Johannes Justus Rein

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Johannes Justus Rein (* 27. Januar 1835 in Raunheim; † 23. Januar 1918 in Bonn) war ein deutscher Geograph und Japanologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Als das preußische Handelsministerium 1873 einen "technisch hochgebildeten Sachverständigen" suchte, der die traditionelle japanische Industrie untersuchen sollte, fiel die Wahl auf den Frankfurter Gewerbelehrer Johannes Justus Rein.

Ziel war die Erforschung der Anfertigung von japanischen Produkte, wie Email, Lackarbeiten, Lederpapier, Porzellanen, gefärbten Geweben und Bronzearbeiten.

Rein hatte in Gießen Botanik und Chemie studiert und war dann Lehrer in Frankfurt, Dorpat und auf den Bermudas gewesen und hatte England besucht.

Im Oktober 1873 reiste er nach Japan aus. Während seines Japan-Aufenthaltes unternahm er insgesamt acht Forschungsreisen von durchschnittlich jeweils zweimonatiger Dauer. Für die Berliner Cloissonné-Fabrik von Ravené und Süssmann in Berlin warb Rein japanische Arbeiter an. Weiter stellte er in Deutschland Versuche mit dem Anbau japanischer Maulbeerbäume (zur Papiergewinnung) und Lackbäume an. Konkrete Erfolge scheinen jedoch ausgeblieben zu sein.

1876 wurde Rein auf den Lehrstuhl für Geographie der Universität Marburg berufen. 1883 wechselte er als Nachfolger des China-Experten Ferdinand von Richthofen, der allerdings auch schon zweimal in Japan geforscht hatte, an die Universität Bonn.

Der Abschlussbericht von Reins Japanreise, die beiden Bände Japan nach Reisen und Studien im Auftrage der Königlich Preussischen Regierung, waren 1881 bzw. 1886 auf Deutsch und 1883/84 und 1889 in Großbritannien und den USA auf Englisch erschienen. Die deutsche Version des ersten Bandes wurde 1905 sogar neu aufgelegt. Die Bedeutung von Reins Werk kann man daran ermessen, dass es bis in die 1920er Jahre, also ein halbes Jahrhundert nach Reins Forschungsreise, immer noch als Standard-Literatur zu traditionellen japanischen Technologien galt.

Werke[Bearbeiten]

2. Auflage des 1. Bandes, Engelmann, Leipzig 1905.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Johannes Justus Rein – Quellen und Volltexte