John E. Woods

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John Edwin Woods (* 1942 in Indiana) ist ein US-amerikanischer Übersetzer. Woods darf zu den profiliertesten Übersetzern deutschsprachiger Literatur ins Englisch- Amerikanische gerechnet werden, insbesondere dem Werk Arno Schmidts hat er in seiner nunmehr 30 Jahre währenden Übersetzertätigkeit einen interkulturell herausragenden Dienst erwiesen.

Zahlreiche seiner Übertragungen wurden mit Auszeichnungen bedacht, für die Übersetzung von Schmidt's Abend mit Goldrand erhielt er im Jahre 1981, sowie 1987 für Süskinds Das Parfum den renommierten PEN Translation Prize des PEN American Center, 1990 den Schlegel-Tieck Prize for Translation für die Übertragung Christoph Ransmayr's Die letzte Welt, sowie 1995 zweimalig den Helen and Kurt Wolff Prize des Goethe-Instituts und 2008 schließlich die Goethe-Medaille.[1]

Übersetzer[Bearbeiten]

Woods war 1971 aus Ohio nach Tübingen gekommen, um unter Jürgen Moltmann ein Studium der Theologie aufzunehmen und seine Deutschkenntnisse zu vervollkommnen. Er hegte auch den Wunsch, Schriftsteller zu werden. Nach einer sich erneut einstellenden Schreibblockade, beschloss Woods jedoch, die eigenen schriftstellerischen Ambitionen aufzugeben. Die Lektüre von Schmidt's Abend mit Goldrand [2] hinterließ einen bleibenden Eindruck. Er probierte sich an einer Übertragung in seine englische Muttersprache, die mehrere Jahre in Anspruch nahm. Das Manuskript gelangte an die einflussreiche deutsch-amerikanische Verlegerin Helen Wolff, Gattin von Kurt Wolff, die sich an einer möglichen Publikation interessiert zeigte und die Veröffentlichung schließlich ermöglichte. Die Übertragung wurde mehrfach ausgezeichnet und bescheinigte Woods binnen kürzester Zeit den Ruf eines Übersetzers bemerkenswerten Stil- und Sprachvermögens.

In den Folgejahren übernahm Woods die Übersetzung bedeutender belletristischer Werke wie Süskinds Bestsellers Das Parfum oder Thomas Manns Buddenbrooks und Der Zauberberg. Arno Schmidt, dessen komplexe, anspielungsreiche Prosa er einmal liebevoll als "fairy tales for adults" umschrieb, bleibt jedoch sinnstiftend für Woods' übersetzerische Tätigkeit, die er auch als Liebeserklärung an seine eigene Muttersprache begreift.[3]

Aus der anfänglich rein privaten Leidenschaft wurde nach einer Übereinkunft mit Ernst Krawehl und Jan Philipp Reemtsma ein Dauerauftrag für die Übertragung des Gesamtwerks des lange Zeit als unübersetzbar geltenden Schriftstellers, der es Woods seit 1986 ermöglicht, sich ausschließlich diesem Beruf zu widmen. Den Abschluss dieses Übereinkommens bildet die Übertragung von Schmidts Opus magnum Zettel's Traum, das im Jahr 2014 erscheinen soll. Woods gab schon Jahre zuvor bekannt, seine Arbeit damit als vollendet anzusehen und sich danach von der Übersetzertätigkeit gänzlich zurückziehen zu wollen.[4]

Woods lebt in Berlin-Mitte [5] und ist mit der Sprachlehrerin Ulrike Dorda verheiratet.

Ausgewählte Übersetzungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Preisträger John E. Woods (Übersetzer). Goethe-Institut, 2008, abgerufen am 22. September 2014.
  2. Mark Harman: A Conversation with John E. Woods. Taylor & Francis, 1994, abgerufen am 24. September 2014.
  3. Charlotte Ryland: Of Fiction and Fairy Tales:An interview with John E. Woods. New Books in German, abgerufen am 22. September 2014.
  4. Kristen Allen: John E. Woods: Bringing German literature to the world. The Local, 2010, abgerufen am 23. September 2014.
  5. Gabi Wuttke: Ein sprachbesessener Amerikaner. Deutschlandradio Kultur, 14. Januar 2014, abgerufen am 22. September 2014.