John Arthur Spenkelink

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John Arthur Spenkelink (* 29. März 1949 in Le Mars, Iowa; † 25. Mai 1979 in Starke, Florida) war ein US-amerikanischer Mörder, und der zweite Mensch, der nach Wiedereinführung der Todesstrafe, von der US-Justiz im US-Bundesstaat Florida hingerichtet wurde.

Spenkelink war ein Herumtreiber, der wegen eines geringen Vergehens in Kalifornien im Gefängnis saß. Am 4. Februar 1973, befand Spenkelink sich per Auto auf der Flucht im Mittleren Westen, nachdem er aus dem kalifornischen Gefängnis ausgebrochen war. Auf seiner Fahrt nahm er den Tramper Joseph J. Szymankiewicz auf. Beide hatten Vorstrafen und waren schwere Alkoholiker. In der Stadt Tallahassee, Florida, stiegen beide in einem Hotel ab.

Nachdem Spenkelink aus einer Autowaschanlage zum Hotel zurückkehrte, erschoss er den schlafenden Szymankiewicz mit zwei Schüssen in Kopf und Rücken. Nachdem er dem Hoteleigentümer eine Lüge zur Deckung seiner Tat unterbreitete, bezahlte er das Zimmer für einen weiteren Tag, und verließ das Hotel mit einem anderen Anhalter namens Frank Bruum. Beide wurden etwa eine Woche später in Buena Park, Kalifornien, nach Verdacht auf einen bewaffneten Raubüberfall, verhaftet.

In seiner Vernehmung gab Spenkelink der Polizei zur Aussage, er hätte Szymankiewicz in Notwehr erschossen, nachdem sein Kumpan von ihm Sex verlangte, und er ihn beim Russischen Roulette tötete. Nachträglich behauptete er zusätzlich, dass die Schüsse sich versehentlich bei einem Handgemenge mit Szymankiewicz lösten.

Die Mordwaffe wurde in der Wohnung Bruums gefunden. Nach der Auslieferung nach Leon County, Florida, wurden beide für Mord 1. Grades angeklagt. Spenkelink hatte zuvor einen strafprozessualen Deal abgelehnt. Dieser hätte von ihm ein Geständnis verlangt, ihm aber die Todesstrafe erspart. Spenkelink wurde am 20. März 1973 zum Tode verurteilt, Bruums wurde freigesprochen.

Spenkelinks wurde ein cause célèbre, ein Fall nationalen Interesses, einerseits, was die Todesstrafe an sich betraf, andererseits bezüglich der Frage, ob Spenkelink wirklich schuldig war. LeRoy Collins, Alan Alda und Joan Baez engagierten sich gegen die Todesstrafe.[1] Ebenfalls wurde debattiert, ob die Todesstrafe nur einkommensschwache Personen treffe. Spenkelink hatte sich dazu mit folgendem Wortspiel geäußert: “capital punishment means those without capital get the punishment.” (Todesstrafe bedeute, dass diejenigen, die kein Kapital haben, die Strafe bekommen).[2] Am Tage der Hinrichtung übertrug ein Discjockey aus Jackson die Bratgeräusche eines Schinkens in der Pfanne und widmete diesen Schinken Spenkelink.[3]

Die Hinrichtung an Spenkelink wurde am 25. Mai 1979 mit dem Elektrischen Stuhl im Florida State Prison vollstreckt.

Sonstiges[Bearbeiten]

Nach der Hinrichtung wurden Gerüchte laut, dass Spenkelink geknebelt und misshandelt zum Elektrischen Stuhl geschleppt wurde, da für die Zeugen die Vorhänge zum Hinrichtungsraum erst geöffnet wurden, als sich Spenkelink schon auf dem elektrischen Stuhl befand. Einige Gerüchte gingen so weit, dass behauptet wurde, ihm sei das Genick gebrochen worden, und dass er bei der Hinrichtung schon tot gewesen sei. In Anbetracht dieser Gerüchte, wurde Spenkelinks Leiche exhumiert und eine Autopsie durchgeführt. Ein Gerichtsmediziner aus Kalifornien konnte aber nachweisen, dass der Tod durch die elektrischen Spannungen des elektrischen Stuhl eingetreten war. Nach dieser Autopsie ordnete die Justiz Floridas an, dass zukünftig an allen Hingerichteten eine anschließende Autopsie durchgeführt werden muss. Außerdem wurden von nun an die Vorhänge zum Hinrichtungsraum für die Zeugen früher aufgezogen, damit sie auch das Anschnallen der Delinquenten auf den Stuhl beobachten konnten.

10 Jahre später, 1989, war der Serienmörder Ted Bundy in der gleichen Todeszelle inhaftiert wie Spenkelink.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://books.google.pl/books?id=BPdnwxqBaU4C&printsec=frontcover&source=gbs_navlinks_s#v=onepage&q=&f=false
  2. John Spenkelink: ExecutedToday.com archive Abgerufen am 28. April 2011.
  3. Michaud S, Aynesworth H (1999): The Only Living Witness. Penguin Putnam, ISBN 0-451-16372-9, Seite 10.
  4. clarkprosecutor.org/John Spenkelink (englisch)