Johannes Gutenberg-Universität Mainz

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Johannes Gutenberg-Universität Mainz
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Motto Ut omnes unum sint
„Dass alle eins seien“
Gründung 1477
Ort Mainz,
Germersheim (Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft)
Bundesland Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Präsident Georg Krausch
Studenten 37.039 (WS 2012/13)[1]
Mitarbeiter 5551 (2012)[2]
davon Professoren 529 (2012)'[3]
Website www.uni-mainz.de

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) ist eine Universität in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. Mit rund 37.000 Studenten an etwa 150 Instituten und Kliniken gehört sie zu den zwölf größten Universitäten in Deutschland

Seit einer Strukturreform zum 1. September 2010 ist die Universität in zehn Fachbereiche gegliedert. Die JGU wurde nach dem Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, Johannes Gutenberg, benannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Siegel der Universität und Wappen des Kurfürsten Diether von Isenburg, Briefmarke von 1977

1477–1823[Bearbeiten]

Domus Universitatis

Die erste Mainzer Universität geht auf den Mainzer Erzbischof, Kurfürst und Reichserzkanzler Adolf II. von Nassau zurück. Die Gründung einer Universität musste damals vom Papst approbiert werden und Adolf II. hatte einen entsprechenden Genehmigungsprozess während seiner Amtszeit in die Wege geleitet. Papst Sixtus IV. genehmigte am 23. November 1476 die Errichtung der Hochschule.[4] Eröffnet wurde die Universität aber erst 1477 von Adolfs Nachfolger auf dem Bischofsthron Diether von Isenburg.

Als der Neubau des Universitätsgebäudes 1615 bis 1618 erfolgte,[5] war die Universität unter der Leitung des Jesuitenordens.

Kurfürst und Erzbischof Friedrich von Erthal (1719–1802) versuchte, die Universität zu reformieren. Um die finanzielle Situation der Universität zu verbessern, löste er 1781 die Mainzer Klöster Altmünster, Reichklara und Kartause auf und übergab das Klostervermögen der Universität. 1790 kam es zum Mainzer Knotenaufstand, als von den Studenten provozierte Handwerker die Studenten und Organe der Universität angriffen. In den Wirren nach der Gründung der Mainzer Republik 1792 und deren Niederschlagung durch die Preußen kam es zu einem allmählichen Erliegen des Lehrbetriebs. 1798 wurde die Universität unter französischer Herrschaft offiziell aufgehoben. Lediglich eine Grande école in Form einer École spéciale de médecine sollte beibehalten werden. So fanden bis 1823 in der medizinischen Fakultät noch Vorlesungen statt.[6]

(Wieder-)Gründung 1946[Bearbeiten]

Die heute existierende Johannes Gutenberg-Universität Mainz wurde 1946 von der französischen Besatzungsmacht gegründet. Raymond Schmittlein, Leiter der Kultur- und Erziehungsabteilung der französischen Militärregierung, war einer der maßgeblichen Betreiber dieser Wiederbegründung. Durch das Dekret der französischen Militärregierung am 1. März wurde die Kontinuität der Mainzer Universität impliziert: Die Universität wurde „ermächtigt, ihre Tätigkeit wieder aufzunehmen“. Als erste Universitätsgebäude dienten die auch heute noch in Gebrauch befindlichen Reste einer Luftwaffenkaserne, die 1938 nach der Remilitarisierung des Rheinlandes während der Zeit des Nationalsozialismus errichtet worden war. Am 15. Mai 1946 nahm die nun „Johannes Gutenberg-Universität Mainz“ genannte Hochschule unter dem Leitspruch „Ut omnes unum sint – Dass alle eins seien“ (Joh 17,21 EU) den Lehrbetrieb auf.

