John Ford

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter John Ford (Begriffsklärung) aufgeführt.
John Ford (1973)
John Ford Point im Monument Valley, beliebter Drehort für Western

John Ford (* 1. Februar 1894 in Cape Elizabeth, Maine; † 31. August 1973 in Palm Desert, Kalifornien), eigentlich John Martin Feeney bzw. irisch Sean Aloysius O'Fearna, war ein US-amerikanischer Filmregisseur. Er gilt als einer der wichtigsten Westernregisseure überhaupt und gewann vier Oscars für die beste Regie.

Leben[Bearbeiten]

John Ford wurde als John Martin Feeney als Sohn einer irischen Einwandererfamilie in Maine geboren. Er nahm später den Namen Ford an, weil sein älterer Bruder Francis Ford bereits unter diesem Pseudonym Erfolge in Hollywood feiern konnte.

Seine Regiearbeit begann er 1917 für das Filmstudio Universal mit dem Western The Tornado.

Während des Zweiten Weltkrieges leitete Ford die „Field Photo Unit“, eine Einheit, die der OSS, der Vorgängerin der CIA, untergeordnet war. Im Rahmen der Fotoaufklärung für die Armee war Ford an fast allen Fronten des Krieges im Einsatz: Im Pazifik wie auch bei der Landung der Alliierten in der Normandie.

1956 wollte er sich den Grauen Star entfernen lassen. Nach der Operation war er zu ungeduldig und entfernte die Verbände zu früh von seinen Augen. Die Folge war die völlige Erblindung seines linken Auges. Seitdem trug er seine berühmte Augenklappe. 1964 erkrankte er an Krebs, woran er schließlich 1973 starb. Er wurde auf dem Friedhof „Holy Cross Cemetery“ in Culver City, Kalifornien begraben.

Ford erhielt mehr Regie-Oscars als jeder andere Regisseur.

Wirkung[Bearbeiten]

John Ford gewann insgesamt vier Oscars als „bester Regisseur“. 1936 für Der Verräter, 1941 für Früchte des Zorns, 1942 für Schlagende Wetter und 1953 für Der Sieger. Dazu kamen zwei Preise für den besten Dokumentarfilm. Diese erhielt er für Dokumentationen, die er während des Zweiten Weltkriegs drehte: The Battle of Midway (1942) und Der 7. Dezember (1943).

Ford gilt nicht nur als einer der wichtigsten Regisseure des Western-Genres, sondern des US-amerikanischen Films schlechthin. Mit Ringo machte er im Jahre 1939 sowohl John Wayne zum Star als auch das Monument Valley als Kulisse bekannt. Das Tal mit seinen Felstürmen diente auch in Faustrecht der Prärie, Bis zum letzten Mann, Der Teufelshauptmann, Der schwarze Falke, und in Cheyenne als Schauplatz.

Fords Filme blieben, zumindest bis ca. 1939, trotz seiner persönlich konservativen Ansichten, relativ unpolitisch, romantisch und an der Legende des Wilden Westens orientiert. Mit zunehmendem Alter wurden Fords Filme jedoch pessimistischer, das Bild des moralisch ungebrochenen Pioniers, welcher eine Nation aufzubauen hat (das Credo des „Manifest Destiny der USA“) verlor zusehends an Bedeutung für ihn. Mit dem Protagonisten „Ethan Edwards“ in „The Searchers/Der schwarze Falke“ schuf er einen zeitlosen Archetypen des amerikanischen Kinos, den moralisch ambigen, gehetzten, gewalttätigen Helden.

