Johannes Müller (Elmau)

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Johannes Müller (* 19. April 1864 in Riesa; † 4. Januar 1949 in Elmau) war ein protestantischer Theologe.

Müller lebte als Jugendlicher bei seinen Großeltern in Dresden, wo er das königliche Gymnasium besuchte. Ab 1884 studierte er Theologie und Philosophie in Leipzig und Erlangen. 1890 promovierte er zum Doktor der Philosophie. Ab 1897 gab er 43 Jahre lang die Grünen Blätter heraus. Seine ausgedehnte Vortragstätigkeit und seine zahlreichen Aufsätze widmeten sich zunächst der Judenmission, später den „entkirchlichten Gebildeten“.

1891 ging Johannes Müller eine erste kurze kinderlose Ehe ein. 1892 schloss er mit Marianne Fiedler seine zweite Ehe. Von 1903 bis 1914 wirkte er auf Schloss Mainberg bei Schweinfurt, das ihm von dem Industriellen Alexander Erbslöh als Wirkungsstätte zur Verfügung gestellt worden war. Nach dem Tod seiner Frau heiratete er 1905 Irene Sattler.

1912 erwarb Müller das Einödanwesen Elmau bei Garmisch. 1916 gelangen Bau und Eröffnung von Schloss Elmau mit wesentlicher finanzieller Unterstützung von Elsa von Michael, geb. Haniel. Hier leitete er eine „Freistätte persönlichen Lebens“, um dem „Menschen von heute“ zu einem Leben verhelfen zu können, das seinem Wesen entspricht und im Sinne der Ethik Jesu geführt wird.

1917 wurde ihm auf Vorschlag von Adolf von Harnack die Ehrendoktorwürde der theologischen Fakultät der Universität Berlin verliehen. Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte Müller eine rege Vortragstätigkeit unter anderem in Norwegen, Schweden, Ungarn, den Niederlanden und Dänemark. Seine anfängliche Sympathie für den Nationalsozialismus wandelte sich später zunehmend in Gegnerschaft, da er den Rassenwahn und Antisemitismus ablehnte. Johannes Müller starb 84-jährig am 4. Januar 1949. Er hinterließ elf Kinder. Seine Nachkommen tragen in der Regel den Namen Müller-Elmau.

[Bearbeiten] Literatur

  • Hermann Bahr: Johannes Müller. Neue Freie Presse, (1912) #17116, Morgenblatt, 1-3. (18. April 1912) Text Erneut in: Inventur. Berlin: S. Fischer 1912, 81-87.
  • Harald Haury: Von Riesa nach Schloß Elmau. Johannes Müller (1864 - 1949) als Prophet, Unternehmer und Seelenführer eines völkisch naturfrommen Protestantismus (Religiöse Kulturen der Moderne Bd. 11), Gütersloh 2005 ISBN 3-579-02612-7
  • Harald Haury: Dr. Johannes Müller - Theologe, Publizist und Lebensberater auf Schloss Mainberg, in: Thomas Horling - Uwe Müller (Hg.), Fürsten & Industrielle. Schloss Mainberg in acht Jahrhunderten (Veröffentlichungen des Historischen Vereins Schweinfurt N. F. Bd. 8 - Mainfränkische Studien Bd. 80), Schweinfurt 2011, Seite 349-368, ISBN 978-3-88778-360-0
  • Anton Fendrich: Mainberg. Aufzeichnungen aus zwei Welten. München: C. H. Beck 1922.

[Bearbeiten] Weblinks

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