Kontinuitätsfrage[Bearbeiten]

Die Kontinuität zwischen Alter Universität und Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist wegen der Unterbrechung des Lehrbetriebes von über 100 Jahren strittig. Mit der Gründungsurkunde, in der ausdrücklich die Wiederaufnahme der Tätigkeit gestattet wird, begründete der Generalverwalter der französischen Militärregierung in Baden-Baden die umstrittene Kontinuität der Mainzer Universität. Begründet wird die Kontinuität besonders damit, dass die alte Universität nie förmlich aufgelöst wurde und weil der 1781 gegründete Mainzer Universitätsfonds von staatlicher Seite stets als Universitätsvermögen anerkannt wurde.[7] Die Stiftung Mainzer Universitätsfonds, deren Erträge in vollem Umfang an die Johannes Gutenberg-Universität in Mainz fließen, umfasst bis heute Wohnungen, Häuser und Erbbaurechte sowie 850 ha landwirtschaftliche Nutzfläche in Form von Ackerland und Weinbergen. Damit gehört die Stiftung zu den bedeutendsten Großgrundbesitzern in Rheinland-Pfalz.[8] Lediglich das Priesterseminar und eine Hebammenlehranstalt bestanden in der Zeit bis zur Wiedereröffnung fort.

Nach 1946[Bearbeiten]

Altes Logo

Im Jahr 1950 wurde des Forschungsinstituts für Wirtschaftspolitik gegründet. Seit der Wiedereröffnung der Universität widmete sich Fritz Straßmann dem Aufbau des Instituts für Chemie und des MPI für Chemie, das aus dem Umzug des vormaligen Kaiser-Wilhelm-Instituts für Chemie in Berlin nach Mainz entstand. 1956 wurde das MPI für Chemie von Otto Hahn eingeweiht. 1967 nahm Otto Hahn den Forschungsreaktor Mainz in Betrieb, der als Forschungsneutronenquelle dient. 1972 schlug sich die Wirkung der 68er Studentenproteste auch in der Struktur der Universität Mainz nieder. Die Fakultäten wurden aufgehoben und die Universität in Fachbereiche gegliedert. 1973 wurde im Zuge der Hochschulreform und der Neugliederung der Universität in Fachbereiche das Auslands- und Dolmetscherinstitut Germersheim sowie die Hochschulinstitute für Kunst, Musik und Leibesübungen in die Universität eingegliedert. 1974 wurde schließlich Peter Schneider zum ersten Präsidenten der nun als „verfasste Gruppenuniversität“ organisierten Hochschule gewählt. 1979 wurde die erste Beschleunigerstufe des Elektronen-Beschleuniger MAMI (Mainzer Mikrotron) am Institut für Kernphysik in Betrieb genommen, nachdem vier Jahre zuvor die Entstehung eines solchen Rennbahn-Mikrotrons auf dem Campus der Universität beschlossen wurde. 1990 wurde die Stufe B des Elektronen-Beschleuniger MAMI (Mainzer Mikrotron) nach zehnjähriger Umbau- und Entwicklungszeit in Betrieb genommen. 1990 wurde Jürgen Zöllner Präsident, er blieb jedoch nur ein Jahr im Amt und wurde dann Minister für Wissenschaft und Weiterbildung des Landes Rheinland-Pfalz. Als Koordinator der SPD für Hochschulpolitik spielte der beurlaubte Professor des Institutes für Physiologische Chemie eine entscheidende Rolle in der Hochschulpolitik der SPD und bei der Entwicklung der Studienkonten. 2002 wurde die Johannes Gutenberg-Universität Mainz für ihre besonderen Reformergebnisse als „Best-Practice-Hochschule“ durch das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) ausgezeichnet. Im Jahr 2004 kam die Universität durch die europäischen und amerikanischen Marsmissionen Mars Express/Beagle 2 und Opportunity/Spirit in die Schlagzeilen, da zwei der wichtigsten Analysegeräte an Bord aus Mainz stammten. Das APXS (Alpha Particle X-Ray Spectrometer) wurde vom MPI für Chemie in Mainz auf dem Campusgelände der Universität und das MIMOS II (Miniaturisiertes Mößbauer-Spektrometer) an der Johannes Gutenberg-Universität entwickelt. Seit einer Strukturreform zum 1. Januar 2005 ist die Universität in elf Fachbereichen organisiert. 2006 wurden im Rahmen der 60-Jahr-Feier zur Wiedereröffnung der Universität erstmals goldene Promotionsurkunden an die noch lebenden Promovenden der Jahre 1947 bis 1956 verliehen. Die allererste Promovendin war eine Zoologin, die bei Wolfgang von Buddenbrock promovierte. Weiterhin wurde die aktuelle vierte Stufe C des Elektronen-Beschleunigers MAMI (Mainzer Mikrotron) nach mehrjähriger Umbau- und Entwicklungszeit am Institut für Kernphysik für Experimente in Betrieb genommen.

