John Browne

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Unternehmer John Browne. Zum Autor siehe John Ross Browne.

Edmund John Philip Browne, Baron Browne of Madingley, Mitglied der Royal Society (* 20. Februar 1948 in Hamburg) ist Präsident der Royal Academy of Engineering und war Chief Executive Officer des Mineralölkonzerns BP bis zu seinem Rücktritt am 1. Mai 2007.

Leben[Bearbeiten]

Browne wurde in Hamburg geboren als Sohn eines britischen Armeeoffiziers und einer ungarischen Auschwitz-Überlebenden. Sein Vater arbeitete unter anderem für die Anglo-Persian Oil Company, aus der später dann British Petroleum (BP) wurde. Browne besuchte die King's School in Ely und das St John's College in Cambridge, von welchem er einen Prädikatsabschluss (Bachelor) in Physik erhielt. Später machte er einen Master an der Stanford Business School. 2003 wurde er mit einem Ehrendoktor der Colorado School of Mines bedacht.

Karriere bei BP[Bearbeiten]

1966 vermittelte Brownes Vater ihm eine Ausbildung bei BP, während er noch studierte. 1969 begann Browne eine Tätigkeit als Ingenieur in den BP-Ölfeldern von Anchorage, Alaska. Er blieb dem Unternehmen sein Leben lang verbunden und wurde 1995 zum Unternehmensvorsitzenden vorgeschlagen.

Am 25. Juli 2006 teilte BP mit, dass Brown regulär im Dezember 2008 aufgrund der Altersgrenze (60 Jahre) aus der Spitzenposition ausscheiden werde. Am 12. Januar 2007 wurde dann verkündet, dass Browne bereits im Juli 2007 in den Ruhestand gehen werde und sein Posten von Tony Hayward übernommen werde.

Rücktritt[Bearbeiten]

Am 1. Mai 2007 trat Lord Browne von seinem BP-Posten überraschend zurück.[1]

Browne begründete seinen vorzeitigen Rücktritt mit der Aufhebung einer Einstweiligen Verfügung gegen eine Zeitungsgruppe, die ihn vor Berichterstattung über sein Privatleben beschützte. Jeff Chevalier, mit dem Browne eine vierjährige Beziehung führte, wollte sich mit privaten Details an die Presse wenden. Er beschuldigt Browne, Ressourcen von BP missbraucht zu haben, was Browne allerdings abstreitet. Als Grund für seinen freiwilligen Rücktritt gab Browne an, damit „dem Unternehmen unnötige Peinlichkeiten zu ersparen“. „Während meiner 41 Jahre mit BP habe ich mein Privatleben immer vom Geschäftlichen getrennt. Ich habe meine Sexualität immer als Privatsache angesehen, als etwas, das geheim gehalten wird.“[2]

Peter Sutherland, BP-Chairman, bedauerte den Rücktritt von Browne. „Es ist eine Tragödie, dass er als ehrenhafter Mann unter diesen schmerzhaften Umständen genötigt wird, zurückzutreten.“ Browne wird voraussichtlich aufgrund seines vorzeitigen Rücktritts 3,5 Millionen Pfund von seinem Abfindungspaket verlieren und möglicherweise weitere 12 Millionen Pfund in Aktien.

Umweltbewusstsein[Bearbeiten]

Im Schatten der globalen Erwärmung forcierte Browne seit 1997 einen Imagewechsel von BP zu einem umweltbewussten Unternehmen. Browne leitete mehrere vorbeugende Maßnahmen ein und verpflichtete sich, trotz Wachstum des Unternehmens die Emissionen von BP bis 2010 um 10 % gegenüber dem Wert von 1990 zu senken.

Das Unternehmen erscheint seitdem mit ökologischer Berichterstattung (BP: Beyond Petroleum) in den Medien. Im Jahr 2005 wurde der Geschäftsbereich BP Alternative Energy gegründet. Es ist geplant, in den kommenden zehn Jahren Investitionen in Höhe von 8 Milliarden US-Dollar zu tätigen, um die Marktführerschaft bei der CO2-armen Erzeugung von Strom aus Sonne, Wind, Erdgas und Wasserstoff zu erreichen.[3]

Das neuartige Engagement von BP wird jedoch teilweise kritisch gesehen, insbesondere da BP als Mineralölkonzern maßgeblich zum Klimawandel beiträgt.

Weitere berufliche Schritte[Bearbeiten]

Browne wird Vorstandsvorsitzender der Glencore International AG, die die größte[4] im Rohstoffhandel tätige Unternehmensgruppe weltweit mit Hauptsitz in Baar in der Schweiz.[4]

Autor[Bearbeiten]

Seit 2010 erschienen drei Bücher von Browne, darunter eine Art Autobiografie, Beyond Business (2010), und eine essayistische Auseinandersetzung mit dem zeitgenössischen gesellschaftlichen Ansehensverlust durch „Outing“, The Glass Closet: Why Coming Out is Good Business[5] (Edition WH Allen 2014).

Sein 2013 erschienenes Wissenschaftsbuch Seven Elements That Have Changed The World: Iron, Carbon, Gold, Silver, Uranium, Titanium, Silicon (Weidenfeld & Nicolson) war auf der Shortlist des Royal Society Winton Prize for Science Books 2014.[6]

Privatleben[Bearbeiten]

Lord Browne gibt als persönliche Interessen Zigarren, antike Möbel, Opern und Kunst an. Mit einem Jahreslohn von etwa 5,7 Millionen Pfund (2004) war er einer der bestbezahlten Geschäftsführer in Großbritannien.

Im Juli 2006 wurde er Präsident der Royal Academy of Engineering und wurde zudem zum Mitglied der Royal Society gewählt.

1998 wurde er von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen.

2001 wurde er mit dem Titel Baron Browne of Madingley in the County of Cambridgeshire zum Life Peer ernannt und sitzt seitdem als Unabhängiger im Oberhaus (House of Lords).

Er ist zudem Aufsichtsratsmitglied von Goldman Sachs, Kurator des British Museums, Mitglied des Verwaltungsrats der London Business School und Mitglied des Aufsichtsrats der DaimlerChrysler AG. 2006 wurde er zudem Vorsitzender der Private-Equity-Firma Apax Partners.

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. www.manager-magazin.de
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBP-Chef John Browne tritt vorzeitig zurück. In: FAZ.net. 2. Mai 2007, abgerufen am 16. Dezember 2014.
  3.  (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.onlinebp.de www.onlinebp.de
  4. a b Lord Browne, former BP boss, to chair Glencore in BBC vom 14. April 2011, abgerufen am 14. April 2011.
  5. Would Breaking `The Glass Closet' Have Been Good For BP? Forbes 7. Juli 2014, abgerufen 11. November 2014
  6. Materials book wins Royal Society Winton Prize, BBC vom 10. November 2014, abgerufen 11. November 2014