. Im 20. Jahrhundert folgten weitere Arrangements von Strauss-Operetten.

Ballett[Bearbeiten]

Walzer[Bearbeiten]

Johann Strauss um 1870
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An der schönen blauen Donau,
Ausschnitt (Spieldauer 2:58)
Der Walzer An der schönen blauen Donau, op. 314
Der Walzer Wiener Blut, op. 354

Polkas[Bearbeiten]

Schattenbild von Otto Böhler
Schattenbild von Hans Schließmann
  • Albion-Polka op. 102 (française)
  • Elektro-magnetische op. 110
  • Blumenfest-Polka op. 111
  • Annen-Polka op. 117 (1852)[17] gewidmet der Maria Anna, Kaiserin von Österreich.
  • Helenen-Polka op. 203, Polka schnell
  • Champagner-Polka op. 211 (1858)
  • Tritsch-Tratsch-Polka op. 214 (1858)
  • Nachtigall-Polka op. 222
  • Camelien-Polka op. 248
  • Secunden-Polka op. 258
  • Furioso-Polka op. 260
  • Neues Leben op. 278
  • Vergnügungszug op. 281, Polka schnell
  • Prozeß-Polka op. 294
  • Episode op. 296
  • Elektrophor op. 297
  • Kreufidel op. 301
  • Die Zeitlose op. 302
  • Kinderspiele op. 304
  • Damenspende op. 305
  • Par force op. 308
  • Sylphen-polka op. 309
  • Tändelei op. 310
  • Expreß op. 311
  • Wildfeuer op. 313
  • Lob der Frauen op. 315
  • Postillon d'amour op. 317
  • Leichtes Blut op. 319
  • Figaro-Polka op. 320
  • Stadt und Land op. 322, Polka mazur
  • Ein Herz, eine Sinn op. 323 Polka Mazurka
  • Unter Donner und Blitz (ursprünglich aufgeführt als „Sternschnuppe“) op. 324, Polka schnell
  • Freikugeln op. 326
  • Sängerslust op. 328
  • Fata Morgana op. 330 Polka Mazurka
  • Eljen a Magyar op. 332 Polka schnell
  • Im Krapfenwaldl op. 336 (1869), Polka française
  • Von der Börse op. 337 Polka francaise
  • Louischen op. 339
  • Sturmschritt-Polka op. 348
  • Vom Donaustrande op. 356, Polka schnell
  • Fledermaus-Polka op. 362 Polka francaise nach motiven der gleichnamigen Operette
  • An der Moldau op. 366 Polka francaise nach Motiven der Operette "Die Fledermaus"
  • Glücklich ist, wer vergißt op. 368 Polka-mazurka
  • Auf der Jagd op. 373, Polka schnell
  • Banditengalopp op. 378 Polka schnell
  • Stürmisch in Lieb und Tanz op. 393, Polka schnell
  • Neue Pizzicato-Polka op. 449 (1896)

Sonstige Werke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johann Strauss (Sohn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Strauss-Gesellschaften im deutschsprachigen Raum

Noten und Akustisches

Sonstiges

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Strauß oder Strauss? In: johann-strauss.at. abgerufen am 20. November 2010.
  2. Otto Wolkerstorfer: Walzerseligkeit und Alltag, Baden 1999, S. 340 f.
  3. Todesnachricht in der Tageszeitung Neue Freie Presse, 4. Juni 1899, S. 6, S. 7, S. 8. Dazu der Nachruf im Feuilleton, S. 1, S. 2.
  4. Johann Strauß’ Leichenbegängniß Tageszeitung Neue Freie Presse, 7. Juni 1899, S. 5 f.
  5. Die Bestattung Johann Strauß’ im Ehrengrabe Tageszeitung Neue Freie Presse, 9. Oktober 1899, S. 2, linke Spalte unten
  6. Kunst und Kultur in Wien: Details zur Grabstätte und zum Denkmal auf dem Wiener Zentralfriedhof
  7. Gesamtverzeichnis der Schillingmünzen von 1947 bis 2001, S. 24, Österreichische Nationalbank OeNb PDF
  8. 'Johann Strauss' Rose. HelpMeFind, abgerufen am 17. Oktober 2014 (englisch).
  9. Stammbaum der Familie Strauss Wiener Institut für Strauss-Forschung, abgerufen am 30. August 2013.
  10. Christian Mertens: Die wechselhafte Geschichte der Sammlung Strauss-Meyszner in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek. (PDF, 2 MB) AKMB-news, 3/2004.
  11. Maria Wirth, Demokratiezentrum Wien: Die Verhandlungen über die Strauss-Sammlungen in der Wiener Stadt- und Landesbibliothek (PDF; 110 kB), Vortrag bei der Tagung Raub und Restitution in Bibliotheken, 23./24. April 2003, veranstaltet von der Wiener Stadt- und Landesbibliothek in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Gesellschaft für Germanistik und der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare
  12. Zum gesamten Thema ausführlich: Norbert Linke, Ulla Wahnfried: Streichers Kampfblatt „Der Stürmer“, die Judenfrage und die Arisierung von Johann Strauss / Sohn. In: Flugschriften. Mitteilungsblatt der Deutschen Johann Strauss Gesellschaft, Nr. 13/1988, S. 57–96.
  13. Hanns Jäger-Sunstenau: Johann Strauß. Der Walzerkönig und seine Dynastie. Familiengeschichte, Urkunden. Jugend & Volk, Wien 1965, S. 84ff.
  14. Johann Strauss – Ent-arisiert. Die Sammlung Strauss-Meyszner: Impulse für Forschung und Interpretation. Katalog zur Ausstellung der Wiener Stadt- und Landesbibliothek, 2003
  15. Johann Ziegler: „Glücklich ist, wer vergißt …“ – Zum Bühnenschaffen von Johann Strauß. In: Vernissage Nr. 9/1999. Die Zeitschrift zur Ausstellung Johann Strauss – Unter Donner und Blitz im Historischen Museum der Stadt Wien vom 6. Mai bis 26. September 1999. ISSN 1434-5986, S. 14–27.
  16. Fotografie anlässlich seines Dirigats von Die Fledermaus im (alten) Stadttheater in Baden bei Wien. Aufnahme: Fritz Luckhardt, k.k. Hofphotograph. Otto Wolkerstorfer: Walzerseligkeit und Alltag, Baden 1999, S. 338.
  17. Neuerwerbung der Musiksammlung: Die „Annen-Polka“. In: wien.gv.at. 30. Dezember 2008, abgerufen am 20. November 2010.
  18. Johann Strauss. Ein Lebensbild, entworfen von Ludwig Eisenberg. online bei archive.org
  19. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.