Gegenwart[Bearbeiten]

Das Forum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Januar 2006

Allgemeines[Bearbeiten]

Heute hat die Johannes Gutenberg-Universität Mainz rund 37.000 Studenten und besteht aus mehr als 150 Instituten und Kliniken.

Beim Erasmus-Studentenaustausch stand die Universität 2007 an erster Stelle, belegt seitdem bezüglich der absoluten Zahl der Austauschstudierenden im bundesweiten Vergleich deutscher Hochschulen Spitzenplätze[9] und hat mit 15 % nach eigenen Angaben den höchsten Anteil ausländischer Studenten. Sie erhielt mehrfach das Europäische Qualitätssiegel für besondere Verdienste im Erasmus-Programm.[10]

Das Fächerspektrum ist fast vollständig, es fehlen lediglich die technischen Fächer, die Tiermedizin und Ernährungswissenschaften. Stattdessen kann man Buchwissenschaft, Sportwissenschaft, Anthropologie, Musik, Bildende Kunst sowie Theater- und Filmwissenschaft studieren. Die Fächervielfalt resultiert in einer Vielzahl von Hochschulgruppen, vom Debattierclub über studentische Unternehmensberatungen bis Unterwasserrugby.

Für Seniorstudenten, Gasthörer und Studenten von Aufbaustudiengängen fallen bereits jetzt Studiengebühren an. Vom Ministerium für Wissenschaft und Weiterbildung wurden die von Prof. Zöllner mitentwickelten Studienkonten bereits im Wintersemester 2004/2005 eingeführt. Bei Überziehen des Studienkontos fallen in der Übergangszeit pauschal Studiengebühren von 650 Euro pro überzogenem Semester an. Die Studienkonten erlauben ein kostenfreies Erststudium innerhalb des 1,75-Fachen der Regelstudienzeit. In einem zweiten Schritt sollen die Konten zukünftig nach tatsächlich „verbrauchten“ Studienzeiten abgebucht werden. Ob der enorme Verwaltungsaufwand zur tatsächlichen Verbesserung der Studienbedingungen führt, ist nach wie vor umstritten. Messbarer Erfolg ist ähnlich wie bei der Einführung von Langzeitstudiengebühren in anderen Bundesländern der Rückgang der nominell eingeschriebenen Studenten. Ob durch die Maßnahme tatsächlich weniger Lehrleistung an der Universität abgefragt wird, oder letztlich nur Karteileichen aus den Akten des Studierendensekretariates entfernt werden, ist durch die dezentrale Organisation der universitären Lehre nicht nachweisbar.

Mit dem Thema „Zeit Reise“ ist die Universität Veranstaltungspartner der Stadt Mainz zum Treffpunkt der Wissenschaft im Wissenschaftsjahr 2009.

Seit 2008 ist die Chefredaktion des Management International Review an der Johannes Gutenberg-Universität beheimatet.

Fachbereiche[Bearbeiten]

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist seit dem 1. September 2010 in zehn Fachbereiche gegliedert.

Blick aus dem Institut für Informatik auf den Fachbereich Chemie
  1. Katholische Theologie und Evangelische Theologie
  2. Sozialwissenschaften, Medien und Sport
  3. Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
  4. Universitätsmedizin
  5. Philosophie und Philologie
  6. Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft
  7. Geschichts- und Kulturwissenschaften
  8. Physik, Mathematik und Informatik
  9. Chemie, Pharmazie und Geowissenschaften
  10. Biologie

Dazu kommen die Hochschule für Musik und die Kunsthochschule, die als eigenständige künstlerische Hochschulen Teil der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sind.[11]

Studierendenparlament[Bearbeiten]

