Johann Weyer

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Kupferstich von Pieter Holsteyn (1660)

Johann Weyer (auch: Weier, Wier, Wierus, Piscinarius[1]; * zwischen 24. Februar 1515 und 24. Februar 1516 in Grave an der Maas, in Nordbrabant[2]; † 24. Februar 1588 in Tecklenburg) war ein Arzt und Gegner der Hexenverfolgung.

Leben[Bearbeiten]

Johannes Weyer war der Sohn des Kaufmanns Theodor (Dirk) Wier (Wierus) und seiner Frau Agnes Rhordam. Seine Geschwister waren Arnt (Arnold) Wyer († nach 1562), Küchenmeister[3] von Graf Hermann von Neuenahr (1520–1578), und der Mystiker Mathijs Wier (1520/21–1560).[4]

Johannes Weyer besuchte die Lateinschulen in Herzogenbusch und Löwen. In Bonn geriet er unter den Einfluss von Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim. Es ist umstritten, ob Weyer das Medizinstudium in Paris und Orléans mit der Doktorwürde abgeschlossen hat. Der ihm beigelegte Titel eines Dr. med. könnte unhistorisch sein. Jedoch wurde sein Sohn Dietrich 1564 in Pisa als Sohn von „Joannis doctor“ promoviert. Seine Berufstätigkeit als Arzt begann Weyer in der Umgebung des heimatlichen Grave. 1545 wurde er Stadtarzt in der geldernschen Hauptstadt Arnheim im Dienst von Kaiser Karl V.[5] Dort erstellte er 1548 ein medizinisches Gutachten in einem Prozess gegen einen Wahrsager. 1550 holte ihn der Humanist Konrad Heresbach an den Hof Herzog Wilhelms des Reichen von Jülich-Kleve-Berg, dessen Leibarzt er wurde. 1559 wurde ihm Reiner Solenander zur Seite gestellt. Weyer und Solenander nahmen 1573 an der Brautfahrt der Prinzessin Marie Eleonore von Jülich-Kleve-Berg zu ihrer Hochzeit mit Herzog Albrecht Friedrich von Preußen nach Königsberg teil.[6] 1578 verließ Johann Weyer die Stelle des Hofarztes, sein Sohn Galenus folgte ihm nach.

Im Oktober 1586 wurde Weyer von seinem „Neffen“[7], dem „ontvanger en licentmeester“ (Steuer- und Zolleinnehmer) Gisbert Everwijn († 1623)[8] dringend nach Arnheim gebeten, um dem tödlich verletzten Sir Philip Sidney (1554–1586) zu helfen, auch Sidney selbst schrieb um Hilfe, starb jedoch tags darauf.[9]

Johann Weyer starb auf einer Besuchsreise, die ihn zur gräflichen Familie nach Tecklenburg führte, wo er in der Schlosskirche beigesetzt wurde.

Ob Weyer Katholik geblieben oder Protestant geworden ist, ist in der Forschung sehr umstritten. Schon 1566 galten er und seine Frau im katholischen Arnheim „der religion haluen een weynich suspect“.[10] Weyer ließ zwar die erste Ausgabe von De praestigiis daemonum im reformierten Basel veröffentlichen, beklagte sich aber andererseits, dass die Hexenverfolgung auch in protestantischen Gegenden fortgesetzt wurde. Bis zu seinem Tode zog ihn das konfessionell tolerante geistige Klima am altgläubigen Düsseldorfer Hof an, das sich an Erasmus von Rotterdam orientierte und ihn maßgeblich beeinflusste. Nach seinem Ausscheiden aus dem Hofdienst lobte Johann Weyer allerdings 1582 in der Vorrede zur deutschen Ausgabe seines Artzney Buch von etlichen bißanher unbekandten und unbeschriebenen Kranckheiten Gräfin Anna von Tecklenburg (1532–1582), weil sie „die reyne Lehr deß heiligen Euangeliums vnnd wahren Gottesdienst“ vertrete und den Fußstapfen ihres Vater Konrad (1501–1557), „so der erst in denen Landen Gottes Wort und reformiert brauch seiner heiligen Sacramenten angenommen vnd darüber etliche merkliche Stück vnnd Land verloren, Gottseliglich vnnd rühmlich nachsetzen“ wolle.[11]

