Johannes der Presbyter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Johannes der Presbyter (griech. ὁ πρεσβύτερος, wörtlich: der Ältere; als Amt: der Älteste) (* um 60; † nach 130) war eine bedeutende Persönlichkeit in der frühen christlichen Kirche. Er wirkte in Kleinasien (Region Ephesus).

Zur Person[Bearbeiten]

Papias von Hierapolis berichtete (um 130 n. Chr.), dass er Johannes den Presbyter als eine wichtige kirchliche Autorität erachtete:

Wenn aber irgendjemand kam, der den Presbytern nachgefolgt war, erkundigte ich mich nach den Berichten der Presbyter - was hat Andreas oder was hat Petrus gesagt, oder was haben Philippus oder Thomas oder Jakobus oder Johannes oder Matthäus oder irgendein anderer der Jünger des Herrn gesagt; und was sagen Aristion und der Presbyter Johannes, Jünger des Herrn.[1]

Richard Bauckham, der in den beiden Namensnennungen des Johannes zwei verschiedene Personen sieht, sieht aufgrund dieses Texts in Johannes dem Presbyter einen Jünger Jesu, der die Apostel überlebte und noch am Leben war, als Papias seine Nachforschungen machte (nach Bauckam zwischen 80 und 90) und den Hauptautor des Johannesevangeliums und aller drei Johannesbriefe.[2]

Johannes der Presbyter war möglicherweise jüdischer Herkunft. Seine Muttersprache war griechisch.[3] Er wurde in Ephesus begraben.[4][5]

Schriften[Bearbeiten]

Johannes der Presbyter gilt als Verfasser des 2. und 3. Johannesbriefes.[6]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Papias von Hierapolis. In: Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte III, 39(4).
  2. Richard Bauckham: Jesus and the Eyewitnesses, 2006
  3. Abgeleitet vom Stil seiner Schriften (z.B. 2. und 3. Johannesbrief).
  4. Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte III, 39(6).
  5. Dionysius von Alexandrien. In: Eusebius von Caesarea, Kirchengeschichte VII, 25(16).
  6. Schonfield H. 1998. Preface to the Letters of John the Elder. In: The Original New Testament. The definitive translation of the New Testament in 2000 years. Element Books Ltd, Shaftesbury, Dorset, UK. 594 pp. Seiten 533f.

Literatur[Bearbeiten]