Das Studierendenparlament der Johannes Gutenberg-Universität setzt sich aus 35 Studierenden zusammen, die einmal im Jahr von und aus der Studierendenschaft heraus gewählt werden. Dem Studierendenparlament liegt das Haushaltsrecht über die Finanzen der Verfassten Studierendenschaft inne. Dieser Haushalt umfasst etwa 21 Millionen Euro und wird vor allem zur Finanzierung des Semestertickets verwendet. Darüber hinaus fasst das Studierendenparlament beschlüsse politischer und anderweitig inhaltlicher Art um die Studierendenschaft gegenüber der Öffentlichkeit oder anderen Organen der Universität zu vertreten. Außerdem erfüllt das Studierendenparlament die Aufgabe der parlamentarischen Kontrolle des Allgemeinen Studierendenausschuss in Form von Anfragen durch die Fraktionen. Auch werden die Mitglieder des Allgemeinen Studierendenausschuss sowie der ständigen Ausschüsse der Verfassten Studierendenschaft vom Studierendenparlament gewählt. Diese sind:

  • der Haushaltsausschuss
  • der Revisionsausschuss
  • der Satzungs- und Wahlausschuss
  • der Wahlausschuss

Die letzte Wahl zum Studierendenparlament fand vom 3. bis 6. Juni 2014 statt.

Jahr JuSo-Hochschulgruppe RCDS CampusGrün kritische Linke LHG SDS PIRATEN Uni Mainz Rosa Liste Gesamt
2013/14 13 9 9 1 1 1 1 - 35
2014/15 11 8 10 1 3 0 1 1 35

Allgemeiner Studierendenausschuss[Bearbeiten]

Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) der Johannes Gutenberg-Universität wurde, von späteren Nachwahlen einzelner Personen abgesehen, auf der Konstituierenden Sitzung des Studierendenparlaments vom 2. bis 5. Juli gewählt. Eine Ausnahme bilden die Mitglieder der Autonomen Referate, die ihrerseits von Personen aus den betroffenen Gruppen innerhalb der Studierendenschaft gewählt werden. Der AStA setzt sich aus dem Vorsitzenden, dessen Stellvertretung sowie Referenten und Referentinnen in diesen Arbeitsbereichen zusammen:

  • Finanzen
  • Hochschulpolitik
  • Kultur
  • Ökologie
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • politische Bildung
  • Studierendenwerk
  • Soziales
  • Verkehr

Exzellenzinitiative[Bearbeiten]

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz war eine von 39 Universitäten, die sich in der Exzellenzinitiative des Bundes beworben hatten.[12] Zwar war das Zukunftskonzept „The Gutenberg Spirit: Moving Minds - Crossing Boundaries“ in der Initiative nicht erfolgreich, der Exzellenzcluster „Precision Physics, Fundamental Interactions and Structure of Matter“ (PRISMA) und die Graduiertenschule „Materials Science in Mainz“ (MAINZ) bekamen jedoch Fördermittel in Höhe von 50 Millionen Euro bewilligt.[13]

Rankings und akademische Reputation[Bearbeiten]

Im Shanghai Academic Ranking of World Universities (ARWU) wurde die Universität Mainz 2013 im Vergleich der Universitäten (Academic Ranking of World Universities) auf den 12. Platz in Deutschland gewählt.[14] Im Leiden Ranking 2013 befindet sich die Universität Mainz in allen Kategorien unter den zwanzig besten Universitäten in Deutschland.[15]

Im QS World University Rankings 2014 wird die Universität Mainz in den Fächern Physik, Chemie und Pharmazie zu den besten 101-150 Universitäten der Welt gerechnet.[16] Im Gesamtbereich Naturwissenschaften steht sie weltweit auf Rang 124 (2013).[17]

Im CHE-Hochschulranking 2014 belegte die Universität Mainz im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften in Deutschland insgesamt den fünften Platz. In 4 von 5 Kategorien wurden Spitzenpositionen erreicht. Bezüglich der Studienbedingungen liegt die Universität Mainz auf dem ersten Platz in Deutschland.[18][19] Mit Isabel Schnabel ist die Universität zudem im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung seit 2014 vertreten, wie bereits bis 2012 mit Beatrice Weder di Mauro.

