John Bagnell Bury

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
John Bagnell Bury

John Bagnell Bury (meist kurz J. B. Bury; * 16. Oktober 1861 in County Monaghan, Irland; † 1. Juni 1927 in Rom) war ein bedeutender aus Irland stammender Althistoriker, Byzantinist und Klassischer Philologe.

Bury, Sohn eines anglikanischen Geistlichen und Bruder des Altphilologen und Philosophiehistorikers Robert Gregg Bury, besuchte das Foyle College in Derry und das Trinity College in Dublin, wo er seit 1885 auch lehrte. 1893 wurde er dort Professor der modernen Geschichte, ab 1898 lehrte er auch Griechisch. 1902 wurde er an die Universität Cambridge berufen, wo er einen Lehrstuhl für Modern History innehatte, auch wenn er sich hauptsächlich mit der Antike beschäftigte. In einer Vorlesung erklärte er dort 1903: „History is a science, no more, no less“ (Geschichte ist eine Wissenschaft, nicht mehr, nicht weniger).

Burys Wirkungskreis umfasste ein breites Spektrum: Er gab Edward Gibbons Decline and Fall of the Roman Empire neu heraus, edierte Werke Pindars, schrieb Artikel für die Encyclopædia Britannica (Auflage von 1911), war Herausgeber der ersten Auflage der Cambridge Ancient History und verfasste mehrere Standardwerke, wie etwa A History of Greece, History of the Later Roman Empire (1889, 1923 in einer neu konzipierten Auflage) oder The Invasion of Europe by the Barbarians. Er beschäftigte sich auch mit dem Byzantinischen Reich und dem Papsttum sowie mit Geschichtsphilosophie. Besonders seine Arbeiten zur Spätantike und dem Byzantinischen Reich stellen noch heute, obwohl vom Forschungsstand her teils veraltet, einen bedeutenden Beitrag zur Erschließung dieser Epoche dar, besonders im Bereich der Ereignisgeschichte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Henry Boylan (Hrsg.): A Dictionary of Irish Biography. 3rd edition. Gill and Macmillan, Dublin 1999, ISBN 0-7171-2945-4.
  • Robert B. Todd (Hrsg.): The Dictionary of British Classicists. Band 1, Bristol 2004, S. 132-135.

Weblinks[Bearbeiten]