John Ensign

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John Ensign

John Eric Ensign (* 25. März 1958 in Roseville, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Politiker der Republikanischen Partei. Er war vom 3. Januar 2001 bis zum 3. Mai 2011 Mitglied des US-Senats für den Bundesstaat Nevada.

Ensign ist der Sohn von Sharon Lee Cipriani und eines Mannes namens Mueller.[1] Während seiner Kindheit zog seine Familie von Kalifornien nach Nevada. Dort heiratete seine Mutter Michael S. Ensign, einen Manager der Glückspielindustrie, der später Vorsitzender des Board of Directors des Hotel Mandalay Bay Resort wurde. Michael Ensign hat John Ensign adoptiert.

John Ensign studierte Tiermedizin an der University of Nevada, der Oregon State University und der Colorado State University. Er war Mitglied der Studentenverbindung Sigma Chi. 1985 schloss er sein Studium ab und eröffnete ein 24-Stunden-Tierhospital in Las Vegas.

1994 konnte Ensign sich bei den Vorwahlen der Republikanischen Partei für die Wahlen zum Repräsententenhaus für den ersten Kongresswahlbezirk Nevadas durchsetzen. Im anschließenden Wahlkampf lag er überwiegend gegen den Amtsinhaber, den Demokraten James Bilbray, zurück. Als jedoch bekannt wurde, dass ein Wahlkampfhelfer Bilbrays durch Gesetze, für die Bilbray sich eingesetzt hatte, große finanzielle Vorteile erzielte,[2] konnte Ensign aufholen. Er gewann die Wahl zum Repräsentantenhaus mit einem Vorsprung von 1400 Stimmen.[3] Bei seiner Wiederwahl 1996 hatte er einen Vorsprung von sieben Prozentpunkten.[4] Da er sich nicht zur Wiederwahl stellte, endete seine Amtszeit im Repräsentantenhaus zum 3. Januar 1999.

1998 trat Ensign bei den Wahlen zum US-Senat an, verlor jedoch gegen den demokratischen Amtsinhaber Harry Reid, der 428 Stimmen mehr erhalten hatte.[5] Er trat bei der Wahl 2000 erneut an und konnte sich diesmal gegen den Demokraten Ed Bernstein durchsetzen; auf Ensign entfielen 55 % der Stimmen, auf Bernstein 40 %.[6] Ensign nahm damit den Platz des ausscheidenden Senators Richard Bryan (Demokraten) ein. Bei der Senatswahl 2006 trat Ensign gegen den Demokraten Jack Carter, Sohn des früheren US-Präsidenten Jimmy Carter an. Ensign konnte die Wahl mit 55 % der Stimmen für sich entscheiden, auf Carter entfielen 41 %.[7] Ensign und der zweite Senator für Nevada, Reid, haben trotz der Angehörigkeit zu unterschiedlichen Parteien eine recht gute Beziehung zueinander entwickelt und setzen sich regelmäßig gemeinschaftlich für die Belange Nevadas ein.

John Ensign war bis 2009 Vorsitzender des National Republican Senatorial Committee (NRSC). Zu seinen Aufgaben gehörte es, Anstrengungen zu unternehmen, damit die Republikaner bei den Senatswahlen 2008 die Mehrheit im Senat zurückgewinnen, was jedoch nicht gelang.

Ensign bezeichnet sich selbst als pro-life und ist gegen Abtreibung.[8] Zusammen mit den demokratischen Senatoren Maria Cantwell (Washington), Arlen Specter (Pennsylvania) und Dianne Feinstein (Kalifornien) setzte er sich maßgeblich für den Animal Fighting Prohibition Enforcement Act ein. Dieses Gesetz verbietet es, Tiere zur Kampfzwecken von einem Bundesstaat in einen anderen zu transportieren.[9] Ensign unterstützt den Einsatz der USA im Irakkrieg.

2009 geriet Ensign in eine Sex-Affäre. Über Jahre hinweg unterhielt der verheiratete Senator eine Beziehung mit einer langjährigen Mitarbeiterin.[10] Diese Affäre war der Grund, dass er im März 2011 bekanntgab, bei den Senatswahlen 2012 nicht erneut anzutreten.[11] Am 22. April 2011 allerdings erklärte Ensign, bereits mit Wirkung vom 3. Mai desselben Jahres sein Mandat im Senat niederzulegen. Damit erhielt Nevadas republikanischer Gouverneur Brian Sandoval die Möglichkeit, einen Nachfolger zu ernennen, der das Amt bis zur − eventuell zeitgleich mit der regulären Wahl stattfindenden − Nachwahl kommissarisch ausübt. Die Wahl fiel auf den Kongressabgeordneten Dean Heller. Melanie Sloan, Geschäftsführerin der Citizens for Responsibility and Ethics in Washington, kommentierte die Vorgänge mit den Worten, es sei Druck auf Ensign ausgeübt worden, früher zurückzutreten, um einem ernannten Nachfolger für die folgende Wahl einen Amtsvorsprung verschaffen zu können.[12]

John Ensign lebt mit seiner Frau Darlene und ihren drei Kindern Trevor, Siena und Michael in Las Vegas. Er ist Mitglied der zur Pfingstbewegung gehörenden International Church of the Foursquare Gospel und war damit der einzige Pfingstler im US-Senat.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://freepages.genealogy.rootsweb.com/~battle/senators/ensign.htm
  2. http://www.centerforpolitics.org/crystalball/article.php?id=DNW2006100501
  3. Office of the Clerk, US House of Representatives, Statistics of the congressional election of November 8, 1994
  4. Office of the Clerk, US House of Representatives, Statistics of the congressional election of November 5, 1996
  5. Office of the Clerk, US House of Representatives, Statistics of the congressional election of November 3, 1998
  6. Office of the Clerk, US House of Representatives, Statistics of the congressional election of November 7, 2000
  7. Office of the Clerk, US House of Representatives, Statistics of the congressional election of November 7, 2006
  8. http://www.prochoiceamerica.org/search.jsp?query=ensign&x=0&y=0
  9. http://www.ensign.senate.gov/media/pressapp/record.cfm?id=272192
  10. Thomas Spang: Sex-Skandal im US-Senat, Der Westen, 19. Juni 2009, abgerufen am 24. September 2009
  11. RealClearPolitics: Ensign Will Not Seek Re-election in 2012
  12. The Christian Science Monitor: John Ensign resignation puts focus on Nevada elections. Will GOP have an edge?

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: John Ensign – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • John Ensign im Biographical Directory of the United States Congress (englisch)