Johann Wilhelm Häßler

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Johann Wilhelm Häßler

Johann Wilhelm Häßler (* 29. März 1747 in Erfurt; † 29. März 1822 in Moskau) war ein deutscher Komponist und Organist.

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Leben[Bearbeiten]

Neben seiner Ausbildung zum Strumpfwirker erhielt er eine musikalische Ausbildung bei seinem Onkel Johann Christian Kittel. Bereits im Alter von 15 Jahren wirkte er erstmals als Organist an der Erfurter Barfüßerkirche und trat damit die Nachfolge seines Onkels in dieser Funktion an. Es folgten Konzertreisen, auf denen er sich als Klaviervirtuose einen Namen machte.

Im Jahre 1780 führte er mit Unterstützung des Statthalters zu Erfurt, Karl Theodor von Dalberg, die sogenannten Winterkonzerte als ständige Einrichtung ein. Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe machte er auch die Bekanntschaft mit Goethe.

1790 begab er sich nach London, wo er gemeinsam mit Joseph Haydn konzertierte. Seine Konzertreisen durch Europa führten ihn unter anderem nach Riga, Petersburg und Moskau. In Petersburg wurde er von Zarin Katharina der Großen zum Kaiserlich-Russischen Kapellmeister ernannt. Hier gab er Konzerte und wirkte bei der Gründung eines Musikverlages mit, der es sich zum Ziel setzte, die Werke deutscher Klassiker zu veröffentlichen und gleichzeitig zeitgenössische russische Komponisten zu animieren, ihre Werke ebenfalls auf diesem Wege der breiten Öffentlichkeit bekanntzumachen.

Später siedelte er mit seiner Familie nach Moskau um, wo er mehr als dreißig Jahre wirkte. Dort starb er 1822.

Seine kompositorisches Werk umfasst Sonaten, Kantaten, Etüden und Instrumentalkompositionen, insbesondere für Klavier.

Seine Tochter war die Opernsängerin Henriette Eberwein, sein Schwiegersohn Franz Carl Adelbert Eberwein.

Werke[Bearbeiten]

  • Charakterstück op.27 Nr.2
  • „50 Stücke für Anfänger“ op.38
  • 360 Präludien in allen Tonarten op. 47 (1817)
  • „Etudes en Vingt-quatre Valses“ op.49
  • „Sechs leichte Sonaten“
  • Kantate „Erfurt“
  • Sonate für Cembalo Nr.3 d-Moll

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]