John Prince-Smith

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John Prince-Smith, 1862. Grafik von Hermann Scherenberg.

John Prince-Smith (* 20. Januar 1809 in London; † 3. Februar 1874 in Berlin) war Volkswirt und Manchesterliberaler in Deutschland. Er war die bedeutendste Persönlichkeit der deutschen Freihandelsbewegung.

Leben[Bearbeiten]

Prince-Smith kam aus einem vermögenden Elternhaus, sein Vater war Gouverneur in Britisch-Guayana, wo Prince-Smith bis 1820 lebte. Danach Rückkehr nach England. Er verlor danach bald Vater und Vermögen.

1831 kam er als Englischlehrer nach Elbing. Nebenbei erwarb er sich autodiktatisch Kenntnisse in der Volkswirtschaft. Den Beruf des Englischlehrers übte er bis 1840 aus. 1846 zog er nach Berlin und durch eine Heirat wurde er wieder vermögend.

1846 gründete er den Deutschen Freihandelsverein, der sich aber nicht lange hielt. Wichtiger war die Gründung der Freihandelsschule, an der er lehrte. Prince-Smith war der Mentor wichtiger späterer liberaler Journalisten und Ökonomen: Julius Faucher, Max Wirth, Otto Michaelis und Otto Wolff, die wichtige Akzente in nationalökonomischen Fragen setzen konnten.

1848 ging Prince-Smith mit Faucher nach Frankfurt, um den Ausschuss für die volkswirtschaftliche Gesetzgebung freihänderlisch und manchesterliberal zu beeinflussen. Nach dem Scheitern der Paulskirchenverfassung verschlug es Prince-Smith nach Berlin, wo er einen Zentralbund für Handelsfreiheit gründete.

Prince-Smith war lange Zeit Vorsitzender der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft und der ständigen Deputation des volkswirtschaftlichen Kongresses. Er vertrat von 1861 bis 1866 den Stettiner Wahlkreis als Abgeordneter im preußischen Abgeordnetenhaus und war von 1871 bis 1874 Mitglied des Reichstages als Abgeordneter des Wahlkreises Herzogtum Anhalt 1 (Dessau - Zerbst).[1]

John Prince-Smith hat zahlreiche Schriften Frédéric Bastiats ins Deutsche übersetzt.

Schriften[Bearbeiten]

Werkausgabe:

  • Otto Michaelis (hrsg.): John Prince-Smith's Gesammelte Schriften. Berlin 1877–1880 (Digitalisat: Band 1, Band 2, Band 3)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Specht, Fritz / Schwabe, Paul: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Aufl. Berlin: Verlag Carl Heymann, 1904, S. 285

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: John Prince-Smith – Quellen und Volltexte