Seine Verfilmung von John Steinbecks sozialkritischem Klassiker Früchte des Zorns ist eines der ersten Roadmovies. Er drehte zudem Dokumentationen an Kriegsschauplätzen.[1]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Schauspieler[Bearbeiten]

Regisseur[Bearbeiten]

John Ford hat in ca. 50 Jahren Regiearbeit 124 Filme gedreht. Viele seiner Stummfilme gelten als verschollen.

bis 1945[Bearbeiten]

ab 1946[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscar

American Film Institute

Argentinean Film Critics Association Award

  • 1943: Cóndor de Plata für den besten (ausländischen) Film (Schlagende Wetter)

Blue Ribbon Awards

Directors Guild of America

  • 1953: DGA Award für hervorragende Regie-Arbeit (Film) (Der Sieger)
  • 1954: Preis für das Lebenswerk

Golden Globe

  • 1955: Special „Pioneer“ Award

Sindacato Nazionale Giornalisti Cinematografici Italiani

Internationales Filmfestival von Locarno

  • 1948: Prize für den besten Regisseur von Bis zum letzten Mann
  • 1950: Grand Prix für When Willie Comes Marching Home

National Board of Review

  • 1958: NBR Award für den besten Regisseur von Das letzte Hurra

New York Film Critics Circle Award

  • 1936: NYFCC Award für den besten Regisseur von Der Verräter
  • 1939: NYFCC Award für den besten Regisseur von Ringo
  • 1940: NYFCC Award für den besten Regisseur von Früchte des Zorns
  • 1941: NYFCC Award für den besten Regisseur von Schlagende Wetter

Venedig Film Festival

  • 1934: Special Recommendation für The World Moves On
  • 1936: Special Recommendation für Maria von Schottland
  • 1952: International Award für Der Sieger
  • 1952: OCIC Award für Der Sieger
  • 1971: Career Golden Lion

Western Heritage Awards

gemeinsam mit Willis Goldbeck (Produzent); James Warner Bellah (Buch); Lee Marvin, Edmond O’Brien, James Stewart, Vera Miles, John Wayne (Schauspieler)

  • 1964: Bronze Wrangler für einen Kinofilm (Das war der Wilde Westen),

gemeinsam mit Henry Hathaway, George Marshall (Regisseure); James R. Webb (Buch)

  • 1965: Bronze Wrangler für einen Kinofilm (Cheyenne),

gemeinsam mit Bernard Smith (Produzent); James R. Webb (Buch)

Walk of Fame

  • Stern auf dem Walk of Fame: 1642 Vine Street

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard J. Anobile (Hrsg.): John Ford's „Stagecoach“. Starring John Wayne (= The Film Classics Library). Avon Books u. a., New York NY 1975, ISBN 0-380-00291-4.
  • Ronald L. Davis: John Ford. Hollywood's Old Master (= Oklahoma Western Biographies. Bd. 10). University of Oklahoma Press, Norman OK u. a. 1995, ISBN 0-8061-2708-2.
  • Scott Eyman, Paul Duncan (Hrsg.): John Ford. Pionier der Bilder. 1894–1973. Taschen, Köln u. a. 2004, ISBN 3-8228-3090-9.
  • Jörn Glasenapp: „Welcome home, darling!“ John Fords „Rio Grande“ und der Geschlechterkampf an der Frontier des Kalten Krieges. In: Weimarer Beiträge. Jg. 51, H. 3, 2005, ISSN 0043-2199, S. 363–375.
  • Dirk C. Loew: Versuch über John Ford. Die Westernfilme 1939–1964. Books on Demand GmbH, Norderstedt 2005, ISBN 3-8334-2124-X.
  • Joseph McBride: Searching for John Ford. A Life. Faber and Faber, London u. a. 2004, ISBN 0-571-22500-4.
  • Janey A. Place: Die Western von John Ford (= Goldmann-Magnum. 10221). Goldmann, München 1984, ISBN 3-442-10221-9 (Originalausgabe: The Western Films of John Ford. Citadel Press, Secaucus NJ 1974, ISBN 0-8065-0445-5).
  • Andrew Sarris: The John Ford Movie Mystery (= Cinema One. Bd. 27). Secker & Warburg, London 1976, ISBN 0-436-09941-1.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: John Ford – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe Weblinks, Ausstellungen zur Shoa in Paris 2010 und New York 2012
  2. Meldung, spiegel.de, Juni 2010
  3. bis 14. Oktober. Keine Kataloge. In Franz. bzw. Englisch