Johannes Fiebag

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Johannes Fiebag (* 14. März 1956 in Northeim; † 11. Oktober 1999) war ein deutscher Schriftsteller, Naturwissenschaftler, Wissenschaftspublizist und Ufologe.

Leben[Bearbeiten]

Er studierte an der Universität Würzburg Geologie, Paläontologie und Physik. Er wurde 1988 in Geologie mit einer Dissertation[1] über den Azuara-Krater promoviert, dessen Mitentdecker er ist[2]. Er publizierte mehrere Abhandlungen über Meteoritenkrater und die Genese von Impaktstrukturen, die in verschiedenen geologischen und planetologischen Fachzeitschriften erschienen sind. Nach dem Studium war er als Geologe im Umweltschutz tätig. Seit 1991 war er freiberuflicher Schriftsteller und Publizist. Im Bereich der Prä-Astronautik/Paläo-SETI-Forschung war er unter anderem als Chefredakteur des Magazines „Ancient Skies“ (später „Sagenhafte Zeiten“), als wissenschaftlicher Berater anderer Grenzwissenschaftsautoren (darunter Erich von Däniken und Rainer Holbe), als freier Mitarbeiter für die Zeitschriften „P.M. Magazin“ und „Hobby“ sowie als Berater für Rainer Holbes "Phantastische Phänomene" und "Unglaubliche Geschichten" tätig.

In seinen Büchern stellt er die These auf, bei den Marienerscheinungen von Fátima könne es sich um einen Kontakt mit außerirdischen UFO-Insassen gehandelt haben, den „Heiligen Gral“ hielt er für eine außerirdische Manna-Maschine, die einst Moses zur Versorgung der Israeliten übergeben und seitdem in der Bundeslade verwahrt wurde; die Templer hätten sie um 1109 in Jerusalem bei Ausgrabungen unter dem Salomonischen Tempel wiederentdeckt.

Andere Werke befassten sich mit sogenannten „Abductions“, den Entführungen durch Außerirdische und sexuelle Kontakte mit UFO-Insassen. Fiebag gehörte zu den Vertretern der von ihm "Paläo-SETI" getauften Prä-Astronautik, die den Besuch Außerirdischer in der Vergangenheit postuliert. Um der Thematik Glaubwürdigkeit zu verschaffen, lud er Wissenschaftler wie Francis Crick, den Astrophysiker Fred Hoyle, den Philosophen Pascal Schievella oder den Physiker und Ufologen James Deardorff ein, Beiträge für seine Anthologie „Aus den Tiefen des Alls“ zu verfassen, die allerdings schon dadurch umstritten war, dass sie im rechtsextremistischen Hohenrain-Verlag erschien. Trotz heftiger Kritik scheute sich Fiebag nicht, auch zwei weitere Werke in diesem Verlag zu veröffentlichen. Seine Werke wurden in 18 Sprachen übersetzt.

„In Anerkennung seiner objektiv-kritischen Untersuchungen“ wurde Johannes Fiebag im Jahr 1996 zusammen mit seinem Bruder Peter Fiebag mit dem für Leistungen auf dem Gebiet der Parawissenschaften verliehenen Dr.-A.-Hedri-Preis der inzwischen aufgelösten Schweizer Hedri-Stiftung ausgezeichnet.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Rätsel der Menschheit. John Fisch Verlag, Luxembourg 1982.
  • 13.10.1917. Es geschah in Fatima. Edition GIE, Grabert-Verlag, Tübingen 1985.
  • Die geheime Botschaft von Fatima. Was geschah 1917 in Portugal wirklich? Edition GIE, Tübingen 1986.
  • Zur Geologie der Azuara-Struktur (NE-Spanien). Kartierung im Gebiet zwischen Herrera de los Navarros und Aladrén und süd-östlich von Almonacid de la Cuba sowie spezielle Untersuchungen der Breccien und Breccien-Gänge vor dem Hintergrund einer Impaktgenese der Azuara-Struktur. Dissertation Würzburg 1988.
  • Die Anderen. Herbig-Verlag, München 1993.
  • Kontakt. Herbig-Verlag, München 1994.
  • Sternentore., Herbig-Verlag, München 1996.
  • Das UFO-Syndrom. Knaur-Verlag, München 1996. (als Herausgeber)
  • Mission Pathfinder. ECON Verlag GmbH, Düsseldorf 1997.
  • Mars. Planet des Lebens. ECON Verlag GmbH, Düsseldorf 1996. ISBN 3-430-12790-4 (zusammen mit Torsten Sasse)
  • Von Aliens entführt. Ullstein-Verlag, Berlin 1998.
  • Besucher aus dem Nichts. Ullstein, Berlin 1998.
  • Das Gralsgeheimnis. Herbig-Verlag, München 2006.

Mitwirkung:

  • Die Entdeckung des Heiligen Grals, John Fisch Verlag, Luxemburg 1983; Goldmann-Verlag, München 1989.
  • Aus den Tiefen des Alls, Hohenrain Verlag GmbH, Tübingen, Bern, Paris 1985; Ullstein-Verlag, Berlin 1995.
  • Himmelszeichen. Goldmann-Verlag, München 1992.
  • Gesandte des Alls. Selbstverlag 1993. (gemeinsam mit Hans-Werner Sachmann)
  • Zeichen am Himmel. Ullstein-Verlag, Berlin 1995.
  • Die Ewigkeitsmaschine. Herbig-Verlag, München 1998.
  • Artus, Avalon und der Gral. Tosa-Verlag, Wien 2001.

Literatur[Bearbeiten]

  • Sven Näther (Hrsg.): Johannes Fiebag. In den Augen der Anderen. Edition Näther, Wilhelmshorst 2000, ISBN 3-934858-00-7.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zur Geologie der Azuara-Struktur (NE-Spanien). Kartierung im Gebiet zwischen Herrera de los Navarros und Aladrén und süd-östlich von Almonacid de la Cuba sowie spezielle Untersuchungen der Breccien und Breccien-Gänge vor dem Hintergrund einer Impaktgenese der Azuara-Struktur. Dissertation Würzburg 1988.
  2. K. Ernstson, W. Hamman, J. Fiebag, G. Graup: Evidence of an impact origin for the Azuara structure (Spain). – Earth and Planetary Science Letters (EPSL), 74, S. 361-370, 1985.