De praestigiis daemonum[Bearbeiten]

Johannes Weyer im Alter von 60 Jahren; zeitgenössischer Holzschnitt von 1576

Weyer verfasste mehrere medizinische Schriften, die im Druck erschienen, ist aber vor allem durch seine 1563 erstmals gedruckte Dämonologie De praestigiis daemonum (Von den Blendwerken der Dämonen) bedeutend. Diese erlebte zahlreiche Auflagen (und Übersetzungen), wurde auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt und beispielsweise von den Hexentheoretikern Jean Bodin und Martin Anton Delrio bekämpft. Sie wurde zum Grundlagenwerk für alle Gegner der Hexenprozesse, indem sie frühere gelehrte Argumente gegen die Verfolgungen systematisierte. Weyer, der sich gegen den Hexenhammer wandte, sah in den angeblichen Hexen vom Teufel irregeleitete kranke Frauen, die der Melancholie verfallen waren und medizinischer Behandlung bedurften.

Unmittelbar nach dem Erscheinen von Weyers Buch lehnten Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg (1516–1592), Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz (1515–1576), Graf Hermann von Neuenahr und Moers (1520–1578) und Graf Wilhelm IV. von Bergh-s'Heerenberg (1537–1586) die weitere Tortur und Anwendung der Todesstrafe ab; auch Graf Adolf von Nassau (1540–1568) vertrat die Meinung Weyers.[12] Christoph Prob († 1579)[13], der Kanzler Friedrichs III. von der Pfalz, verteidigte Weyers Auffassung 1563 auf dem Rheinischen Kurfürstentag in Bingen.[14] Jedoch wurden Hexenverfolgungen in diesen Territorien zunächst noch nicht dauerhaft eingestellt, sondern flackerten später wieder auf.

Ein mäßigender Einfluss Weyers auf die Verfolgungsintensität ist unbestreitbar, wenngleich er diesen im Vorwort zur Kurzfassung De lamiis (1577) überschätzt haben mag. Er dankte Gott, „daß er meine Feder Beweisgründe hat schreiben lassen, deren Veröffentlichung an sehr vielen Orten die Wuth, im Blut Unschuldiger zu waten, verrauchen machte und die wilde Grausamkeit und Tyrannei in der Zerfleischung der Menschen, die ihm das bestriechende Brandopfer ist, verhindert hat. Denn wie ich sehe, ist der Lohn meines Buches über die Blendwerke der Dämonen solcher, daß gewisse hohe Behörden die so elenden alten Weiber, welche das Urtheil des Pöbels mit dem gehässigen Namen Hexen bezeichnet, nicht nur milder behandeln, sondern sogar von der Todesstrafe freisprechen“ (zitiert nach Carl Binz in der ADB).

Medizinische Schriften[Bearbeiten]

Johann Weyer beschäftigte sich unter anderem mit der Diagnose und Behandlung von Skorbut, Sumpffieber, Lungenentzündung, Trichinose, Syphilis, Influenza, sog. Englischem Schweiß und epidemischem Rotlauf. Er setzte sich insbesondere mit verschiedenen Epidemien auseinander, die am Niederrhein und in den Niederlanden von 1562 bis zum Anfang des Jahres 1564 wüteten.[15] 1563 trat in den Niederlanden die Pest auf und verbreitete sich den Rhein entlang nach Süden. Zum Jahreswechsel 1563/64 beobachtete Weyer eine oft tödlich verlaufende ansteckende Halsentzündung. Nachdem eine Pestepedemie Ende des Jahres 1564 gleichzeitig mit einem außergewöhnlichen Kälteeinbruch im Winter 1564/65 nachließ, beschrieb er eine ungewöhnliche Lungen-Seuche im Januar 1565, die er als Pleuritis pestilenz bezeichnete und die 1564/65 ähnlich auch in der Schweiz auftrat. Weyer hielt die Seuche für ein dem Schwarzen Tod von 1348 vergleichbares Phänomen und machte Vorschläge für ihre Behandlung. Er verwarf den Aderlass und die übliche Behandlung mit süßen Medikamenten und verordnete saure und bittere Mittel.

