Johannesberg (Bayern)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Johannesberg
Johannesberg (Bayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Johannesberg hervorgehoben
50.0333333333339.1333333333333372Koordinaten: 50° 2′ N, 9° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Höhe: 372 m ü. NHN
Fläche: 13,63 km²
Einwohner: 3894 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 286 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63867
Vorwahlen: 06021, 06029
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 133
Gemeindegliederung: 7 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Oberafferbacher Str. 12
63867 Johannesberg
Webpräsenz: www.johannesberg.de
Bürgermeister: Peter Zenglein (CSU-Parteilos)
Lage der Gemeinde Johannesberg im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Geiselbacher Forst Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Gemeindegebiet mit Ortsteilen von Johannesberg
Die Pfarrkirche St. Johannes von Nordosten

Johannesberg ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Johannesberg liegt in der Region Bayerischer Untermain, etwa 10 Kilometer von Aschaffenburg entfernt. Die Kirche St. Johannes Enthauptung befindet sich auf dem höchsten Punkt des Johannesberges, 367 Meter ü. NN. Durch den Ort führt die Staatsstraße 2309.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Es gibt 7 Ortsteile (in Klammern die Zahl der Einwohner[2])[3] auf 5 Gemarkungen:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Stadt
Alzenau
Markt
Mömbris
Gemeinden
Karlstein am Main
und
Kleinostheim
Nachbargemeinden Markt
Hösbach
Gemeinde Mainaschaff Stadt
Aschaffenburg
Gemeinden
Goldbach
und
Glattbach

Name[Bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten]

Johannesberg hat seinen Namen von der Kirche St. Johannes der Täufer (heute St. Johannes Enthauptung), die auf dem Gipfel des Berges errichtet wurde.[4] Im Volksmund wird der Ort "Gehonnsberch" genannt.

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 1513 Johannesberg
  • 1532 Johans Berg
  • 1625 Johannisberg
  • 1805 Johannesberg

Geschichte[Bearbeiten]

Zwischen 1200 und 1300 muss die erste Kirche als romanische Kirche auf dem Johannesberg errichtet worden sein, und zwar mit einer West-Ost Ausrichtung. Als Höhenkirche wurde sie außerhalb der Ortschaft Oberafferbach gebaut, die 1818 noch Oberaffholdersbach genannt wurde[5]. 1351 wird Rauenthal erstmals urkundlich erwähnt. Das Stift Aschaffenburg erhält den Geipelshof bei Johannesberg 1440 zum Lehen.

Das alte Pfarrhaus, Hauptstraße 8, wird erstmals 1550 erwähnt. Mit dem Tod des Grafen Philipp von Rieneck stirbt 1559 das Geschlecht aus, und die Bischöfe von Mainz übernehmen endgültig die Macht im Spessart. Das Kurfürstentum Mainz erklärt 1682 alle Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren für schulpflichtig.

Im Zuge des österreichischen Erbfolgekrieges zerstören englische Truppen 1743 die Johannesberger Kirche, die im Frühjahr des Jahres 1768 neu und größer errichtet wurde. Die Fertigstellung muss um 1774 gewesen sein. Im Jahre 1945 besetzen US-Truppen Oberafferbach und Johannesberg sowie Mainaschaff, Laufach und Goldbach.

Am 1. Juli 1862 wurde das Bezirksamt Aschaffenburg gebildet, auf dessen Verwaltungsgebiet Johannesberg lag. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Johannesberg war nun eine der 33 Gemeinden im Altkreis Aschaffenburg. Dieser schloss sich am 1. Juli 1972 mit dem Landkreis Alzenau in Unterfranken zum neuen Landkreis Aschaffenburg zusammen.

Zwischen Johannesberg und Val Orne-Ajon im französischen Departement Calvados wird 1990 die offizielle Partnerschaft geschlossen, und zwar mit: Avenay, Amayé-sur-Orne, Maizet, Montigny, Préaux-Bocage, Maisoncelles-sur-Ajon, Sainte-Honorine-du-Fay und Vacognes-Neuilly. Am 18. Mai 1996 kommt die französische Gemeinde Trois-Monts als neunte Gemeinde hinzu.

Die Verwaltungsgemeinschaft Rauenthal wird 1994 per Gesetz aufgelöst. Die Gemeinde Johannesberg verfügt wieder in eigener Zuständigkeit über eine Rathausverwaltung.

