John Merivale

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John Merivale (* 1. Dezember 1917 in Toronto, Ontario, Kanada als John Herman Merivale; † 6. Februar 1990 in London) war ein kanadischer Bühnen- und Charakter-Schauspieler in Film, Fernsehen und Theater.[1] Bekannt wurde er vor allem durch seine Rollen in Kinofilmen wie Caltiki, Rätsel des Grauens, Die Totenliste, Sie nannten ihn King oder Arabeske.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

John Herman Merivale wurde als Sohn von Phillip Merivale und Gladys Cooper 1917 in Toronto in eine theaterbegeisterte Familie geboren.[2] Merivale wurde nach England geschickt und erhielt seine Ausbildung am New College in Oxford. Im Alter von 15 Jahren sammelte er in James Whales Horror-Klassiker Der Unsichtbare 1933 in der kleinen Rolle eines Zeitungsjungen erste Erfahrungen im Filmgeschäft, obwohl seine eigentliche Liebe zeitlebens dem Theater gelten sollte.

Während des Zweiten Weltkriegs diente er als Pilot in der britischen Royal Air Force und der Royal Canadian Air Force. Als Theater-Schauspieler galt John Merivale danach als einer der letzten "Matinee Idole" der Nachkriegs-Ära und genoss fast drei Jahrzehnte lang großen Erfolg auf der Bühne in England und Amerika. Er erschien am Broadway 1946 in Lady Windermere's Fan und 1948 in Anne of a Thousand Days neben Rex Harrison.

Von 1950 an startete er parallel eine Karriere im amerikanischen Fernsehen mit Rollen in TV-Serien wie Actor's Studio oder Somerset Maugham TV Theatre, bevor er 1956 sein Kinofilmdebüt in dem britischen Kriegsdrama Panzerschiff Graf Spee der beiden Regisseure Michael Powell und Emeric Pressburger gab. Zwei Jahre später spielte Merivale in Roy Ward Bakers Drama Die letzte Nacht der Titanic und 1959 die Rolle des Archäologen Dr. John Fielding in Riccardo Fredas Horrorfilm Caltiki, Rätsel des Grauens.[3]

In den 1960er Jahren sah man ihn in John Hustons prominent besetztem Thriller Die Totenliste in der Rolle des Adrian Messenger neben Schauspielern wie George C. Scott und Kirk Douglas. 1965 besetzte ihn Regisseur Bryan Forbes für sein Kriegsdrama Sie nannten ihn King. 1966 spielte er seine letzte und bis dahin vielleicht bekannteste Rolle auf der Leinwand als Major Sylvester Pennington Sloane in Stanley Donens Spionage-Klassiker Arabeske an der Seite von Gregory Peck, Sophia Loren und Alan Badel.[4]

Anschließend zog er sich aus dem Filmgeschäft zurück, um seine ernsthaft erkrankte Lebens-Partnerin die Schauspielerin Vivien Leigh mit der er in Eaton Square zusammenlebte zu pflegen. Leigh starb an Tuberkulose im Jahr 1967.

John Merivale war in erster Ehe von 1941 bis 1947 mit der Schauspielerin Jan Sterling verheiratet. Im Jahr 1970 diagnostizierten die Ärzte bei John Merivale selbst eine erblich bedingte Nierenerkrankung an der bereits sein Vater gestorben war. Seine zweite Frau die Schauspielerin Dinah Sheridan die er 1986 geheiratet hatte, begleitete ihn bis zu seinem Tod im Jahr 1990. Als John Merivale am 6. Februar mit 72 Jahren an einer Lungenentzündung im Charing Cross Hospital nach langer Krankheit in London stirbt, hat er in über 20 Produktionen von Film und Fernsehen mitgewirkt.[5]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Kino[Bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten]

  • 1950: Actor's Studio (Fernsehserie)
  • 1950: Somerset Maugham TV Theatre (Fernsehserie)
  • 1952: Celanese Theatre (Fernsehserie)
  • 1952: Robert Montgomery Presents (Fernsehserie)
  • 1955: ITV Play of the Week (Fernsehserie)
  • 1957: The Vise (Fernsehserie)
  • 1957: Hour of Mystery (Fernsehserie)
  • 1959: ITV Television Playhouse (Fernsehserie)
  • 1961: Theatre 70 (Fernsehserie)
  • 1961: Kraft Mystery Theater (Fernsehserie)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Merivale in: Theatreland: A Journey Through the Heart of London's Theatre, von Paul Ibell, International Publishing Group, 2009, Seite 105
  2. Biographische Daten von John Merivale in: Raymond Burr: A Film, Radio and Television Biography, von Ona L. Hill - 1999, Seite 14
  3. John Merivale in: The Complete H. P. Lovecraft Filmography, von Charles P. Mitchell, Greenwood Publishing Group, 2001, Seite 43
  4. John Merivale in: Variety movie guide, von Derek Elley, Variety, Seite 25
  5. Nachruf auf John Merivale in: The New York Times