Nachrichten über Faust[Bearbeiten]

In seinem Werk De praestigiis Daemonum gab Weyer 1563 drei Episoden aus dem Leben des Magiers Johann Faust († um 1541) wieder. Er ist damit eine wichtige Quelle für die Figur des historischen Faust, der nach Weyer aus der Stadt „Kundling“ stammt. Weyer berichtet Episoden aus Krakau, Batenburg an der Maas und Goslar. Gestorben sei Faust in einem Württemberger Dorf („in pago ducatus Wirtenbergici“). De praestigiis Daemonum enthält weitere Notizen ungenannter Magier, die auf Faust bezogen werden können oder später auf seine Figur übertragen wurden.[16]

Ehrungen[Bearbeiten]

Wierturm
Gedenktafel an der Uniklinik Düsseldorf

In Tecklenburg erinnert nicht nur eine Gedenktafel an der Kirche an den Kämpfer gegen den Hexenwahn, sondern auch der auf dem Schlossberg zu Tecklenburg 1884 errichtete Aussichtsturm („Wierturm“).

An Johann Weyer erinnert zudem eine Gedenktafel aus dem Jahr 1926, die sich seit 1975 am Haupteingang der Uniklinik Düsseldorf (Moorenstraße) befindet. In der Nähe befindet sich auch die nach ihm benannte „Johannes-Weyer-Straße“. In Jülich gibt es eine „Dr.-Weyer-Straße“, in Grave eine „Dr. Wierstraat“, in Zeist-Den Dolder eine „Johannes Wierlaan“, in Haarlem und Barendrecht eine „Johannes Wierstraat“.

Weyers Namen trägt in den Niederlanden die „Johannes Wier Stichting“, eine humanitäre Ärztevereinigung.

Die niederländische Post PTT gab 1960 eine Briefmarke zu 30 Cent mit dem Porträt von Johannes Wier zum Gedenken an seinen Einsatz für die „Geestelijke Volksgezondheid“ heraus.

Die Ärztekammer Nordrhein verleiht an ihre Mitglieder für besondere Verdienste die Johannes-Weyer-Medaille.

Familie[Bearbeiten]

Um 1540 heiratete Johann Weyer seine erste Frau Judith Wintgens († 1572).[17] Das Paar hatte fünf Kinder:

  1. Dietrich von Weyer (* um 1540/42–1604), Jurist, kurfürstlicher Rat und Agent der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen.
  2. Heinrich Weyer (um 1545–1591), Leibarzt der Trierer Kurfürsten Jakob III. von Eltz (1510–1581) und Johann von Schönenberg (1525–1599). Seine Tochter Katharina († 1598), Grabmal in der Peterskirche Heidelberg, heiratete 1593 den Heidelberger Juristen Marquard Freher (1565–1614),
  3. Galenus Weyer (1547–1619), Leibarzt der Herzöge Wilhelm V. (1516–1592) und Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg (1562–1609) sowie des Tierer Kurfürsten Lothar von Metternich (1551–1623).
  4. Johannes Weyer (* um 1555–1610), immatrikuliert 1573 („Joannes Wierus Clivensis“) und 1574 („Joannes Weierus“ an der juristischen Fakultät unter Dekan Hugo Donellus) in Heidelberg, Jurist, Hofgerichtsrat in Heidelberg, 1591 Pfleg-Verwalter in Cham („Johann v. Weyer“), 1593 bis 1601 „auf Döltsch und Haimerls (Hammerles)[18]“ Landrichter und Amtskastner (Pfleger) in Neunburg vorm Wald[19] in der Kur-Oberpfalz, Briefwechsel mit Wilhelm Fabry (1560–1634)[20], verheiratet seit etwa 1591/93 mit Anna Mendel von Steinfels zu Gmünd, Witwe von Samson Mendl von Steinfels († um 1589),[21]
  5. Sophie Weyer.

In zweiter Ehe war Johann Weyer kinderlos mit Henriette Holt verheiratet.

Der humanistische Dichter Karl von Utenhove (1536–1600), der mit der Familie Weyer versippt war („sanguinis affini“), charakterisierte Johannes d. Ä., Dietrich, Heinrich, Galenus und Johannes d. J. Weyer 1586 ausführlich in einem Brief an den Baseler Medizinstudenten Hermannus Haghius.[22]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Melchior Adam: Ioannes VViervs. In: Vitae Germanorum medicorum. Jonas Rosen, Frankfurt am Main; Georgius Geyder Heidelberg 1620, S. 186–188
  • Johann Weyer, De praestigiis daemonum, Von Teufelsgespenst, Zauberern und Gifftbereytern, Schwarzkünstlern, Hexen und Unholden, darzu irer Straff, auch von den Bezauberten und wie ihnen zuhelffen sey: ordentl. u. eigentl. mit sonderm Fleiss in Bücher getheilet, darinnen gründlich und eigentl. dargethan, was von solchen jeder zeit disputiert u. gehalten worden; sampt zu endt angehencktem newem u. vollkommenen Reg. / erstl. durch D. Johannem Weier in Latein beschrieben. Nachmals von Johanne Fuglino [Johann Füglin] verteutscht, jetzund aber nach d. letzten Latein. aussgangenen Orig. auffs neuw vhersehen u. mit vielen heilsamen nützl. Stücken, auch sonderl. hochdienl. newen Zusätzen, so im Latein. nicht gelesen, als im folgenden Blat zufinden, so d. Bodinus mit gutem Grundt nicht widerlegen kan, durchaus gemehret u. bebessert, Frankfurt am Mayn, Basseum, 1586. Unveränderter Nachdruck. Bläschke, Darmstadt 1969, 575 S.
  • Manfred Hammes: Hexenwahn und Hexenprozesse. S. Fischer, Frankfurt 1977
  • Carl Binz: Doktor Johann Weyer, ein rheinischer Arzt, der erste Bekämpfer des Hexenwahns. Ein Beitrag zur deutschen Kulturgeschichte des 16. Jahrhunderts. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, 21, 1885, S. 1–171 (OpenSource)
    • 2. Aufl. Doctor Johann Weyer, ein rheinischer Arzt, der erste Bekämpfer des Hexenwahns. Ein Beitrag zur Geschichte der Aufklärung und der Heilkunde. Hirschwald, 2. Aufl., Berlin 1896 (Nachdrucke Sändig, Wiesbaden 1969 und Arno Press, New York 1975) (OpenSource)
  • Carl Binz: Doktor Johann Weyer (1515–1588). Eine Nachlese. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins, 24, 1888, S. 99–134 (OpenSource)
  • Carl Binz: Weyer, Johann. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 42, Duncker & Humblot, Leipzig 1897, S. 266–270.
  • Thomas Meyer: Weyer,Johann. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 20, Bautz, Nordhausen 2002, ISBN 3-88309-091-3, Sp. 1537–1544.
  • H. C. Erik Midelfort: Johann Weyer in medizinischer, theologischer und rechtsgeschichtlicher Hinsicht, In: Hartmut Lehmann, Otto Ulbricht (Hrsg.): Vom Unfug des Hexen-Processes. Gegner der Hexenverfolgung von Johann Weyer bis Friedrich Spee (Wolfenbütteler Forschungen 55), Harrossowitz, Wiesbaden 1992, S. 53-64
  • Vera Hoorens: Een ketterse arts voor de heksen: Jan Wier (1515–1588), Bert Bakker, Amsterdam 2011 (in Niederländisch)
  • Rudolf van Nahl: Zauberglaube und Hexenwahn im Gebiet von Rhein und Maas. Spätmittelalterlicher Volksglaube im Werk Johan Weyers (1515–1588). Röhrscheid, Bonn 1983

Weblinks[Bearbeiten]

  • Werke im Internet:
    • Opera omnia. Editio nova & hactenus desiderata. Amsterdam 1660.
    • De praestigiis Daemonum, Basel 1563, Basel 1568, Basel 1577, Basel 1583 (lateinische Ausgaben).
      • Französische Übersetzung von Jaques Grévin: Cinq livres de l’imposture et tromperie des diables, des enchantements et sorcelleries, Paris 1567, Paris 1569, erneut in der Sammlung Histoires, disputes et discours, des illusions et impostures des diables, des magiciens infames, sorcieres et empoisonneurs [Genf] 1579; neue Ausgabe dieser Sammlung in zwei Bänden Paris 1885: Band 1, Band 2.
      • Deutsche Übersetzung: De Praestigiis. Erstlich durch D. Johan Weier in Latein beschrieben, nachmalen verteutscht von Johanne Füglino, und jetzt widerumb nach dem letzten Lateinischen Original im 66. jar außgangen ubersehen, an vielen orten mercklich gebessert, und mit einem nützlichen Register gemehret (2 Bände), 2. Aufl., Frankfurt an Main 1575. Band 1: Von den Teuffeln, Zaubrern, Schwartzkünstlern, Teuffels beschwerern, Hexen oder Unholden und Gifftbereitern. Band 2: Von den bezauberten verunreinigten und verblendten, wie ihnen zu rahten, Item wie man die Zauberer vnd Gifftbereiter straffen, wie man auch mit den Hexen oder Unholden handlen sol.
      • Kurzfassung: De lamiis, Basel 1577, Basel 1582 (lateinische Ausgaben).
    • Medicarum observationum rararum Liber I, Lateinische Ausgabe Basel 1567, Amsterdam 1657.
      • Deutsche Übersetzung: Artzney Buch: Von etlichen biß anher unbekandten unnd unbeschriebenen Kranckheiten, Frankfurt am Main 1583.
  • Jan Jessen: "Wider dem Hexenwahn: der humanistische Hof". In Kleve wird Toleranz und Aufgeklärtheit gepredigt. NRZ 3. Juli 1999
  • Weyer-Bibliographie
  • Lateinische Vita von Melchior Adam (1620)
  • Pseudomonarchia Daemonum

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lateinisch „piscina“ ist der „Weiher, Teich“, daraus kann geschlossen werden, dass auch Schreibweisen wie „Wier“ u. ä. am Niederrhein ungefähr als [ˈvaɪ.ər] und nicht als [vɪːr] ausgesprochen wurden.
  2. Gemäß Inschrift am Wierturm
  3. Vgl. Regest einer Urkunde vom 12. Oktober 1562 in: Ottomar Friedrich Kleine, Heinrich Averdunk: Das Stadtarchiv zu Duisburg. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein, insbesondere das Alte Erzbistum Köln 59 (1894), S. 171–229, bes. S. 227 (Google-Books; eingeschränkte Vorschau); C. Binz: Doctor Johann Weyer (a. a. O.), 2. Aufl., S. 178 f.
  4. Auch „Matthias, Matthes, Mattaeus Weyer“; wirkte am Niederrhein, gestorben in Wesel; Mathijs Wijer: Grondelijcke Onderrichtinghe van veelen hoochwichtighen Articulen, eenen yeghelijcken die tot reyniginghe zijnre Sonden ende in die wedergheboorte begheert te comen seer dienstelijck, o. O. [Frankfurt oder Amsterdam: Harmen Jansz Muller] 1579, 2. Aufl. o. O. [Rotterdam]: Dirck Mullem ca. 1584 (Vorrede datiert 1561), deutsch Matthes Weyer: Gründliche Unterrichtung Von Vielen Hochwichtigen Artikuln, einem jeden, der zur reinigung seiner Sünden, und in die Wiedergebuhrt begehret zu kommen, sehr dienstlich. Henrich Betkius, Amsterdam 1658. Eduard Simons: Matthes Wier, ein Mystiker aus der Reformationszeit. In: Theologische Arbeiten aus dem rheinischen wissenschaftlichen Predigerverein. Neue Folge 9, 1907, S. 30–49.
  5. Vgl. „Wiewol ich ich aber nun fast von zwey und dreyssig Jahren hero, da ich von Arnhem auß Keyser Carls Besoldung in ... Herrn Wilhelmen, Hertzogen zu Gülich, Cleue vnnd Berg etc. Dienst gekommen“ im Vorwort zu Johann Weyer: Artzney Buch von etlichen biß anher vnbekandten vnnd vnbeschriebenen Kranckheiten. Durch Den Hocherfahrnen vnd Weitberhuembten Herrn Johann Weyern Fuerstlichen Cleuischen Doctorem Medicum selbst verfertigt vnnd in Teutsche Spraach verbracht. Jetzt aber auffs neuw gebessert vnd vermehret, 2. Aufl., Frankfurt am Main: Nikolaus Basse 1583, unpaginiert.
  6. Vgl. Sigmund Feyerabend: Herrliche, warhaffte Beschreibung der beyder fürstlichen Heimfahrt. Sigmund Feyerabend, Frankfurt am Main 1576, S. 43 (Google-Books).
  7. Gijsbertt Everwijn wird 1578 in einer Schenkungsurkunde von Graf Hermann von Neuenahr zusammen mit Henrich Wintgens, Everhardt Everwijn und ihren Schwestern begünstigt (Gelders Archief, Familie Hoff, Nr. 32–33), könnte demnach mit Weyers erster Ehefrau Judith Wintgens verwandt gewesen sein.
  8. Auch Ghijsbrecht Everwijn u. ä. Die englischsprachige Literatur liest „Gisbert Enerwitz“; vgl. aber Anthonie Paul van Schilfgaarde: De laatste Brief van Sir Philip Sidney. In: Bijdragen en Mededeelingen van de Vereeniging Gelre 55 (1956), S. 197–200, bes. S. 197.
  9. Vgl. Roger Kuin (Hrsg.): The Correspondence of Sir Philip Sidney. Bd. I, University Press, Oxford 2012, S. xvi, lxiif und 1318–1324. Der Brief befindet sich im Public Record Office, London.
  10. Vgl. Brief von Kanzler und Räten des Gerichtshofes von Gelderland an Statthalterin Margarethe von Parma (1522–1586) vom 11. Oktober 1566. In: Isaak Anne Nijhoff: Onuitgegeven Stukken. In: Bijdragen voor vaderlandsche geschiedenis en oudheidkunde 6 (1848), S. 264–270, bes. S. 267 (Google-Books); Gelders Archief Arnheim (Brieven uit en aan het Hof, Nr. 1986).
