Johannes Benk
Johannes Benk (* 27. Juli 1844 in Wien; † 12. März 1914 in Wien) war ein österreichischer Bildhauer.
Inhaltsverzeichnis |
Leben [Bearbeiten]
Schon der Vater Benks, János Benk, war ein im ornamentalen Fach verdienstlicher Bildhauer. Der um 1812 in Osjek geborene Ungar absolvierte in Wien seine Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste.
Johannes Benk selbst besuchte zuerst die Unterrealschule und erlernte anschließend unter Franz Bauer in Wien und in Dresden bei Ernst Hähnel die Kunst. Er bewies seine künstlerische Begabung bei mehreren Konkurrenzen in der Monumentalplastik, z. B. in seinen Entwürfen zum Denkmal des Flottenkommandanten Tegetthoff, des Tondichters Beethoven und der Kaiserin Maria Theresia, worin er ein richtiges Verständnis für malerische Wirkung und architektonische Verhältnisse zeigte. Schon während des Studiums erhielt er einige Preise wie 1862 den Gundel-Preis oder 1868 den Reichel-Preis.
Mit einem Stipendium ging er 1870–1871 nach Rom und Florenz. Nach seiner Rückkehr 1872 eröffnete er sein eigenes Atelier in Wien. Er zählte bald zu den beliebtesten Bildhauern, so wurde er sehr von Karl Freiherr von Hasenauer sehr geschätzt und unterstützt.
In seinen dekorativen Statuen (mehrere für die Wiener Votivkirche) herrschen ein stilvolles Maß und eine den Anforderungen der Gotik angemessene plastische Ruhe und in seinen kleineren, zum Teil der Antike entlehnten Gruppen eine liebenswürdige, zuweilen weichliche Grazie, z. B. in der reizenden Gruppe: Amor und Psyche, in der Madonna mit Jesus und Johannes und in der Flucht nach Ägypten, die eine überaus wohltuende, harmonische Ruhe zeigt. Für die Waffenhalle des Wiener Arsenals schuf er eine herrliche kolossale Gruppe der Austria zwischen der geistigen und materiellen Kultur. Sein spätes Hauptwerk ist das Deutschmeister-Denkmal an der Wiener Ringstraße.
Ab 1872 war Benk Mitglied der Gesellschaft der bildenden Künstler Wiens, ab 1887 Mitglied der Pensionsgesellschaft bildender Künstler in Wien, 1899–1903 Präsident des Clubs bildender Künstler Alte Welt. 1887 wurde er Ritter des Franz Joseph-Ordens, 1888 erhielt er den Orden der Eisernen Krone III. Klasse.
Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 14 A, Nummer 45). 1924 benannte man die Benkgasse in Wien-Hietzing nach ihm.
Werke (Auszug) [Bearbeiten]
- Bekrönungsfiguren der beiden Hofmuseen „Athene“ und „Helios“
- am Burgtheater die Gegensatzpaare „Liebe und Hass“, „Heroismus und Egoismus“
- am Burgtheater „Demut und Herrschsucht“
- Porträtbüste Kaiser Franz Josephs I. von Österreich, um 1870/80, Stiegenhaus des Heeresgeschichtlichen Museums.[1]
- der figurale Kandelaber „Klytia“ (1887/88), der früher im Stiegenhaus des Burgtheaters stand, jetzt fragmentiert im Österreichischen Theatermuseum
- Kuppelfries des Naturhistorischen Museums (1888)
- Kuppellünetten des Kunsthistorischen Museums (1890)
- Grabmäler von Friedrich von Amerling, Hasenauer, Johann Strauß Sohn am Wiener Zentralfriedhof
- Deutschmeister-Denkmal am Deutschmeisterplatz (1903–1906)
Literatur [Bearbeiten]
- Constantin von Wurzbach: Benk, Johann. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 22. Verlag L. C. Zamarski, Wien 1870, S. 480.
- Benk Johannes. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 1. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1957, S. 69.
- W. Krause: Benk, Johannes. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. 2. überarbeitete Auflage. (online) (kostenpflichtige Registrierung notwendig)
Weblinks [Bearbeiten]
- Eintrag zu Johannes Benk in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (auf AEIOU)
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Ilse Krumpöck: Die Bildwerke im Heeresgeschichtlichen Museum, Wien 2004, S. 24.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Benk, Johannes |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | 27. Juli 1844 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 12. März 1914 |
| STERBEORT | Wien |