Johann Zahn

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Johannes Zahn 1687

Johann Zahn (auch Joanne Zahn; * 29. März 1641 in Karlstadt; † 27. Juni 1707) war ein deutscher Prämonstratenserchorherr, Philosoph, Optiker, Erfinder, Mathematiker und Autor verschiedenartiger Werke.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Sein Hauptarbeitsgebiet war die Optik inkl. der astronomischen Beobachtung. Zahn bezeichnete sich als Schüler des Astronomen Franz Griendel von Ach aus Nürnberg. Er war Professor der Mathematik an der Universität Würzburg. Außerdem war er Kanoniker im Prämonstratenserkloster Oberzell und von 1685 bis zu seinem Tod im Jahr 1707 Propst im Kloster Unterzell.

Zahn ist vor allem für seine Forschungen auf dem Gebiet der Optik bekannt. Die von Johann Sturm 1676 entwickelte Spiegelreflexkamera mit aufrechtem Bild (Ablenkspiegel) entwickelte er weiter, indem er eine Teleskoplinse aus zwei Teilen (konvex und konkav) mit verschiedenen Brennweiten hintereinander setzte, sodass ein größeres Abbild entstand (Reflex Camera Obscura). Zudem strich er die Belichtungskammer schwarz an, um Reflexionen auszuschließen. Bis auf das Verschlußsystem stellt die Erfindung den Prototyp einer Fotokamera dar.

Sein Werk Specula physico – mathematico - historica notabilium war eine Zusammenfassung aller Naturwissenschaften. Das Buch Oculus artificialis teledioptricus sive telescopium war seinerzeit das Standardwerk auf dem Gebiet der Optik. Als im Jahre 1702 die zweite Auflage erschien, überraschte Zahn seine Leser mit umfangreichen Ergänzungen, die sein Buch für jeden Gelehrten und Instrumentenbauer unentbehrlich machten. Zahns Kompendium beginnt mit der Theorie der Optik, danach geht es mit den optischen Instrumenten weiter, wozu Mikroskope, Teleskope, Spiegel und Linsen gehören. Nun sprach Zahn das schwierige Thema der Glasauswahl und des Glasschleifens an, bevor er mit Schilderungen astronomischer Beobachtungen endete.[1]

Schriften[Bearbeiten]

  • Specula physico – mathematico - historica notabilium in zwei Teilen (I: 448 Seiten; II: 460 S.), Norimbergae (Nürnberg): Knorz 1696.
  • Oculus artificialis teledioptricus sive telescopium, ex abditis rerum naturalium & artificialium principiis explicatum ac e' triplici fundamento, physico seu naturali, mathematico dioptrico et machanicoo, seu practito stabilitum. [2 vol.]. Würzburg: Quirinus Heyl (1685-86) - andere Quellen sprechen vom Erscheinungsjahr 1702

Bilder[Bearbeiten]

Abbildungen in Specula physico – mathematico - historica notabilium:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ralf Kern: Wissenschaftliche Instrumente in ihrer Zeit. Band 1: Streben nach Genauigkeit in Zeit und Raum, S. 202.