2012 gehörte die Universität zu den Gründern der German U15, fünfzehn großen forschungsorientierten und medizinführenden Universitäten in Deutschland, die gemeinsam ihre Interessen in diesem Bereich wahrnehmen wollen.[20]

Besonderheiten[Bearbeiten]

Campusuniversität[Bearbeiten]

Die Gutenberg-Statue auf dem Forum der Universität im März 2006

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist eine Campus-Universität. Beinahe alle Institute und Einrichtungen sind auf einem ehemaligen Kasernengelände im Südwesten der Stadt untergebracht.

Außerhalb des Campusgeländes befinden sich die Universitätsklinik sowie der 1973 eingegliederte Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaften mit Sitz in Germersheim (vormals Auslands- und Dolmetscherinstitut Germersheim). Verschiedene kleinere Institute und Einrichtungen sind aus unterschiedlichen Gründen außerhalb des Campus untergebracht. So hat das Journalistische Seminar seinen Sitz in der „alten Universität“ neben dem Mainzer Theater. Das Institut für Vor- und Frühgeschichte ist samt Bibliothek in einem historischen Gebäude am Schillerplatz untergebracht. Auch die Studiengänge Filmwissenschaft und Mediendramaturgie, sowie die medienpraktischen Veranstaltungen der Publizistik, aber auch das Fernsehprojekt CampusTV sind nicht auf dem Campus untergebracht, sondern mit Videothek und Bibliothek im Medienhaus in der Wallstraße. Seit 2009 befindet sich das Institut für Psychologie zusammen mit der Poliklinischen Institutsambulanz für Psychotherapie in einem Gebäudekomplex in der Binger Straße, bzw. in der Wallstraße.

Auf dem Universitätsgelände befinden sich außerdem der Elektronenbeschleuniger MAMI und der Forschungsreaktor Mainz, der botanische Garten sowie ein Sportstadion samt Hallenbad.[21] Einmalig in der bundesdeutschen Hochschullandschaft ist die Integration der Hochschule für Musik, der Kunsthochschule und des Sports in eine Universität. Hierzu gehört auch die Integration von Katholischer Theologie und Evangelischer Theologie in einem Fachbereich, jedoch bilden die beiden Fächer weitgehend eigenständig agierende „Fakultäten“.[22]

Neben der Universität sind auf dem Campus auch das Max-Planck-Institut für Chemie und das Max-Planck-Institut für Polymerforschung untergebracht. In direkter Nachbarschaft zum Universitätscampus befindet sich ein Campus der Hochschule Mainz.

Bibliotheken[Bearbeiten]

Die Universität Mainz verfügt über eine Zentralbibliothek, sechs fachbereichs- bzw. fakultätsübergreifende Bereichsbibliotheken sowie etwa 30 Fachbereichs(teil)bibliotheken als dezentrale Präsenzbibliotheken und eine Frauenbibliothek, die von den Studenten selbst verwaltet wird. Der Bestand umfasst derzeit etwa 4 Millionen Medien.

Internet-TV-Programm[Bearbeiten]

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz kann seit 2007 eine weitere Besonderheit in der deutschen Unilandschaft aufbieten: Sie ist die erste Universität, die ein Internet-TV-Programm produziert, das ausschließlich Service bieten will. Dieses ist auf Studenten zugeschnitten, die neu an der Universität studieren, und nennt sich ersti.tv. Das Projekt wird von einer studentischen Initiative betrieben.

Supercomputer Mogon[Bearbeiten]

Im Jahr 2012 wurde der Supercomputer „Mogon“ in Betrieb genommen. Mit einer Leistung von 287 TFlops gehört Mogon zu den leistungsstärksten Computern der Welt. Er belegt im weltweiten Ranking Platz 264 und deutschlandweit Platz 6 der schnellsten Computer. Vorrangig wird er für die Fachbereiche Physik, Mathematik, Biologie, Medizin und Geowissenschaften genutzt.[23][24]

Debattierclub[Bearbeiten]

Seit 2002 existiert der Debattierclub Johannes Gutenberg (DCJG) der Universität. Er zählt heute zu den größten und erfolgreichsten deutschsprachigen Debattierclubs. Es gelang dem DCJG zweimal den Titel des Deutschen Meisters und viermal den des Deutschen Vizemeisters zu gewinnen. Damit ist er der bislang erfolgreichste Club bei der Deutschen Debattiermeisterschaft.