Im Jahr 2000 findet die 800-Jahr-Feier der Gemeinde Johannesberg statt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Mit der ersten freiwilligen Phase der Gebietsreform schließen sich am 1. Juli 1972 die vormals selbständigen Gemeinden Breunsberg, Johannesberg, Oberafferbach und Rückersbach zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen »Johannesberg« zusammen.[6] Die Gemeinden Johannesberg und Glattbach bilden 1976 die Verwaltungsgemeinschaft »Rauenthal«. Entsprechend der Entscheidung der Regierung von Unterfranken wird der Gemeindeteil »Rauenthal« - vormals eine Exklave - mit damals etwa zehn Einwohnern am 1. Juli 1976 von der Gemeinde Johannesberg nach Glattbach umgegliedert. Nach der Freiwilligkeitsphase kommt am 1. Januar 1978 die Gemeinde Steinbach zwangsweise zu Johannesberg.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 2.196 Einwohner[7]
  • 1970: 2.730 Einwohner[7]
  • 1987: 3.391 Einwohner
  • 2000: 3.833 Einwohner
  • 2011: 3.869 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat von Johannesberg hat 16 Mitglieder ohne den Bürgermeister.

CSU SPD FWG JA Gesamt
2008 6 (−3) 2 (−1) 3 (−1) 5* (+5) 16 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008 in Klammern Veränderung zur Wahl 2002 / *JA trat 2008 erstmals zur Kommunalwahl an.)

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1812 Peter Flittner
  • 1848–1838 Fecher
  • 1843 Junker
  • 1859 Eisert
  • 1876–1881 Stadtmüller
  • 1882–1887 Denk
  • 1888–1919 Conrad Fecher
  • 1919–1929 Martin Stadtmüller
  • 1930–1945 Anton Kraus
  • 1945–1949 Ferdinand Stadtmüller
  • 1948–1956 August Eisert
  • 1956–1962 Anton Kraus
  • 1962–1983 Alois Hain
  • 1984–2008 Michael Rosner
  • seit 15. Juni 2008 Peter Zenglein

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Über rotem Dreiberg, darin ein sechsspeichiges silbernes Rad, in Silber ein blauer Schräglinkswellenbalken, überdeckt von einem schräg gestellten, gestürzten blauen Schwert.

Wappengeschichte:
Mit dem Schwert wird das Kirchenpatrozinium (Johannes Enthauptung) der örtlichen Pfarrkirche zum Ausdruck gebracht, dessen Bezeichnung auch im Ortsnamensgrundwort anklingt. Über Jahrhunderte war die Gemeinde Teil des Mainzer Kurstaats, was im Wappen durch das Mainzer Rad symbolisiert wird. Die drei Berge deuten die geographische Lage der Gemeinde im Vorspessart mit den Berg-Ortsteilen Johannesberg, Breunsberg, Sternberg an, während das Bachsymbol auf die Ortsteile Oberafferbach, Steinbach und Rückersbach hinweist.
Wappenführung seit 22. März 1976 nach Beschluss der Gemeinde und Zustimmung der Regierung von Unterfranken.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1990 besteht eine Partnerschaft mit acht Gemeinden im Calvados, organisiert im Dachverband I.C.L. Val Orne-Ajon, zu dem die Gemeinden Avenay, Amaye sur Orne, Maizet, Montigny, Preaux Bocage, Maisoncelles/Ajon, Sainte Honorine du Fay und Vacognes-Neuilly gehören.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Seit 1769 steht auf dem Berghang die katholische Pfarrkirche Sankt Johannes' Enthauptung. Das äußerst seltene Titularfest der Kirche passt zum exklusiven Standort der Pfarrkirche, die über viele Kilometer hinweg aus allen Himmelsrichtungen gut zu sehen ist. Alljährlich begeht die katholische Pfarrei ihr Patrozinium am 29. August, dem Tag, an dem die Kirche der Passion Johannes des Täufers gedenkt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 1892 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 160 T€.

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 141 und im Bereich Handel und Verkehr 135 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1308. Im verarbeitenden Gewerbe und im Bauhauptgewerbe gab es keine Betriebe. Es bestanden im Jahr 1999 18 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 392 ha, davon waren 194 ha Ackerfläche und 191 ha Dauergrünfläche.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Alfons Goppel (1905–1991), deutscher Politiker (CSU). Von 1962 bis 1978 war er Ministerpräsident von Bayern.

Literatur[Bearbeiten]

  • Affolderbach-Johannesberg 800 Jahre Geschichte einer Gemeinde 1991
  • Johannesberger Heimat- und Geschichtsblätter 1987–2006

Sonstiges[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Einwohner Johannesberg (Stand: 31. Dezember 2011)
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111121/235204&attr=OBJ&val=1541
  4. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck oHG, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 113.
  5.  Konrad Dahl: Geschichte und Beschreibung der Stadt Aschaffenburg, des vormaligen Klosters Schmerlenbach und des Spessart. Darmstadt 1818. Seite 266. Affolter=Affholder= mittelhochdeutsch und bedeutet Apfel.
  6.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 422.
  7. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 736.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johannesberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien