Johann von Lutz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Johann von Lutz, 1871. Grafik von Hermann Scherenberg.
Johann von Lutz

Johann Freiherr von Lutz (* 4. Dezember 1826 in Münnerstadt als Johann Lutz; † 3. September 1890 in Niederpöcking) war ein bayerischer Politiker.

Johann Lutz studierte von 1843 bis 1848 an der Universität Würzburg Rechtswissenschaften. Er wirkte als bayerischer Delegierter an der Abfassung des Allgemeinen Deutschen Handelsgesetzbuches mit.

1867 wurde er Justiz-, 1869 Kultusminister und betrieb als solcher den bayerischen Kulturkampf, um die Suprematie des Staates gegenüber der Kirche durchzusetzen. Nach dem von Bismarck 1880 erzwungenen Rücktritt des Ministerratsvorsitzenden Pfretzschner übernahm Lutz dessen Position, die er bis zu seinem Tode behielt. Sein Nachfolger als Ministerpräsident wurde Friedrich Krafft von Crailsheim.

Lutz war maßgeblich am Sturz König Ludwigs II. beteiligt. Er beauftragte im März 1886 Obermedizinalrat Bernhard von Gudden, Spezialist für Gehirnanatomie, ein Gutachten über Ludwigs Geisteszustand zu erstellen.

Johann Lutz wurde 1866 persönlich geadelt, den erblichen Adelstitel erhielt er 1880, zum Freiherrn erhoben wurde er 1884.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]