John Varley

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

John Herbert Varley (* 9. August 1947 in Austin, Texas) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Autor. Sein Pseudonym ist Herb Boehm.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Varley besuchte die Michigan State University in East Lansing, durchreiste das Land für einige Jahre und entschied sich 1973 hauptberuflich Autor zu werden. Seine erste veröffentlichte Erzählung war Picnic on Nearside im The Magazine of Fantasy and Science Fiction, erschienen in der Augustausgabe 1974. Er hat mehrere Romane und Kurzgeschichten geschrieben, viele davon spielen in einer zukünftigen Welt (The Eight Worlds), in der Jahre zuvor eine Rasse mysteriöser und allmächtiger Außerirdischer die Erdbewohner von ihrem Planeten vertrieben hat; doch die Menschen haben nahezu jeden Fleck des Sonnensystems besiedelt, oft durch starke biologische Veränderungen, die sie sich durch Abhören der Alien-Kommunikationskanäle selbst angeeignet hatten.

Varleys detaillierte Spekulationen darüber, wie die Menschen ihren Vorteil aus der biologischen Wissenschaft ziehen könnten, waren in den 1970er Jahren revolutionär, als seine Kurzgeschichtensammlung The Persistence of Vision veröffentlicht wurde. Die Titelgeschichte der Sammlung gewann den Hugo- und Nebula-Award.

Es wird vermutet, dass seine Erzählung Overdrawn at the Memory Bank einige Teile des Kinofilms Die totale Erinnerung – Total Recall beeinflusst haben könnten (auch wenn die primäre Inspiration natürlich die angegebene Quelle, die Geschichte Erinnerungen en gros von Philip K. Dick, war).

Varley nahm sich für 10 Jahre in Hollywood eine Auszeit vom Schreiben von Romanen und Kurzgeschichten, doch das einzige konkrete Ergebnis dessen war der Film Millennium – Die 4. Dimension. Varley sagte darüber:

„Wir hatten 1979 das erste Treffen zu Millennium. Es endete damit, dass ich es sechsmal schrieb. Es gab vier verschiedene Regisseure, und jedesmal, wenn ein neuer dazukam, ging ich mit ihm die ganze Sache durch und schrieb sie um. Jeder neue Regisseur hatte seine eigenen Ideen, und manchmal gewinnt man daraus auch etwas hinzu, doch jedesmal ging in diesem Prozess etwas verloren, so dass zum Zeitpunkt, als die Kameras liefen, viel von der Vision verloren gegangen war.“ (Interview in St. Louis Post-Dispatch Monday. 20. Juli 1992)

In den 1990er Jahren kehrte er als Vollzeitautor zurück.

Varley wird oft mit Robert Heinlein verglichen. Zusätzlich zu einem ähnlichen, beschreibenden Schreibstil haben sie auch gemeinsam, freie Gesellschaften und freie Liebe zu befürworten.

Varley ist auch wegen der häufigen Prominenz von weiblichen Darstellern in seinen Romanen erwähnenswert, da dies in der Science Fiction unüblich ist, vor allem unter männlichen Autoren von Hard SF. Diese Prominenz ist nicht nur in seinem Eight Worlds-Setting erkennbar, wo Geschlechtsumwandlungen Routineeingriffe sind, sondern auch in seinen anderen Werken. Die Idee von Routine-Geschlechtsumwandlungen ist außerdem ein Beispiel von sexuellen Themen, die seine Werke durchziehen, ohne sie aber zu dominieren.

John Varley schrieb außerdem eine Trilogie zu Gäa, einem gigantischen intelligenten Lebewesen, das in seiner Form einem sehr großen, radförmigen Stanford-Torus-Weltraumhabitat entspricht und von ungewöhnlichen künstlich erzeugten Lebensformen bevölkert ist.

Werke[Bearbeiten]

Eight Worlds[Bearbeiten]

Die erste Kurzgeschichtensammlung John Varleys erschien als gebundene Ausgabe bei Quantum. In Großbritannien wurde sie im selben Jahr unter dem Titel In the Hall of the Martian Kings bei Futura veröffentlicht. Mit einem Vorwort von Algis Budrys waren hier neun Geschichten versammelt, die zwischen Februar 1975 und März 1978 in den Magazinen Galaxy, Asimov's Science Fiction und vor allem The Magazine of Fantasy and Science Fiction erschienen waren. The Persistence of Vision gewann den Locus Award 1979, in der französischen Übersetzung 1980 den Apollo Award sowie in der spanischen Übersetzung 1985 den Premio Gigamesh. In deutscher Übersetzung wurde die Kurzgeschichtensammlung von Goldmann auf drei Bände verteilt.
  • Blue Champagne. 1986 (Stories)
Blue Champagne erschien zuerst als gebundene Ausgabe im Februar 1986 bei Dark Harvest Books. Die acht Kurzgeschichten erhielten als Sammlung ebenfalls einen Locus Award und in ihrer spanischen Übersetzung 1989 einen Premio Gigamesh.

Gäa-Trilogie[Bearbeiten]

Red[Bearbeiten]

Einzelromane[Bearbeiten]

  • In the Hall of the Martian Kings. 1978.
  • Millennium: eine Jahrtausendliebe. 1985, ISBN 3-404-24065-0, Millennium. 1983.
  • Tango Charlie and Foxtrot Romeo. 1991.
  • Press Enter. 1997.
  • The Golden Globe. 1998.
  • Mammoth. 2005.

Kurzgeschichtensammlungen[Bearbeiten]

  • The Barbie Murders. 1980 (neu veröffentlicht als Picnic on Nearside. 1984)
Die Kurzgeschichtensammlung The Barbie Murders erschien zuerst im September 1980 bei Berkeley Publishing. Die neun Erzählungen, die ursprünglich zwischen August 1974 und 1980 erschienen waren, erlebten ebenfalls etliche Nachdrucke. Die Kurzgeschichtensammlung wurde ebenfalls mit dem Locus Award ausgezeichnet.
  • Superheroes. 1995.
  • The John Varley Reader. 2004.
Zum 30. Jubiläum der Veröffentlichung seiner ersten Kurzgeschichte, gab John Varley eine neue Kurzgeschichtensammlung heraus. The John Varley Reader enthält 18 Kurzgeschichten mit jeweiligem Vorwort und Bibliographie. Fünf dieser Kurzgeschichten waren noch nicht in einer Varley-Kurzgeschichtensammlung veröffentlicht worden.

Drehbücher[Bearbeiten]

  • Millennium. 1989 (Drehbuch, basierend auf der Kurzgeschichte Air Raid)
  • The Phantom Of Kansas (Drehbuch)
  • Have Spacesuit, Will Travel (Drehbuch, basierend auf einem Robert-Heinlein-Roman; noch nicht verfilmt)
  • Galaxy (Drehbuch, noch nicht verfilmt)

Preise[Bearbeiten]

Hugo Award[Bearbeiten]

  • 1979 für die Erzählung The Persistence of Vision
  • 1982 für die Kurzgeschichte The Pusher
  • 1985 für die Erzählung Press Enter

Er wurde noch zwölfmal für den Hugo Award nominiert.

Nebula Award[Bearbeiten]

  • 1978 für The Persistence of Vision
  • 1985 für die Erzählung Press Enter

Er wurde noch siebenmal für den Nebula Award nominiert.

Locus Award[Bearbeiten]

  • 1976 einen Special Locus Award für vier Erzählungen in den Top 10 (Bagatelle, Gotta Sing, Gotta Dance, Overdrawn at the Memory Bank, The Phantom of Kansas)
  • 1979 für die Erzählung The Persistence of Vision
  • 1979 für die Novelle The Barbie Murders
  • 1979 für die Sammlung The Persistence of Vision
  • 1980 für den SF-Roman Titan
  • 1981 für die Erzählung The Barbie Murders
  • 1982 für die Erzählung Blue Champagne
  • 1982 für die Kurzgeschichte The Pusher
  • 1985 für die Erzählung Press Enter
  • 1987 für die Sammlung Blue Champagne
  • 2005 für die Sammlung The John Varley Reader

Weitere Preise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]