Elektronische Klausuren[Bearbeiten]

Die Universität Mainz gehörte zu den ersten Universitäten in Deutschland, welche seit dem Jahr 2004 die elektronische Klausur („E-Klausur“) einführten, und gilt bundesweit als Vorreiter auf diesem Gebiet. Mittlerweile werden 25 % aller Klausuren elektronisch geschrieben.[25][26]

Internationale Studiengänge[Bearbeiten]

An der Johannes Gutenberg-Universität gibt es mehrere internationale integrierte Studiengänge, bei denen neben dem Erwerb des deutschen Studienabschlusses auch mindestens ein ausländischer Abschluss vergeben wird. Schwerpunktmäßig sind die binationalen Studiengänge Mainz-Dijon in den Geistes- und Kulturwissenschaften,[27] der trinationale Master in European Studies[28] und die Beteiligung der Mainzer Universität am Joint Degree Programme „Sociolinguistics and Multilingualism“[29] zu nennen.

Schreibweise[Bearbeiten]

Gemäß § 50 der amtlichen Regelung der deutschen Rechtschreibung wäre der Name der Universität mit zwei Bindestrichen zu schreiben: Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Für diese Hochschule wurde aber – abweichend davon – die Schreibweise mit nur einem Bindestrich amtlich festgelegt: Johannes Gutenberg-Universität Mainz. So wird sie u. a. auch im Hochschulgesetz des Landes Rheinland-Pfalz, § 1(2), bezeichnet.

Rektoren und Präsidenten[Bearbeiten]

Rektoren (1946–1974)[Bearbeiten]

Prorektoren (1946–1974)[Bearbeiten]

  • Adalbert Erler (1946–1947)
  • Walter Schätzel (1948–1949)
  • August Reatz (1949–1951)
  • Franz Dirlmeier (1951–1952)
  • Hellmut Isele (1952–1953)
  • Adolf Dabelow (1953–1954)
  • Friedrich Delekat (1958–1959)
  • Karl Schwantag (1959–1960)
  • Kurt Voit (1960–1961)
  • Walter Marg (1961–1962)
  • Horst Falke (1962–1963)
  • Martin Schmidt (1963–1964)
  • Johannes Bärmann (1964–1965)
  • Hans Leicher (1965–1966)
  • Gerhard Funke (1966–1967)
  • Hans Rohrbach (1967–1968)
  • Adolf Adam (1968–1969)
  • Manfred Mezger (1969–1970)
  • Peter Beckmann (1970–1974)

Präsidenten (seit 1974)[Bearbeiten]

Vizepräsidenten (seit 1974)[Bearbeiten]

  • Peter Beckmann (1974–1977)
  • Uwe Wollert (1974–1980)
  • Karlheinz Rothausen (1977–1980)
  • Klaus Beyermann (1980–1983)
  • Ludger Schenke (1980–1985)
  • Klaus Pörtl (1985–1990)
  • Jürgen Zöllner (1983–1990)
  • Dagmar Eissner (1990–1995)
  • Josef Reiter (1990–1991)
  • Jörg Friedrich (1992–1995)
  • Michael Loos (1995–2000)
  • Renate von Bardeleben (1995–1998)
  • Ulrich Druwe (1998–2002)
  • Johannes Preuß (Forschung, 2006–2009)
  • Jürgen Oldenstein (Lehre, 2002–2010)
  • Ulrich Förstermann (Forschung, 2009–2013)
  • Mechthild Dreyer (Lehre, seit 2010)
  • Wolfgang Hofmeister (Forschung, seit 01.04.2013)

Bekannte Persönlichkeiten (nach Geburtsjahr)[Bearbeiten]

