John Cassels

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John William Scott Cassels, auch Ian Cassels, (* 11. Juni 1922 in Durham) ist ein britischer Mathematiker, der sich mit Zahlentheorie und arithmetisch-algebraischer Geometrie beschäftigt.

Cassels, dessen Vater die Landwirtschaft im County Durham beaufsichtigte, ging in Durham und Edinburgh zur Schule und studierte an der Universität Edinburgh (Master-Abschluss 1943) und an der University of Cambridge (Trinity College), wo er 1949 bei Louis Mordell promoviert wurde. Dazwischen arbeitete er während des Zweiten Weltkrieges wie viele andere Mathematiker im Enigma-Entschlüsselungsprojekt in Bletchley Park. Im selben Jahr wurde er zum Fellow des Trinity College ernannt. Cassels war dann Lecturer in Manchester und ab 1950 in Cambridge, wo er 1963 Reader in Arithmetik wurde. 1967 wurde er Sadleirian Professor für Reine Mathematik in Cambridge. Ab 1969 war er auch Vorsitzender der Fakultät für Reine Mathematik und mathematische Statistik in Cambridge, was er bis zu seiner Emeritierung 1984 blieb.

Cassels arbeitete unter anderem über die Geometrie der Zahlen, rationale quadratische Formen, die Arithmetik elliptischer Kurven (eine Serie von Arbeiten Arithmetic of Curves of Genus 1 im Journal of the London Mathematical Society und im Journal für die reine und angewandte Mathematik 1959 bis 1965), diophantische Approximation und lokale Körper. Er bewies beispielsweise, dass die Ordnung der Tate-Shafarevich-Gruppe eine Quadratzahl ist, falls sie endlich ist.

Cassels ist seit 1963 Mitglied („Fellow“) der Royal Society, deren Sylvester-Medaille er 1973 erhielt. 1976 bis 1978 war er Präsident der London Mathematical Society, deren De-Morgan-Medaille er 1986 erhielt. Er ist seit 1981 Fellow der Royal Society of Edinburgh. 1978 bis 1982 war er im Rat der Internationalen Mathematischen Union. 1974 bis 1978 war er Vizepräsident der Royal Society in London. 1970 war er Invited Speaker auf dem Internationalen Mathematikerkongress in Nizza (On cubic trigonometric sums).

Schriften[Bearbeiten]

  • Introduction to Diophantine approximation, Cambridge Tracts 1957, 1972
  • An introduction to the geometry of numbers, 1959, Springer 1971 (Grundlehren der mathematischen Wissenschaften), 1997 bei Springer in der Reihe „Classics in Mathematics“
  • Rational quadratic forms, Academic Press, London Mathematical Society Monographs, 1978
  • Economics for mathematicians, Cambridge 1981
  • Local Fields, Cambridge, LMS Student Texts 1986
  • Lectures on Elliptic Curves, Cambridge, LMS Student Texts, 1991
  • mit E.Flynn: Prolegomena to a Middlebrow Arithmetic of Curves of Genus 2, Cambridge, LMS Lecturenote Series, 1996
  • Herausgeber mit Albrecht Fröhlich: Algebraic Number Theory, Academic Press 1967
  • Rationale Quadratische Formen, Jahresbericht DMV 1980, S.81
  • Diophantine equations with special reference to elliptic curves, Journal London Math.Soc. Bd. 41, 1966, S.193-291
  • Arithmetic on an elliptic curve, International Congress of Mathematicians 1962
  • Interview, Mathematical Intelligencer, Bd.23, 2001, Nr.2

Weblinks[Bearbeiten]