John Isner

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John Isner Tennisspieler
John Isner
Isner 2014 in Madrid
Nationalität: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geburtstag: 26. April 1985
Größe: 208 cm
Gewicht: 108 kg
1. Profisaison: 2007
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Trainer: Mike Sell
Preisgeld: 6.890.968 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 237:148
Karrieretitel: 9
Höchste Platzierung: 9 (16. April 2012)
Aktuelle Platzierung: 16
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 76:66
Karrieretitel: 3
Höchste Platzierung: 26 (2. April 2012)
Aktuelle Platzierung: 145
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox: 8. September 2014
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

John Robert Isner (* 26. April 1985 in Greensboro, North Carolina) ist ein US-amerikanischer Tennisspieler.

Karriere im College Tennis[Bearbeiten]

Isner spielte von 2003 bis 2007 College Tennis an der University of Georgia. Er erreichte bereits in seiner Jugendkarriere einige Titel auf Collegeebene und gewann mit seiner Mannschaft 2007 die College Meisterschaften, nachdem Georgia bereits ein Jahr zuvor im Finale unterlegen war. Mit ihm als Führungsspieler verlor Georgia nur ein Match in den letzten 2 Jahren. Außerdem war Isner lange Zeit die Nummer 1 der ITA-Rangliste. Im College Tennis errang Isner 139 Einzelsiege. Damit ist er der erfolgreichste Spieler in der Geschichte der Universität von Georgia.

Karriere als Profi[Bearbeiten]

Im Sommer 2007 begann Isner seine Profilaufbahn auf der ATP-Tour. In seiner erst kurz andauernden Profikarriere konnte er bereits ein Challenger und ein Future Turnier gewinnen. Seinen bislang größten Erfolg erreichte er beim ATP-Turnier von Washington, D.C., bei dem er nur aufgrund einer Rückenverletzung von Fernando González mit einer Wildcard ausgestattet ins Hauptfeld gelangte. Obwohl er nur als Nummer 416 ins Turnier gestartet war, besiegte er nacheinander Tim Henman, Benjamin Becker, Wayne Odesnik, Tommy Haas und Gaël Monfils und erreichte das Endspiel, in welchem er mit 4:6, 6:7 Andy Roddick unterlag. Isners größte Stärke ist, aufgrund seiner Größe von 2,08 m, sein Aufschlag mit dem er im Turnierverlauf 144 Asse schlug und auf dem Weg ins Finale alle seine Matches im Tie-Break des dritten Satzes gewann. Durch diesen Erfolg schaffte er den Sprung auf Platz 193 der Weltrangliste. Aufgrund dieser Leistung erhielt er für die nachfolgenden Turniere in Cincinnati und New Haven ebenfalls eine Wildcard, scheiterte aber in der ersten und zweiten Runde jeweils an David Ferrer. Bei den US Open erreichte Isner, nach Siegen über Jarkko Nieminen und Rik De Voest die dritte Runde, in der er allerdings gegen die Nummer eins der Welt, Roger Federer in vier Sätzen scheiterte. Er war nur einer von zwei Spielern der im Turnierverlauf einen Satzgewinn gegen Federer verbuchen konnte. Im weiteren Saisonverlauf konnte Isner einige Erfolge bei Challenger-Turnieren feiern und beendete das Tennisjahr auf Position 107 der Weltrangliste.

Im Jahr 2008 konnte Isner keine großen Erfolge vorweisen. Bei allen vier Grand-Slam Turnieren scheiterte er jeweils in der ersten Runde. Sein bestes Resultat war das Erreichen des Viertelfinales in San José, wo er Florent Serra und Tommy Haas schlagen konnte. Er beendete das Jahr auf Platz 144.

2009 bei den US Open

Das Jahr 2009 war das bisher beste in der Karriere von John Isner. Er erreichte unter anderem die dritten Runde bei den Australian Open, die dritte Runde beim Indian Wells Masters, wo er mit Gaël Monfils erstmals einen Top-10 Spieler der Weltrangliste schlagen konnte. Weitere Erfolge waren das Viertelfinale in Houston, die zweite Runde bei den Masters Turnieren in Montreal und Washington, sowie das Achtelfinale bei den US-Open, wo er unter anderem Andy Roddick im Tie-Break des fünften Satzes besiegte und erst gegen Fernando Verdasco in vier Sätzen verlor. Bei den Grand-Slam Turnieren von Wimbledon und Roland Garros konnte er aufgrund einer Infektion mit Pfeiffer-Drüsenfieber nicht teilnehmen. Er beendete das Jahr 2009 auf Position 34 der Weltrangliste.

Ins Tennisjahr 2010 startete Isner mit seinem ersten Turniersieg auf der ATP-Tour. Beim Turnier von Auckland gewann er das Finale gegen Arnaud Clément mit 6:3, 5:7, 7:62. Bei den Australian Open erreichte er das Achtelfinale, in dem er dem starken Briten Andy Murray in drei Sätzen mit 6:74, 3:6 und 2:6 unterlag. Im Februar gewann er seinen zweiten Titel im Doppel an der Seite von Sam Querrey in Memphis in zwei Sätzen mit 6:4 und 6:4.

2012

Im März 2012 besiegte Isner im Halbfinale des Masters-Turniers in Indian Wells überraschend den Weltranglisten-Ersten Novak Đoković in drei Sätzen mit 6:77, 6:3 und 6:75. Im Finale traf er auf Roger Federer, welchem er mit 6:77, 3:6 unterlag. In der Weltrangliste schaffte er durch diesen Finaleinzug erstmals den Vorstoß in die Top 10. Kurz darauf zog er beim Turnier in Houston abermals in ein ATP-Finale ein. Gegen Juan Mónaco verlor er zwar in drei Sätzen, die Finalteilnahme beförderte ihn jedoch auf Position neun in der Weltrangliste.

Persönliches und Kurioses[Bearbeiten]

Isner studiert Sprachwissenschaften an der University of Georgia und hat zwei ältere Brüder.

Nach seinem Sieg über Tommy Haas verlangte der Deutsche scherzhaft eine Größenbeschränkung für ATP-Spieler.[1] Isner ist mit 2,08 m Körpergröße gemeinsam mit dem Kroaten Ivo Karlović der größte Spieler auf der ATP-Tour.

Am 24. Juni 2010 stellten Isner und der Franzose Nicolas Mahut beim Erstrundenspiel in Wimbledon einen historischen Rekord auf. Erst nach einer Gesamtspielzeit von elf Stunden und fünf Minuten war das Match zugunsten von Isner entschieden. Der entscheidende fünfte Satz allein dauerte über acht Stunden an und endete 70:68. Begonnen hatte die Partie bereits am 22. Juni. Wegen einbrechender Dunkelheit war sie jedoch zweimal – nach dem vierten sowie beim Stand von 59:59 im fünften Satz – unterbrochen worden. Nicht nur in der Länge, sondern auch in der Zahl der Asse stellte das Spiel neue Rekorde auf: Isner gelangen 112, Mahut 103 Asse. Nie zuvor hatte ein Spieler in einem Match eine dreistellige Anzahl von Assen erreicht.[2][3][4]

2011 trafen beide erneut in der ersten Runde in Wimbledon aufeinander.[5] Diesmal war das Spiel in drei Sätzen entschieden: Isner gewann mit 7:6 (7:4), 6:2 und 7:6 (8:6).[6]

Erfolge[Bearbeiten]

Legende (Anzahl der Siege)
Grand Slam
Tennis Masters Cup
ATP Masters Series
ATP World Tour Masters 1000 (1)
ATP International Series Gold
ATP World Tour 500 (1)
ATP International Series
ATP World Tour 250 (10)
Titel nach Belag
Hartplatz (7)
Sand (2)
Rasen (3)
Teppich (0)

Einzel[Bearbeiten]

