Johannes Bureus

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Johannes Bureus, 1627

Johannes Thomae Agrivillensis Bureus (* 15./25. März 1568 in Åkerby; † 22. Oktober 1652 in Bondkyrka; eigentlich: Johan Bure, auch bekannt unter Johannes Buraeus) war ein schwedischer Runenforscher, Mystiker, königlicher Hofarchivar und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten]

Bureus wurde im März 1568 in Åkerby nahe Uppsala als Sohn des lutherischen Pastors Thomas Mattiae und Magdalena Burea geboren.

Er besuchte Schulen in Uppsala und Stockholm und studierte später auch in Deutschland und Italien. 1591 heiratet er Margaretha Mårtensdotter Bång. Von deren Bruder, der am 15. Jänner 1603 wegen Zauberei hingerichtet werden würde, erhielt er in diesem Jahr das von Agrippa übersetzte Buch Arbatel De magia veterum, das sich mit Okkultismus und Magie beschäftigt[1] und begann sich in der Folge ernsthaft für Kabbala und die Rosenkreuzer zu interessieren. Hebräisch hatte er bereits 1584 zu lernen begonnen, es zuvor aber nicht weiter verfolgt.

Bureus’ Zeichnung des Ingvar Runenstein U439, Verbleib unbekannt

In der Gegend von Uppsala waren Runensteine recht häufig aufzufinden. Bureus war von deren Design fasziniert und begann um ca. 1593 mit dem Versuch, diese zu entziffern. 1599 bekam er von König Karl IX. den Auftrag, die Runensteine des Landes zu untersuchen und zu katalogisieren. 1602 veröffentlichte er sein erstes Buch zu seinen Nachforschungen – Monumenta veterum Gothorum in patria, 1611 erschien dann auch ein kleines Büchlein (Runa-ABC-boken), in dem er neben einem von ihm entwickelten Runen-Set auch eine Anleitung zum Lesen der Runen präsentierte. In seinen Büchern über Runensteine sind viele Steine angeführt, die mittlerweile oft in Steinmauern und Bauwerken wiedergefunden werden. Für manche der Steine – wie den U439 – sind diese Bücher jedoch der einzig verbliebene Beweis ihrer früheren Existenz.

1603 wurde Bureus königlicher Hofarchivar und Lehrer der Prinzen Gustav II Adolf und Karl Philipp, wodurch er später auch einen großen Einfluss auf Gustav Adolf hatte, nachdem dieser 1611 zum König geworden war. 1630 übertrug Gustav Adolf Johan Bureus die neu geschaffene Aufgabe des "Riksantikvarie" (Reichsantiquar). Gustav Adolf schuf damit die erste staatliche Denkmalpflege der Welt. Johan Bureus hatte die Aufgabe, Runensteine, Grabhügel und Ruinen zu inventarisieren und für deren Erhalt zu sorgen. Das Amt des „Riksantikvarie“ besteht bis heute. Die gesetzliche Grundlage wurde erst nach Bureus Tod 1666 geschaffen und stellt das älteste Denkmalpflegegesetz der Welt dar.

Werk[Bearbeiten]

  • Monumenta veterum Gothorum in patria, 1602
  • Runa-ABC-boken, 1611
  • Ara Foederis Therapici, 1616
  • FaMa e sCanzIa ReDUX, 1616
  • Monumenta Sveogothica Hactentus Exculpta, 1624
  • Adulruna Rediviva

Literatur[Bearbeiten]

  • Susanna Åkerman: Rose Cross Over The Baltic, 1998, Brill Academic Publishers, 264 Seiten, ISBN 90-04-11030-5
  • Susanna Åkerman: The Gothic Kabbalah: Johannes Bureus, Runic Theosophy and Northern Apocalypticism in The Expulsion Of The Jews - 1492 and after, 1994, Garland, ISBN 0-8153-1681-X
  • Stephen Edred Flowers: Johannes Bureus and Adalruna, 1998, Rûna Raven Press
  • Thomas Karlsson: Adulruna und die gotische Kabbala, 2007, Edition Roter Drache, 144 Seiten, ISBN 978-3939459040

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johannes Bureus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Arbatel De magia veterum