John McCormack (Tenor)

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John McCormack (1910)

John McCormack (* 14. Juni 1884 in Drumsna, Irland; † 16. September 1945 in Dublin) war ein bedeutender irischer Sänger (Tenor).

Leben[Bearbeiten]

John McCormack erhielt seine erste Ausbildung bei Vincent O’Brien als Mitglied des Palestrina-Chors der Kathedrale von Dublin. Bereits 1902 gewann er einen Gesangswettbewerb in Dublin und sang 1904 bei der Louisiana Purchase Exposition, der Weltausstellung in St. Louis. Nach weiteren Studien bei Vincenzo Sabbatini in Mailand debütierte er 1906 als Opernsänger unter dem Namen Giovanni Foli in Savona (Italien) als Fritz in L’Amico Fritz von Pietro Mascagni.

Bereits im Jahre 1907 debütierte er erfolgreich an der Royal Opera Covent Garden in London als Turiddu in Cavalleria rusticana von Mascagni. An diesem Opernhaus feierte er in insgesamt 15 verschiedenen Rollen bis 1914 große Triumphe. Seinen Erstauftritt in Amerika hatte er 1909 am Manhattan Opera House als Alfredo in La Traviata. Danach war er auch in den Vereinigten Staaten sehr erfolgreich. So sang er 1910 für die Chicago-Philadelphia Opera Company und gab im selben Jahr sein Debüt an der New Yorker Metropolitan Opera, wieder als Alfredo in der Traviata. An der Metropolitan Opera sang er dann noch in den Jahren 1912–1914 und 1917–1918. Im Jahr 1911 unternahm er mit der weltberühmten australischen Sopranistin Nellie Melba eine Tournee in Australien. Ab 1912 absolvierte McCormack ausgedehnte Konzerttourneen, bei denen er weltweit bejubelt wurde. Aufgrund der riesigen Erfolge bei seinen Konzerten und seiner mangelnden schauspielerischen Begabung (McCormack selbst bezeichnete sich als „den schlechtesten Schauspieler der Welt“) zog er sich ab 1923 völlig von der Opernbühne zurück und sang nur mehr in Konzerten, in denen er besonders auch irische Volkslieder vortrug.

Seine große Popularität machte ihn zu einem der bestverdienenden Klassikstars seiner Zeit – seine zahlreichen Schallplattenaufnahmen waren gewaltige Verkaufshits – und brachte ihn auch zum Tonfilm (Song o’ My Heart, 1929). Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Sänger spendete große Summen für wohltätige Zwecke und auch Einrichtungen der katholischen Kirche. Daher wurde McCormack, der seit 1919 US-amerikanischer Staatsbürger war, auch zum päpstlichen Grafen ernannt. 1938 gab er in der Londoner Royal Albert Hall sein Abschiedskonzert, trat dann aber während des Zweiten Weltkriegs noch gelegentlich bei Wohltätigkeitskonzerten auf. Ab 1938 lebte er gemeinsam mit seiner Frau wieder in seiner irischen Heimat auf einem Landsitz nahe Dublin.

McCormack wurde auf dem Deansgrange Cemetery südlich von Dublin begraben.

Stimme und Bedeutung[Bearbeiten]

Seine Stimme war hell-timbriert mit leicht nasal-verhangenem Einschlag und sicherer Höhe. Neben dem großen Enrico Caruso und später Beniamino Gigli galt John McCormack als der bedeutendste Tenor seiner Zeit. Caruso schätzte ihn sehr und sah in McCormack seinen größten Rivalen.

Diskografie[Bearbeiten]

Sehr große Anzahl von Schallplattenaufnahmen, die von den verschiedensten Plattenlabels auch auf CD neu herausgegeben wurden. Seine Aufnahme der Arie Il mio tesoro aus Don Giovanni gilt in der Fachwelt bis heute als eine Modellaufnahme, wie etwa bei den anerkannten Gesangsexperten Jürgen Kesting und John Steane in ihren Standardwerken über die großen Sänger des 20. Jahrhunderts nachzulesen ist.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1933 erhielt McCormack die Laetare-Medaille.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Nigel Douglas: More Legendary Voices. Limelight Editions, New York 1995, ISBN 0-87910-193-8.
  • Jürgen Kesting: Il mio tesoro. John McCormack. In: Ders.: Die großen Sänger, Bd. 1. Claassen, Düsseldorf 1986, ISBN 3-546-45387-5, S. 354–364.
  • Gordon T. Ledbetter: The Great Irish Tenor. John McCormack. Town House, Dublin 2003, ISBN 1-86059-178-7 (Nachdr. d. Ausg. London 1977).
  • Lily McCormack: I Hear You Calling Me. The Story of John McCormack. Bruce Publ., Milwaukee 1949.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: John McCormack – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Montreal Gazette, 5. Juni 1933