John Rex

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John Rex (* 5. März 1925 in Port Elizabeth, Eastern Cape, Südafrika; † 20. Dezember 2011[1]) war ein südafrikanisch-britischer Soziologe. Er war von Karl Marx, Max Weber, Georg Simmel and Émile Durkheim beeinflusst und sah sich als Vertreter einer objektiven Soziologie, doch ist er zugleich stets politisch engagiert gewesen.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

John Rex besuchte die Grey Primary und die Grey High School in Port Elizabeth. Ab 1943 diente er in der britischen Kriegsmarine im Mittelmeer in Italien. Seinen B.A. für Soziologie und Philosophie erwarb er 1945 an der Rhodes University in Grahamstown (Südafrika), 1946 ebendort den B.A. Honour für Soziologie.

Als er 1946 nach seinem Dienst in der britischen Flotte nach Südrhodesien zurückkehrte, hatte der damalige Präsident der Students' Union, Ian Smith, späterer Premier von Südrhodesien, die Rhodes University ausgeschlossen, weil sie farbige Studenten zuließ. John Rex war eine der Hauptfiguren in der Kampagne für deren Wiederaufnahme in die Students' Union. Er lehrte nahe Bulawayo an der Hope Fountain-Missionsschule und hatte sich entschlossen, seine M.A.-Arbeit über den Generalstreik von 1946 in Bulawayo zu schreiben. Allerdings verwies ihn die südrhodesische Regierung des Landes, weil er „auf Grund von Informationen einer anderen Regierung nicht mehr in Südrhodesien erwünscht“ sei.

Er kehrte nach Südafrika zurück, bewarb sich dort um ein Visum für Großbritannien und erhielt mit der Unterstützung seines Professors James Irving eine Stelle als Dozent an der Universität Leeds.

Zusammen mit Reverend Michael Scott und dessen Londoner antirassistischen Organisation Africa Bureau bekämpfte er die noch lange mächtige Vorstellung einer "weißen Vormachtstellung" (White Supremacy) im südlichen Afrika. Auch engagierte er sich stark in der Kampagne für eine nukleare Abrüstung und beschäftigte sich weiterhin mit dem Kampf gegen rassistische Diskriminierung. Dies veranlasste ihn dazu, seine Aufmerksamkeit auf den Islam und die Arbeit der asiatischen Gewerkschaften auszuweiten.

Mit dem Sturz der "weißen Vorherrschaft" war für ihn allerdings nur eins von vielen Problemen gelöst worden, die unsere Gesellschaft unvollkommen erscheinen lassen.

John Rex war mit Pamela Rutherford verheiratet (zwei Töchter; Scheidung 1964) und ab 2006 mit Margaret Ellen Rex (geb. Biggs).

Er lebte in Warwickshire, England.

Berufliche Stationen im Einzelnen[Bearbeiten]

John Rex war Vorsitzender der British Sociological Society.

Wichtigste Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Key Problems of Sociological Theory. London: Routledge and Kegan Paul 1961 (ein international vielbeachteter Beitrag zur Konfliktsoziologie)
  • (mit Robert Moore): Race Community and Conflict, Oxford 1967
  • Race Relations in Sociological Theory. London: Weidenfeld and Nicolson 1970
  • (mit Sally Tomlinson): Colonial Immigrants in a British City - A Class Analysis. London: Routledge and Kegan Paul 1979
  • Ethnic Minorities in the Modern Nation State - Working Papers in the Theory of Multi-Culturalism and Political Integration in European Cities. Basingstoke: MacMillan 1996
  • The Governance of Multicultural Societies. Aldershot: Ashgate 2004.
  • „Empire, Race and Ethnicity“, in: International Journal of Comparative Sociology, Jg. 45, 2004, H. 3, S.161-173.

Literatur[Bearbeiten]

  • Herminio Martins (Hrsg.): Knowledge and Passion. Essays in Honour of John Rex. (Festschrift zu John Rex' 70. Geburtstag), 1993

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Obituary - Professor John Rex. University of Warwick. 20. Dezember 2011. Abgerufen am 21. Dezember 2011.