John M. Darley

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John M. Darley (* 3. April 1938) ist US-amerikanischer Sozialpsychologe. Er beschäftigte sich vor allem mit Fragen der menschlichen Hilfeleistung und suchte hier Regeln zu finden.

Leben[Bearbeiten]

Darley studierte von 1956 bis 1960 am Swarthmore College, wo er 1960 einen Bachelor-Abschluss erwarb. Später ging er an die Harvard University, wo er einen Master (1962) und einen Ph.D. (1965) erwarb. Zu einem der wichtigsten Ph. D.-Schüler von Darley kann Daniel Batson gezählt werden.

Forschung[Bearbeiten]

Darley wurde vor allem für seine Arbeiten mit Bibb Latané bekannt. Sie untersuchten den Bystander-Effekt, also die Frage, warum Menschen nicht immer intervenieren, wenn bei einem Unfall oder einer sonstigen Begebenheit Hilfe nötig ist. Hintergrund war der Mord an Kitty Genovese, die im März 1964 in New York ermordet wurde, während 38 Personen untätig zusahen.

Durch Experimente fand Darley heraus, dass ein Mehr an Personen am Ort eines Geschehens zu einer verminderten Hilfsbereitschaft führen kann. Er führte dies auf zwei Ursachen zurück. Zum einen bekämen die Leute den Eindruck, dass weil niemand helfe, alles seine Richtigkeit habe (pluralistische Ignoranz) und zum anderen werde in Gruppen unklar, wer die Verantwortung hat (Verantwortungsdiffusion), was ebenfalls die Bereitschaft bei einem Unfall oder einer anderen Begebenheit einzuschränken reduziere.

Nach Latané und Darley (1970) kommt es nur zur Hilfeleistung, wenn

  1. die Person die Situation bemerkt
  2. sie als Notfall interpretiert
  3. sich verantwortlich fühlt
  4. weiß wie man helfen kann
  5. die „Kosten“ des Helfens (z.B. Gefahr für die eigene Gesundheit, Zeitaufwand usw.) nicht zu hoch sind.

Falls nicht alle fünf Bedingungen erfüllt sind, kommt es nicht zur Hilfeleistung.

Quellen[Bearbeiten]