Bis 1900[Bearbeiten]

Zwischen 1900 und 1945[Bearbeiten]

Seit 1946[Bearbeiten]

Geehrte Persönlichkeiten der Universität[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Universität Mainz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66-113 (abgerufen am 3. November 2013)
  2. Statistik Rheinland-Pfalz: [1] (PDF; 1,73 MB). Abgerufen: 11. Juni 2014.
  3. Broschüre der Universität[2] (PDF; 3,57 MB). Abgerufen 11. Juni 2014.
  4. Retro-Bibliothek: Mainz (Erzstift). In: Meyers Konversationslexikon.
  5. Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Band 2.2., S. 120.
  6. Statut concernant la division de l’universite en academies, et les villes qui en seront les chefs-lieux, 18 octobre 1808 (PDF; 36 kB)
  7. Stiftung Mainzer Universitätsfonds: 225 Jahre Stiftung Mainzer Universitätfonds, 2006, Festschrift (PDF, 6 MB), besonders ab S. 40.
  8. Stiftung Mainzer Universitätsfonds: Die Stiftung Mainzer Universitätsfonds.
  9. Uni-Mainz.de: International: Universität Mainz belegt bundesweit 1. und 2. Plätze beim ERASMUS-Studierendenaustausch!
  10. http://www.uni-mainz.de/studium/3366_DEU_HTML.php
  11. „Mit Novellierung des Hochschulgesetzes im Herbst 2010 wurde die Akademie aus der Fachbereichsgliederung der Universität herausgelöst und zur Kunsthochschule Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität umgetauft.“ (http://www.afbk-mainz.de/content/akademie/historie.html, 26. Oktober 2010).
  12. Exzellenzinitiative für Spitzenforschung an Hochschulen: Die Gewinner stehen fest
  13. Pressemitteilung der Universität: JGU hat in der Exzellenzinitiative erfolgreich abgeschnitten: Exzellenzcluster und Graduiertenschule bewilligt
  14. Shanghai Academic Ranking of World Universities: Academic Ranking of World Universities 2013. Abgerufen am 12. Mai 2014
  15. Kooperation International: Universität Mainz erreicht gute Platzierungen bei globalen Universitäts-Vergleichen (13. November 2013). Redaktion: Verein Deutscher Ingenieure
  16. QS World University Rankings: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Rankings, abgerufen am 8. Juli 2014
  17. QS World University Rankings: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Gesamtranking, abgerufen am 8. Juli 2014
  18. Westfälische Nachrichten: Uni-Ranking: Mainz und Friedrichshafen bei Wirtschaft gut, vom 5. Mai 2014
  19. CHE Hochschulranking 2014/15 bei Zeit-Online, abgerufen am 6. Mai 2014
  20. Die Welt: "German U15" werben für deutsche Hochschulen, vom 12. Oktober 2012
  21. K. Blaum, K. Eberhardt, G. Hampel, W. Heil, J. Kratz, W. Nörtershäuser. Forschung mit Neutronen in Chemie und Physik am TRIGA Mainz (PDF; 487 kB), Natur und Geist 24, 65, 2008.
  22. http://www.uni-mainz.de/fachbereiche/1753.php, abgelesen am 23. Oktober 2010.
  23. Heise online: Supercomputer Mogon an der Uni Mainz eingeweiht, vom 4. Juni 2012
  24. Mogon in den Top500, abgerufen am 17. November 2014
  25. Der Spiegel: Uni-Klausuren am PC: Klick, klick. Error, vom 9. Juli 2014
  26. Frankfurter Allgemeine Zeitung: Uni-Klausuren am Computer Geklickt, getippt, bestanden, vom 7. Mai 2014
  27. Uni-Mainz.de: Binationale Studiengänge Mainz-Dijon, abgerufen am 28. März 2014
  28. Uni-Mainz.de: Master of Arts in European Studies, abgerufen am 28. März 2014
  29. Uni-Mainz.de: Master of Sociolinguistics and Multilingualism, abgerufen am 28. März 2014

49.9930555555568.2416666666667Koordinaten: 49° 59′ 35″ N, 8° 14′ 30″ O