Johannesteijsmannia

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Johannesteijsmannia
Johannesteijsmannia altifrons

Johannesteijsmannia altifrons

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Palmenartige (Arecales)
Familie: Palmengewächse (Arecaceae)
Gattung: Johannesteijsmannia
Wissenschaftlicher Name
Johannesteijsmannia
H.E.Moore

Johannesteijsmannia ist eine in Südostasien heimische Palmengattung. Sie sind durch ihre rautenförmigen, ungeteilten Blätter leicht zu erkennen.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Vertreter sind auffällige stammlose oder kurzstämmige, bewehrte Palmen. Sie sind mehrmals blühend und zwittrig. Der Stamm ist sehr kurz, niederliegend oder aufrecht. Die Blattnarben sind ringförmig.

Die Chromosomenzahl ist 2n=34.

Blätter[Bearbeiten]

Die Blätter sind groß, ungeteilt und rautenförmig. Sie sind fiederförmig gerippt. Die Blattscheide ist zunächst röhrig, vertrocknet später und zerfällt in eine Fasermasse. Der Blattstiel ist deutlich ausgeprägt, im Querschnitt fast dreieckig, adaxial abgeflacht und entlang der Ränder mit kleinen, scharfen Zähnen bewehrt. Sehr junge Blattstiele sind behaart. An wachsenden Blättern ist eine adaxiale Hastula vorhanden, verschwindet aber während der Blattreife. Die Costa zieht sich fast bis zur Blattspitze, sie steht an der Blattunterseite deutlicher hervor als an der Oberseite. Die Blattspreite ist fiederförmig gerippt, und kahl, oder an der Unterseite dicht weiß behaart.

Blütenstände[Bearbeiten]

Die Blütenstände stehen zwischen den Blättern (interfoliar). Sie sind kurz und meist zum Teil durch abgestorbenes Blattmaterial verdeckt. Der Blütenstand ist ein- bis fünffach verzweigt. Der Blütenstandsstiel ist deutlich entwickelt, meist gebogen und behaart. Das Vorblatt ist röhrig, etwas aufgeblasen, zweikielig und meist dicht behaart. Die Hochblätter am Blütenstandsstiel sind auffällig, bis zu sieben an der Zahl und zunächst cremefarben, später zimtbraun. Sie sind röhrig, aufgeblasen und stehen distich. Alle Hochblätter und das Vorblatt reißen an der zum Boden weisenden Seite auf und erlauben so, dass sich der Blütenstand niederbiegt. Die Blütenstandsachse ist kürzer als der Stiel, die Seitenzweige stehen in den Achseln von kleinen, dreieckigen Hochblättern. Sie Seitenzweige stehen häufig eng beisammen. Die blütentragenden Achsen (Rachillae) sind entweder sehr dick, dann gibt es nur drei bis sechs, oder sie sind sehr zahlreich und schlank. Sie tragen in spiraliger Anordnung kleine Tragblätter für die Blüten. Die Blüten stehen einzeln oder in Wickeln zu zwei bis vier Blüten. Die Blüten stehen an kurzen Erhöhungen oder sind sitzend.

Blüten[Bearbeiten]

Johannesteijsmannia altifrons, Blattdetail

Die Blüten sind zwittrig, cremefarben und stark duftend. Der Kelch ist becherförmig mit drei flachen, kahlen, dreieckigen Zipfeln. Die Krone ist zu zwei Dritteln oder fast bis zur Basis geteilt in drei dünne oder sehr dicke, fleischige, dreieckige, kahle, manchmal dicht papillöse, valvate Kronzipfel. Die sechs Staubblätter stehen epipetal, haben sehr breite, fleischige Filamente, die an der Basis zu einem Ring verwachsen sind und abrupt zu kurzen, sehr schmalen Spitzen verschmälert sind. Die Antheren sind sehr klein, rundlich und intrors.

Das Gynoeceum besteht aus drei Fruchtblättern. Diese sind an der Basis frei, und an den Spitzen verbunden, sodass ein gemeinsamer, langer, schlanker Griffel entsteht. Die Narbe ist punktförmig. Die Samenanlage sitzt basal und ist anatrop.

Der Pollen ist ellipsoidisch, bisymmetrisch oder leicht asymmetrisch. Die Keimöffnung ist ein distaler Sulcus. Die längste Achse misst 20 bis 32 Mikrometer.

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die Frucht ist rundlich und entwickelt sich meist aus nur einem der drei Fruchtblätter. Manchmal entwickeln sich auch zwei oder alle drei, dann ist die Frucht zwei- oder dreilappig. Die Epidermis der Frucht stirbt früh in der Entwicklung ab, das Mesokarp reißt dann auf und bildet dicke, korkige, pyramidenförmige Warzen und ist von kastanienbrauner Farbe. Das Endokarp ist mäßig dick und krustenartig. Der Samen sitzt basal, das Endosperm ist homogen, allerdings dringt an der Basis eine Masse der Samenschale in das Endosperm ein.

Verbreitung und Standorte[Bearbeiten]

Die Gattung kommt nur in Südostasien vor. Eine Art ist recht weit verbreitet und ist in Süd-Thailand, West-Malaysia, auf Sumatra und im westlichen Borneo zu finden. Die anderen drei Arten sind Endemiten von West-Malaysia.

Alle sind Pflanzen des Unterwuchses von primären Regenwäldern. Sie scheinen sehr empfindlich gegenüber Störungen des Standortes zu sein. In Sarawak ist Johannesteijsmannia altifrons auf die "kerangas" (Heidewälder) beschränkt. In anderen Gebieten ist sie vom Standort weniger eingeschränkt, meidet aber nasse Talböden. Johannesteijsmannia magnifica und Johannesteijsmannia lanceolata wachsen an Hügel-Hängen, Johannesteijsmannia perakensis an Hängen und Kuppen. Die Verbreitung der Arten ist auffallend disjunkt, die Arten fehlen vielfach in als geeignet erscheinenden Wäldern.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Johannesteijsmannia wird innerhalb der Familie Arecaceae in die Unterfamilie Coryphoideae, Tribus Trachycarpeae, Subtribus Livistoninae gestellt. Die Gattung ist wahrscheinlich monophyletisch. Johannesteijsmannia ist möglicherweise die Schwestergruppe von Licuala oder von Pholidocarpus.

In der World Checklist of Selected Plant Families der Royal Botanic Gardens, Kew, werden folgende Arten anerkannt:[1]

Johannesteijsmannia wurde von Harold E. Moore 1961 erstbeschrieben, Typusart ist Johannesteijsmannia altifrons, bis dahin als Teysmannia altifrons Rchb.f.&Zoll. geführt. Der Gattungsname ehrt Johannes Elias Teijsmann (1808-1882), einen Gärtner und Botaniker am damaligen Buitenzorg Botanischen Garten auf Java.

Belege[Bearbeiten]

  • John Dransfield, Natalie W. Uhl, Conny B. Asmussen, William J. Baker, Madeline M. Harley, Carl E. Lewis: Genera Palmarum. The Evolution and Classification of Palms. Zweite Auflage, Royal Botanic Gardens, Kew 2008, ISBN 978-1-84246-182-2, S. 266-268.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johannesteijsmannia in der World Checklist of Selected Plant Families, abgerufen 20. März 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johannesteijsmannia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien