Johannes Baumann

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Johannes Baumann

Johannes Baumann (* 27. November 1874 in Herisau; † 8. September 1953 ebenda; heimatberechtigt ebenda) war ein Schweizer Politiker (FDP).

Als Jurist, Kantons- und eidgenössischer Politiker[Bearbeiten]

Baumann studierte Rechtswissenschaften in Basel, Bern, Leipzig und Zürich. 1897 schloss er mit einem Doktorat ab und arbeitete ab 1898 in einem Anwaltsbüro in Zürich. 1900 wurde er in den Landrat des Kantons Appenzell Ausserrhoden gewählt, den er 1904/05 präsidierte. 1899 wurde er Verhörrichter und Kantonspolizeidirektor in Trogen, ein Amt, das er bis 1905 ausübte. Anlässlich seiner Wahl in den Regierungsrat übergab er auch sein Landratsmandat. Er leitete bis 1931 die kantonale Polizei- und Militärdirektion und wurde dabei von der Landsgemeinde zeitweise zum Landammann bestimmt. Von 1911 bis 1934 war er im Ständerat.

Als Bundesrat[Bearbeiten]

Am 22. März 1934 wurde Baumann in den Bundesrat gewählt. Er war Bundespräsident im Jahre 1938 und Vizepräsident im Jahre 1937. Am 31. Dezember 1940 übergab er sein Amt. Während seiner Amtszeit stand er dem Justiz- und Polizeidepartement vor.

Dieses Departement trug nach Kriegsbeginn für den Vollzug der Flüchtlingspolitik die zentrale Verantwortung, weil es von 1938 bis 1942 zu einer Verlagerung der Kompetenzen von den Kantonen zu den Bundesbehörden kam. Es ist bekannt, dass im EJPD starke fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen herrschten und die Polizeiabteilung ihre Kräfte auf die Abwehr der Flüchtlinge konzentrierte.[1]

Quellen[Bearbeiten]

  1. „Der Bundesrat und das EJPD“ (PDF; 1,8 MB), UEK, Schlussbericht, S.133

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Heinrich Häberlin Mitglied im Schweizer Bundesrat
1934–1940
Karl Kobelt