  11. Zitiert nach der Ausgabe Johann Weyer: Artzney Buch (a. a. O.), unpaginiert. Das Vorwort wurde fast 32 Jahre nach Weyers Umzug nach Kleve bzw. Düsseldorf (1550) und vor Anna von Tecklenburgs Tod (24. August 1582) verfasst, s. o.
  12. Vgl. Johann Weyer: De praestigiis daemonum et incantationibus ac veneficiis, Basel: Johann Oporinus Nachfolger 2. Aufl. 1577, S. 713 ff.
  13. Zu Christoph Prob vgl. Kurt Stuck: Personal der kurpfälzischen Zentralbehörden in Heidelberg 1475–1685 unter besonderer Berücksichtigung der Kanzler (Schriften zur Bevölkerungsgeschichte der pfälzischen Lande), Ludwigshafen 1986, S. 76.
  14. Vgl. Weyer, a. a. O., S. 717; Christoph Meiners: Historische Vergleichung der Sitten und Verfassungen, der Gesetze und Gewerbe des Handels und der Religion, der Wissenschaften und Lehranstalten des Mittelalters mit denen unsers Jahrhunderts. Bd. III, Hannover: Helwing 1794, S. 368 f.
  15. Vgl. zum Folgenden Conrad Meyer-Ahrens: Der Stich in den Jahren 1564 und 1565 im Zusammenhange mit den mit übrigen Epidemieen der Jahre 1562–1566. Friedrich Schulthess, Zürich 1848, passim (Online-Ressource, abgerufen am 26. April 2012), mit Bezug auf Johann Weyer: Medicarum observationum (a. a. O.), S. 49-58.
  16. Vgl. Carl Kiesewetter: Faust in der Geschichte und Tradition, Leipzig: Spohr 1893, passim, bes. S. 41-49 (Nachdruck Hildesheim: Olms 1963) (Online-Ressource, Snippet- Ansicht, abgerufen am 26. April 2012); Alexander Tille: Die Faustsplitter in der Literatur des sechzehnten bis achtzehten Jahrhunderts, Berlin: Emil Felber 1900, S. 21 f, 583 f. u. ö. (Online-Ressource, abgerufen am 27. April 2012).
  17. Die Familie Wyntgens aus Arnheim (später auch in Kampen u. a.) war eine Dynastie von Münzmeistern; vgl. Philip Frederik William van Romondt: Het mummeestersgeslacht Wyntgens. In: De Nederlandsche Leeuw. Maandblad van het Genealogisch-heraldisch Genootschap 33 (1915), S. 193–197, 265–270, 299 ff. und 373 ff.; 34 (1916), S. 18 ff., 135 ff. und 179 ff.; 35 (1917), S. 14 ff. Auch der jülische Prinzenerzieher seit 1571 Stephanus Winandus Pighius (1520–1604) war der Sohn eines Hendrik Wyntgens.
  18. Auch Hemmerles o. ä.; Gut (später Landsassengut) der Mendel von Steinfels bei Parkstein; seit 1591 im Besitz von Anna Mendel von Steinfels und seit 1600 im Besitz von Johannes Weyer; vgl. Heribert Sturm (Bearb.): Historischer Atlas von Bayern. Bd. 47 Neustadt an der Waldnaab – Weiden: Gemeinschaftsamt Parkstein, Grafschaft Störnstein, Pflegamt Floß (Flossenbürg). Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1978, S. 159 f. und 164–166.
  19. Vgl. Wilhelm Nutzinger (Bearb.): Historischer Atlas von Bayern. Bd. 52 Neunburg vorm Wald. Kommission für Bayerische Landesgeschichte, München 1982, S. 105.
  20. Briefe vom 28. Februar und 23. März 1607; Burgerbibliothek Bern (Cod. 496 (A) 199 und 200).
  21. 1577 bis 1584 Obervogt in Altensteig, 1579 Eintrag in das Stammbuch von Otto Heinrich II. von Pfalz-Sulzbach (1556–1604). Ingeborg Krekler: Stammbücher bis 1625. Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1999, S. 35 und 282.
  22. Brief vom 20. März 1586 aus Düsseldorf. In: Legionum Epistolarum Utenhovii hecatontas aut centuria prima (bisher ungedruckte handschriftliche Briefsammlung, 1598; Bibliothèque National de France Paris, MS fonds latin 18592), Blätter 94f (Digitalisat der Bibliothèque National de France).