John Taylor Gatto

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John Taylor Gatto (* 15. Dezember 1935 in Monongahela, Pennsylvania) ist ein US-amerikanischer Lehrer, Autor und Redner.

Leben[Bearbeiten]

Gatto wurde in der Gegend um Pittsburgh geboren. In seiner Jugend besuchte er öffentliche Schulen in der Pittsburgh Metro Area darunter Swissvale, Monongahela, und Uniontown sowie ein katholisches Internat in Latrobe. Er studierte an der Cornell University, der University of Pittsburgh und der Columbia University und diente dann im medizinischen Dienst der U.S. Army in Fort Knox, Kentucky, und Fort Sam Houston, Texas. Nach seiner Zeit bei der Armee setzte er sein Studium an der City University of New York, am Hunter College, an der Yeshiva University, an der University of California und an der Cornell University fort.

Leistungen[Bearbeiten]

Gatto war über 29 Jahre als Lehrer tätig. 1989, 1990[1] und 1991 wurde er als New York City Teacher of the year und 1991 als New York State Teacher of the Year ausgezeichnet.[2] 1991 schrieb er einen Brief an das Wallstreet Journal, in dem er seinen Rückzug aus dem Schuldienst begründete.

In der Folge hielt Gatto zahlreiche Vorträge zu Erziehungsfragen im ganzen Land und schrieb Bücher zu diesem Thema. Gatto erhielt Auszeichnungen von libertären Organisationen, darunter 1997 den Alexis de Tocqueville Award for Excellence in Advancement of Educational Freedom der 'Alliance for the Separation of School & State' [3]

Gatto tritt für homeschooling und insbesondere für Unschooling ein.

1985 und 1988 bewarb sich Gatto für den Senat von New York. [4]

Gatto arbeitet zurzeit an einem dreiteiligen Dokumentarfilm zum auf der Schulpflicht beruhenden Schulsystem.[5]

Hauptthesen[Bearbeiten]

Was macht die Schule mit den Kindern? Gatto vertritt dazu in „Dumbing us down“ folgende Thesen:

  • Sie macht die Kinder konfus. Sie präsentiert ein zusammenhangloses Ensemble von Informationen, die das Kind memorieren muss, um nicht von der Schule zu fliegen. Abgesehen von den Tests und Prüfungen funktioniert diese Programmierung ähnlich wie das Fernsehen, das fast die ganze ‚freie’ Zeit der Kinder ausfüllt. Man sieht und hört irgendetwas, um es gleich wieder zu vergessen.
  • Sie lehrt sie ihre Klassenzugehörigkeit zu akzeptieren.
  • Sie macht sie gleichgültig.
  • Sie macht sie emotional abhängig.
  • Sie bringt ihnen eine Art von Selbstvertrauen bei, die auf ständige Bestätigung durch Experten angewiesen ist (provisional self-esteem).
  • Sie macht ihnen deutlich, dass sie sich nicht verstecken können, weil sie immer überwacht werden.[6]

In seinem Buch The Underground History of American Education versucht Gatto unter Rückgriff auf persönliche Erfahrungen und umfangreiche Recherchen aufzuzeigen, warum und wie die US-amerikanischen Schulen zu schädigenden Institutionen für die Kinder geworden sind.

Rezeption[Bearbeiten]

Ein Pädagogikprofessor nannte Gattos Bücher „beißend“ und „einseitig und hyperbolisch, [aber] nicht inexakt.“[7]

Schriften[Bearbeiten]

Online

Multimedia

Sonstige Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl Gattos Dankrede http://www.afhe.org/resources/articles/gatto_teacher_of_year_speech_1990.pdf, zuletzt abgerufen am 16. Dezember 2009.
  2. www.ccsso.org zuletzt abgerufen am 30. März 2014.
  3. http://www.schoolandstate.org/Bios/HistoryTocqueville.htm, zuletzt abgerufen am 16. Dezember 2009.
  4. "THE ELECTIONS; New York State Senate". New York Times. 10. November 1988.
  5. The Fourth Purpose Documentary Series, Fourth Purpose Films, zuletzt abgerufen am 16. Dezember 2009.
  6. Vgl. John Taylor Gatto, Dumbing Us Down. The Hidden Curriculum of Compulsory Schooling, Gabriola Island: New Society Publishers, 2005, S. 2-11
  7. Wade A. Carpenter, "For Those We Won't Reach: An Alternative," Educational Horizons 85, no. 3 (2007): 153n8., zuletzt abgerufen am 16. Dezember 2009