Johnny Abbes García

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Johnny Abbes García (* 1924 in Santo Domingo, Dominikanische Republik; † wahrscheinlich 1962 in Haiti) war Geheimdienstchef der Dominikanischen Republik in der Zeit der Diktatur Rafael Trujillos.

Garcia stammte aus einer wohlsituierten Familie – sein Vater hatte deutschstämmige Wurzeln, seine Mutter war Dominikanerin – und begann seine Laufbahn als Sportreporter. Später begann er allerdings in Mexiko als Informant für das Regime des Diktators Trujillo zu arbeiten, der die Dominikanische Republik von 1930 bis zu seiner Ermordung am 30. Mai 1961 beherrschte. Von Trujillos Halbbruder dem Präsidenten vorgestellt, wurde Garcia bald im Rang eines Oberst zum Chef des 1957 gegründeten militärischen Geheimdienstes SIM (Servicio de Inteligencia Militar) und Chefplaner von Attentaten auf Dissidenten des Regimes im Ausland, z. B. das Autobomben-Attentat auf den venezolanischen Präsidenten Rómulo Betancourt (1908–1981) am 24. Juni 1960, das dieser nur knapp überlebte. [1] Das gescheiterte Attentat führte zur zunehmenden Isolierung des Regimes, insbesondere auf Druck der Regierung Kennedy. Garcia stand auch hinter einem Versuch, Castro Mitte Februar 1959 durch ein von Alexander Irwin Rorke, Jr. (1926–1963), nach Kuba gebrachtes Team erschießen zu lassen. Zu seinen und Trujillos zahlreichen weiteren Opfern zählen auch die Schwestern Mirabal und der Schriftsteller Jesús Galíndez, der als Verfasser eines Trujillo-kritischen Buches in New York entführt und ermordet wurde. Garcia wird nachgesagt, dass er die Folterungen von Regimegegnern und anderen Opfern häufig persönlich durchführte und dabei seinen sadistischen Phantasien freien Lauf ließ[2]. Am Ende soll er noch lebende Opfer an die Haie verfüttert haben. Nach Trujillos Ermordung 1961, der eine blutige Rache an den Verschwörern und sonstigen Verdächtigen folgte, schob ihn dessen Nachfolger Joaquín Balaguer, selbst eine langjährige Stütze des Regimes, als Konsul nach Japan ab. Kurze Zeit darauf hielt er sich zunächst in Europa auf und wurde danach Sicherheitsberater des haitischen Diktators „Papa Doc“ Duvalier. 1962 war er am Komplott von dessen Schwiegersohn beteiligt und soll wie dieser dabei getötet worden sein[3]. Andere wollen ihn jedoch später noch gesehen haben[4].

Mario Vargas Llosa schildert ihn in seinem Roman über das Trujillo-Regime Das Fest des Ziegenbocks als „Kröte an Leib und Seele“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Mario Vargas Llosa Das Fest des Ziegenbocks, Suhrkamp 2001
  • Robert Crassweller Trujillo- the life and times of an caribbean dictator, New York 1966
  • Balaguer Memorias de un cortesano de la Era de Trujillo, Republica Dominicana, Editora Collado 2000
  • Fabián Escalante The Secret War: CIA Covert Operations Against Cuba, 1959-1962, Melbourne, Ocean Press, 1995 (zuerst spanisch 1993)
  • Jim Hougan Spooks- the private use of secret agents, Bantam Books 1979

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Time, Jul. 18, 1960, VENEZUELA: Trujillo's Murder Plot
  2. Balaguer traf ihn, wie er in seiner Autobiographie berichtet, bei der Lektüre eines Buches über chinesische Foltermethoden an.
  3. „Papa Doc“ ließ ihn mitsamt seiner Familie erschießen und sprengte das Haus in die Luft. [1]
  4. Der Ex-Marine und Anti-Kuba Aktivist Gerald Patrick Hemming behauptet, er sei mit Ramfis Trujillo – Sohn des Diktators und internationaler Playboy – 1963 in Vorbereitung eines Komplotts gegen Kennedy beteiligt gewesen, als Rache für dessen Rolle bei der Beseitigung Trujillos. Siehe [2]. Es gab allerdings auch eine Augenzeugin von Garcias Hinrichtung, eine Nachbarin, die für eine internationale Organisation arbeitete.