John Gluck

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John Gluck (* unbekannt; † 1949 in Südafrika) war Assistenzarzt im Universitätskrankenhaus Eppendorf in Hamburg, Mitglied der in Opposition zum NS-Regime stehenden candidates of humanity und gehörte zum Widerstandskreis der später so genannten Weißen Rose Hamburg. Er wurde im Juli 1943 verhaftet und im Polizeigefängnis Fuhlsbüttel durch die Gestapo über Monate schwer misshandelt. Es kam zu keiner Anklage gegen ihn, stattdessen wurde er am 6. Juni 1944 als Schutzhäftling in das KZ Neuengamme eingeliefert. Einige Wochen später erfolgte die Überstellung in das KZ Mauthausen, auf diesem Transport befand sich unter anderem auch der ebenfalls im Zusammenhang mit der Weißen Rose inhaftierte Frederick Geussenhainer. Am 5. Mai 1945 wurde Gluck dort von amerikanischen Truppen befreit. Er erholte sich nicht von den Folgen der Haft und starb 1949 in Südafrika.

Die Misshandlungen an John Gluck durch den stellvertretenden Kommandanten des Polizeigefängnis Fuhlsbüttel, Willi Tessmann, und den SS-Sturmführer Hans Reinhardt waren Gegenstand im sogenannten Fuhlsbüttel-Prozess (Fuhlsbüttel Case No. 2), der vom 1. bis 24. September 1947 im Curiohaus gegen zehn ehemalige Gestapo-Beamte des Polizeigefängnisses geführt wurde.

Literatur[Bearbeiten]

  • Mechtild Bausch: All die Erschlagenen, wer lebt für die? taz-artikel vom 21. August 1992 abgerufen am 21. Oktober 2010
  • Ursel Hochmuth: Candidates of Humanity. Dokumentation zur Hamburger Weißen Rose anläßlich des 50. Geburtstages von Hans Leipelt; Herausgeber: Vereinigung der Antifaschisten und Verfolgten des Naziregimes Hamburg e.V., Hamburg 1971
  • Ursel Hochmuth, Gertrud Meyer: Streiflichter aus dem Hamburger Widerstand. 1933–1945, Zweite Auflage, Frankfurt 1980, ISBN 3-87682-036-7