Siege[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. 16. Januar 2010 NeuseelandNeuseeland Auckland (1) Hartplatz FrankreichFrankreich Arnaud Clément 6:3, 5:7, 7:62
2. 10. Juli 2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Newport (1) Rasen BelgienBelgien Olivier Rochus 6:3, 7:66
3. 27. August 2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Winston-Salem (1) Hartplatz FrankreichFrankreich Julien Benneteau 4:6, 6:3, 6:4
4. 15. Juli 2012 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Newport (2) Rasen AustralienAustralien Lleyton Hewitt 7:61, 6:4
5. 25. August 2012 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Winston-Salem (2) Hartplatz TschechienTschechien Tomáš Berdych 3:6, 6:4, 7:69
6. 14. April 2013 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Houston Sand SpanienSpanien Nicolás Almagro 6:3, 7:5
7. 28. Juli 2013 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Atlanta (1) Hartplatz SudafrikaSüdafrika Kevin Anderson 6:73, 7:62, 7:62
8. 11. Januar 2014 NeuseelandNeuseeland Auckland (2) Hartplatz Chinese TaipeiChinese Taipei Lu Yen-hsun 7:64, 7:67
9. 28. Juli 2014 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Atlanta (2) Hartplatz IsraelIsrael Dudi Sela 6:3, 6:4

Finalteilnahmen[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. 5. August 2007 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Washington D.C. Hartplatz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andy Roddick 4:6, 6:74
2. 21. Februar 2010 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Memphis Hartplatz (i) Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sam Querrey 7:63, 6:75, 3:6
3. 9. Mai 2010 SerbienSerbien Belgrad Sand Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sam Querrey 6:3, 6:74, 4:6
4. 25. Juli 2010 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Atlanta Hartplatz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mardy Fish 6:4, 4:6, 6:74
5. 24. Juli 2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Atlanta Hartplatz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mardy Fish 6:3, 6:76, 2:6
6. 18. März 2012 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Indian Wells Hartplatz SchweizSchweiz Roger Federer 6:77, 3:6
7. 15. April 2012 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Houston Sand ArgentinienArgentinien Juan Mónaco 2:6, 6:3, 3:6
8. 4. August 2013 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Washington D.C. Hartplatz ArgentinienArgentinien Juan Martín del Potro 6:3, 1:6, 2:6
9. 18. August 2013 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Cincinnati Hartplatz SpanienSpanien Rafael Nadal 6:78, 6:73

Doppel[Bearbeiten]

Siege[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Endergebnis
1. 7. Juli 2008 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Newport Rasen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mardy Fish IndienIndien Rohan Bopanna
PakistanPakistan Aisam-ul-Haq Qureshi
6:4, 7:61
2. 21. Februar 2010 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Memphis Hartplatz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sam Querrey Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ross Hutchins
AustralienAustralien Jordan Kerr
6:4, 6:4
3. 15. Mai 2011 ItalienItalien Rom Sand Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sam Querrey Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mardy Fish
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andy Roddick
w.o.

Finalteilnahmen[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Endergebnis
1. 2. Mai 2010 ItalienItalien Rom Sand Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sam Querrey Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bob Bryan
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mike Bryan
2:6, 3:6
2. 10. April 2011 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Houston Sand Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sam Querrey Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bob Bryan
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mike Bryan
7:64, 2:6, [5:10]
3. 17. März 2012 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Indian Wells Hartplatz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sam Querrey SpanienSpanien Marc López
SpanienSpanien Rafael Nadal
2:6, 6:73

Statistik (Einzel)[Bearbeiten]

Turnier1 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 Gesamt
Australian Open 1R 3R 3R AF 1R 1R 0
French Open AF 3R 2R 1R 3R 1R 0
Wimbledon 3R 2R 1R 2R 2R 1R 0
US Open 3R 3R 3R VF 3R AF 1R 3R 0
ATP World Tour Finals2   0
Indian Wells Masters HF 2R F 3R AF AF 2R 0
Miami Masters AF 3R 3R AF 3R 2R 1R 0
Monte Carlo Masters 1R 0
Madrid Masters3 AF 2R 2R 2R AF 0
Rom Masters 1R 1R 2R 1R 2R 0
Hamburg Masters4 nicht ausgetragen 0
Canada Masters 1R 1R HF 2R 2R 0
Cincinnati Masters AF F 1R 2R 2R 2R 1R 0
Shanghai Masters   2R AF 2R 1R n. a. 0
Paris Masters   AF 2R HF 2R 2R 0
Olympische Spiele n. a. VF nicht ausgetragen n. a. 0
Davis Cup5 VF HF VF PO 0
Turnierteilnahmen6 19 22 21 22 21 18 19 5 146
Erreichte Finals 2 4 4 3 4 0 0 1 18
Gewonnene Einzel-Titel 2 2 2 2 1 0 0 0 9
Hartplatz-Siege/-Niederlagen 23:9 27:16 27:12 26:13 29:13 25:17 9:12 8:4 174:96
Sand-Siege/-Niederlagen 6:5 8:5 10:7 4:7 8:10 2:1 1:3 0:0 39:38
Rasen-Siege/-Niederlagen 4:2 4:3 8:2 6:1 1:1 0:0 1:4 0:1 24:14
Teppich-Siege/-Niederlagen7 0:0 0:0 0:0 0:0 0:0 0:0 0:0 0:0 0:0
Gesamt-Siege/-Niederlagen8 33:16 39:24 45:21 36:21 38:24 27:18 11:19 8:5 237:148
Weltranglistenpunkte 1925 2150 2215 1800 1850 1067 304 407 N/A
Jahresendposition (16) 14 14 18 19 34 144 106 N/A

Zeichenerklärung: S = Turniersieg; F, HF, VF, AF = Einzug ins Finale / Halbfinale / Viertelfinale / Achtelfinale; 1R, 2R, 3R = Ausscheiden in der 1. / 2. / 3. Hauptrunde; RR = Round Robin (Gruppenphase)

1 Turnierresultat in Klammern bedeutet, dass der Spieler das Turnier noch nicht beendet hat; es zeigt seine aktuelle Runde im Turnier an. Wenn der Spieler das Turnier beendet hat, wird die Klammer entfernt.
2 vor 2009 Tennis Masters Cup
3 Das Masters-Turnier von Madrid wurde vor 2002 in Stuttgart, Essen und Stockholm ausgetragen. 2009 erfolgte ein Belagwechsel von Hartplatz zu Sand.
4 Das Turnier von Hamburg ist seit 2009 nicht mehr Teil der Masters-Serie
5 PO = Playoff (Auf- und Abstiegsrunde in der Davis-Cup-Weltgruppe).
6 Im Gegensatz zum ATP Ranking werden hier (sowie bei der Anzahl Finalteilnahmen und gewonnener Titel) nur Turniere der ATP World Tour sowie die vier Grand-Slam-Turniere und die ATP World Tour Finals gezählt, d.h. keine Challenger- oder Future-Turniere oder Mannschaftswettbewerbe (Davis Cup oder World Team Cup). Letztere zählen jedoch in den Sieg/Niederlagen-Statistiken.
7 Seit der Saison 2009 werden keine ATP-Turniere mehr auf Teppich ausgetragen
8 Stand: 8. September 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: John Isner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Haas verzweifelt gegen Nummer 416. FAZ.net, 4. August 2007
  2. Wimbledon - 70:68! Tennis-Wahnsinn zu Ende Eurosport, 24. Juni 2010
  3. Isner-Mahut Wimbledon marathon never really ends (usatoday.com, abgerufen 17. April 2013)
  4. Isner - Mahut: Ein Spiel für die Ewigkeit und für Wimbledon 2011 (tennisnet.com, abgerufen 17. April 2013)
  5. Das Spiel, das niemals endet. (fr-online.de, abgerufen am 20. Juni 2011)
  6. Sprint statt Marathon, Isner gewinnt gegen Mahut (focus.de, abgerufen 17. April 2013)