Johannes van Rossum

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Johannes van Rossum, Porträt von Johan Philip Koelman, Rom 1852
Christusfigur von Johann Heinrich Stöver auf dem Erbacher Friedhof

Johannes van Rossum (* 1809 in Den Haag; † 10. April 1873 auf Schloss Reinhartshausen, Erbach im Rheingau) war zunächst Kutscher im Dienst von Marianne von Preußen, später ihr Bibliothekar, Sekretär und Lebensgefährte.

Leben[Bearbeiten]

Van Rossums Vater war Willem van Rossum, seine Mutter Maria Tammerlijn.

Groß geworden in einem Arbeiterviertel von Den Haag, wurde er zunächst Gehilfe in einer Notariatskanzlei. Nach seinem Militärdienst trat er in die Dienste von Wilhelm I. der Niederlande.

Im Jahre 1837 ehelichte er Catharina Wilhelmina Keijzer. Die kinderlose Ehe blieb bis zum Tode Catharinas 1861 bestehen.

Nach dem Tod Wilhelms I. 1843 wurde er von dessen Tochter Marianne in ihre Dienste übernommen, zunächst als Kutscher.

Im März 1848 kaufte Marianne in ihrer niederländischen Heimat das Landgut „Rusthof“ in Voorburg in der Nähe von Den Haag. Dort kam es zu einer Liebesbeziehung mit van Rossum, der Marianne fortan auf all ihren Reisen und sogar zu öffentlichen Anlässen begleitete.

Auf einer dieser Reisen kam am 30. Oktober 1849 der gemeinsame Sohn Johannes Wilhelm in Cefalù / Sizilien zur Welt.

1851 kaufte van Rossum im Namen von Marianne die Villa Celimontana in Rom, er wird sogar als Eigentümer der Villa genannt. Ein im Jahre 1852 in Rom entstandenes Porträt des Malers Johan Philip Koelman zeigt van Rossum als gutgekleideten, wohlhabenden und selbstbewussten Mann.

Ab dem Jahre 1855 lebte van Rossum mit Marianne und dem gemeinsamen Sohn auf Schloss Reinhartshausen bei Erbach. Als Johannes Wilhelm im Jahr 1861 starb, stiftete Marianne Geld für den Bau der ersten protestantischen Kirche im Rheingau, die als Grabstätte für den Sohn dienen sollte. Zu seinem Gedenken erhielt die Kirche den Namen „Johanneskirche“.

Tod[Bearbeiten]

Nach langer Krankheit starb van Rossum am 10. April 1873 auf Schloss Reinhartshausen. Er wurde auf dem öffentlichen Friedhof von Erbach beigesetzt. Für sein Grab hatte Marianne vom niederländischen Bildhauer Johann Heinrich Stöver eine segnende Christusfigur beauftragt. Eine Beisetzung in der Johanneskirche verbot sich wohl aus standesrechtlichen Gründen, obwohl sich Marianne in der Stiftungsurkunde der Kirche ausbedungen hatte, dass sie beide mit dem gemeinsamen Kind dort bestattet werden.

Nach Mariannes Tod im Jahre 1883 wurde sie auf ihren Wunsch hin ebenfalls auf dem Erbacher Friedhof beigesetzt. Auf dem Grabstein des gemeinsamen Grabes wird van Rossum mit keinem Wort erwähnt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Annette Dopatka: Marianne von Preußen, Prinzessin der Niederlande, Verlag Waldemar Kramer, 2003, ISBN 3-7829-0538-5