John Paul Jones (Seefahrer)

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John Paul Jones; Gemälde von etwa 1890

John Paul Jones (* 6. Juli 1747 in Arbigland, Kirkcudbrightshire, Schottland; † 18. Juli 1792 in Paris) war ein Freiheitskämpfer im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Jones gilt als Seeheld, US-amerikanischer Nationalheld und als 'Vater' der US Navy.

Leben[Bearbeiten]

Jones wurde 1747 in Arbigland im Kirchspiel Kirkbean geboren. Sein Vater John Paul war Gärtner des Parlamentsabgeordneten Robert Craik, seine Mutter, Jean Macduff, war schottischer Herkunft. Im Alter von zwölf Jahren wurde er Shipmaster's Apprentice (Kapitänslehrling) bei dem Kaufmann Younger in Whitehaven.

Nach mehreren Reisen als Steuermann auf Sklavenschiffen wurde er mit 21 Jahren Kapitän. Beim Ausbruch des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges befehligte er das Schiff Providence. Er wurde im November 1777 nach Frankreich gesandt, um dort ein größeres Kommando zu übernehmen. Da die französische Regierung mit der Kriegserklärung an Großbritannien zögerte, unternahm Jones am 10. April 1778 von Brest aus auf eigene Faust einen Streifzug gegen die nördlichen britischen Küsten und kaperte die britische Sloop Drake.

Im August 1779 wurde Jones Kommodore eines Geschwader aus französischen und US-amerikanischen Schiffen. Der gegen Liverpool gerichtete Anschlag scheiterte.

Während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges brachte er vor der Küste Englands und Schottlands britische Schiffe auf. Zu einem geflügelten Wort wurde sein Ausruf in der Seeschlacht gegen das britische Linienschiff H.M.S. Serapis am 23. September 1779. Als sein Schiff Bonhomme Richard zu sinken begann, forderte ihn der britische Kapitän Pearson zur Kapitulation auf. Der Legende nach antwortete John Paul Jones mit den Worten: „Sir, I have not yet begun to fight!“ („Mein Herr, ich habe noch nicht einmal begonnen zu kämpfen!“) Es gelang ihm, mit seiner Mannschaft die britische Serapis zu kapern. Das war das erste Mal, dass ein Kriegsschiff vor seinem sinkenden Gegner die Flagge streichen musste. Jones reklamierte die Serapis als Prise für die USA, musste sie jedoch an Frankreich geben. Jones verließ daraufhin den französischen Dienst und kehrte mit der Fregatte Alliance in die USA zurück.

Der Bronze-Sarkophag

Auf Einladung der Kaiserin Katharina II. trat er in russische Dienste und trug 1788 wesentlich zum Sieg Russlands über die türkische Flotte bei. 1789 bewog ihn die Eifersucht des Fürsten Potemkin, Russland zu verlassen. Er lebte später in Holland und Frankreich.

John Paul Jones starb fast vergessen am 18. Juli 1792 in Paris. Seine sterblichen Überreste wurden 1905 nach Amerika überführt und in der United States Naval Academy in einem Bronze-Sarkophag beigesetzt, an dem seit über hundert Jahren Marinesoldaten rund um die Uhr Wache halten.

Die Umstände der Konservierung des Leichnams sowie dessen Zukunft nach einem fiktiven Verschwinden der Menschheit wird in Folge 3 der 2. Staffel der Dokufiktion-Serie Zukunft ohne Menschen („Die Wiege der Zivilisation“, USA 2010) gezeigt.

Nachleben[Bearbeiten]

USS John Paul Jones (DDG-53)

Die US Navy benannte fünf Schiffe nach John Paul Jones:

Literatur[Bearbeiten]

  • John Paul Jones: Life of Rear-Admiral John Paul Jones; compiled from his original journals and correspondence; including an account of his services in the American revolution and the war between the Russians and the Turks in the Black Sea. J. B. Lippincott and Co, Philadelphia 1880 (Digitalisat)
  • John Henry Sherburne: The life and character of John Paul Jones: a captain in the United States Navy during the Revolutionary War, 2. Auflage New York 1851 (Digitalisat)
  • Peter Vansittart: John Paul Jones. A Rebellious Spirit. Robson Books, London 2004, ISBN 1-86105-621-4
  • Samuel Eliot Morison: John Paul Jones – A Sailor's Biography

Belletristik[Bearbeiten]

Verfilmung[Bearbeiten]

  • Jones' Leben wurde 1959 in Hollywood unter dem Titel John Paul Jones (deutscher Titel: Beherrscher der Meere) mit Robert Stack in der Titelrolle verfilmt (Regie: John Farrow).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: John Paul Jones – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien