Johnny Clegg

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Johnny Clegg (2009)
Johnny Clegg (2009)
Chartplatzierungen
(vorläufig)
Erklärung der Daten
Alben[3]
Shadow Man (& Savuka)
  CH 4 05.06.1988 (11 Wo.)
  US 155 10.09.1988 (7 Wo.) [1]
Cruel, Crazy, Beautiful World (& Savuka)
  DE 43 19.02.1990 (11 Wo.) [2]
  CH 5 04.02.1990 (16 Wo.)
  US 123 12.05.1990 (13 Wo.) [1]
Heat, Dust & Dreams (& Savuka)
  CH 16 02.05.1993 (7 Wo.)
In My African Dream - The Best Of (& Savuka)
  CH 16 17.07.1994 (10 Wo.)
Crocodile Love (mit Sipho Mchunu als Juluka)
  CH 39 29.06.1997 (2 Wo.)
Singles[3]
Scatterlings of Africa (& Savuka)
  UK 75 16.05.1987 (1 Wo.) [4]
Cruel, Crazy, Beautiful World (& Savuka)
  CH 26 11.02.1990 (3 Wo.)
Asimbonanga (Mandela) (& Savuka)
  CH 45 22.12.2013 (… Wo.)
[4]

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Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufige Chartplatzierung

Jonathan „Johnny“ Clegg (* 7. Juni 1953 in der Nähe von Manchester) ist Gitarrist, Sänger, Tänzer und Komponist. Er lebt in Südafrika. Bekannt wurde er durch seine Arbeit mit den Popmusik-Gruppen Juluka und Savuka.

Biografie[Bearbeiten]

Cleggs Vater war Jagdflieger bei der britischen Royal Air Force, doch ließen sich die Eltern früh scheiden, woraufhin die Mutter mit dem Sohn in ihre Heimat Rhodesien (heute Simbabwe) zurückkehrte. Dort lernte Clegg die Sprache der Ndebele. Cleggs Mutter heiratete einen südafrikanischen Journalisten und zog 1960 nach Johannesburg. Clegg studierte Ethnologie an der Universität von Witwatersrand und war etliche Jahre Dozent, gab aber 1982 die Lehrtätigkeit auf, um sich ganz der Musik zu widmen.

Mit 15 Jahren lernte Clegg in Soweto den Zulu Mntonanazo Mzila kennen, der ihn mit ritueller Musik und Tänzen vertraut machte. 1969 traf er in Johannesburg auf Sipho Mchunu und trat mit ihm als Johnny & Sipho auf, was wegen der Apartheidsgesetze nur im privaten Rahmen oder in Kirchen und kleinen Clubs möglich war. 1976 veröffentlichten sie die ersten Singles, die in der Zulumusik und im westlichen Folk wurzelten. Während die Zensurbehörde die Liedtexte des Duos bannte, wurden sie zu populären Gestalten der Avantgarde, die in dem englischen Dokumentarfilm Rhythm of Resistance von 1978 gewürdigt wurden. 1981 spielten Clegg und Mchunu sowie die Vokalgruppe Ladysmith Black Mambazo für den Westdeutschen Rundfunk in Köln traditionelle afrikanische Musik ein.

Hilton Rosenthal, der künstlerische Direktor von CBS South Africa, bot Johnny & Sipho an, eine LP aufzunehmen. Hierfür holten sie noch vier weitere Musiker und Musikerinnen dazu. So entstand die erste gemischtrassige Popgruppe Südafrikas, die sich Juluka (isiZulu für Schweiß) nannte und 1979 ihr erstes Album, Universal Men, herausbrachte. Die Musik des Sextetts fusionierte Rock mit Zulumusik. Julukas zweites Album, African Litany, erhielt zwei Goldene Schallplatten in Südafrika. 1983 fand Juluka mit dem Album Scatterlings international Beachtung. Der Titelsong handelt davon, dass jeder ein scatterling ist, ein Flüchtling und Heimatloser, weil die Menschheit aus Afrika stammt und sich in alle Winde zerstreut hat. Scatterlings of Africa ist auf dem Soundtrack von Rain Man vertreten. Als Sipho Mchunu 1984 seine Karriere als Berufsmusiker aufgab, löste sich Juluka auf.

Clegg formierte 1985 seine zweite multiethnische Band Savuka (dt. „Wir sind erwacht“), die er als Begleitband für seine Auftritte verstand. Als Kopf von Savuka strebte Clegg eine Mischung von Rock und Mbaqanga (Township Jive) an. 1987 erschien das Album Third World Child. Es kam in Frankreich auf Platz 1 der LP-Hitparade und der französische Rockstar Renaud schrieb für Johnny Clegg & Savuka den Song Jonathan. Auch das Folgealbum Shadow Man von 1988 kam in die Spitze der französischen Charts und in der Schweiz auf Platz 4. Auch in den USA stieg es in die Charts ein.

Aufgrund des allgemeinen Boykotts gegen Südafrikas Apartheidregime konnte Clegg nicht an der Nelson-Mandela-Benefizgala am 11. Juni 1988 in London teilnehmen. Nach der südafrikanischen Wende von 1990 wurde Clegg zum Mitbegründer der South African Musicians Alliance und engagierte sich auch in anderen Anti-Apartheid-Gruppen.

1990 war Clegg mit Savukas drittem Album Cruel, Crazy, Beautiful World und einer Liveshow auch in Deutschland erfolgreich. 1992 erschien in der Reihe World Network eine Doppel-CD mit Clegg-Aufnahmen. Ende 1992 und Anfang 1993 produzierte Clegg mit Unterstützung von Savuka und verschiedenen Studiogästen das Album Heat, Dust & Dreams, das sich mit der Ermordung seines Freundes Dudu Zulu und der Politik Südafrikas beschäftigt, in dem sich Afro-Pop mit indischen Ragas mischt. 1994 löste sich Savuka nach einer Deutschlandtournee auf. Clegg spielte mit Sipho Mchunu das Album Crocodile Love ein, das 1997 veröffentlicht wurde. Es beinhaltet das Stück Love Is Just a Dream, das auch als Single erschien.

2002 kam Cleggs erstes Soloalbum New World Survivor heraus, 2003 die Live-CD A South African Story, seine gleichnamige Bühnenshow sowie eine DVD-Kompilation von Johnny Clegg/Savuka/Juluka-Videos und Liveauftritten. Gemeinsam mit Weltstars trat er beim Aids-Konzert 46664 2003 auf (Wiederholungskonzerte 2005 und 2007). Das neueste Album aus dem Jahr 2010 heißt Human.

Johnny Clegg (rechts im Scheinwerferlicht), Paris 2007

Ein weiteres Betätigungsfeld von Clegg sind Musik- und Tanzdokumentationen, die auf DVD erschienen.

Am 13. Juli 2007 bekam er die Ehrendoktorwürde von der Witwatersrand-Universität in Johannesburg verliehen. Auch von der School of Law der City University of New York bekam er am 5. April 2011 die Ehrendoktorwürde verliehen.

Diskografie (Alben)[Bearbeiten]

Mit Johnny & Sipho (Duo Juluka)[Bearbeiten]

  • 1978 The Cologne Zulu Festival (1992)
  • 1981 African Litany
  • 1997 Crocodile Love
  • 1998 Le rock zoulou de Johnny Clegg & Sipho Mchunu

Mit Juluka[Bearbeiten]

  • 1979 Universal Men
  • 1982 Scatterlings (European version)
  • 1982 Ubuhle bemvelo
  • 1983 Work for All
  • 1984 Musa ukugilandela
  • 1984 Stand Your Ground
  • 1984 The International Tracks
  • 1991 Scatterlings of Juluka
  • 1992 The Best of Juluka
  • 1994 Live and Raritie
  • 1996 A Johnny Clegg and Juluka Collection
  • 1996 Scatterlings (US version)

Mit Savuka[Bearbeiten]

  • 1985 The Johnny Clegg & Savuka (EP)
  • 1985 Third World Child (1987)
  • 1986 The Good Hope Concert
  • 1988 Shadow Man
  • 1990 Cruel Crazy Beautiful World
  • 1993 Heat, Dust and Dreams
  • 1994 In My African Dream
  • 1997 The Very Best of Johnny Clegg & Savuka
  • 2006 The Best of Johnny Clegg & Savuka - In My African Dream

Solo[Bearbeiten]

  • 1999 The Johnny Clegg Anthology
  • 2000 The Best of Juluka / Savuka featuring Johnny Clegg
  • 2002 New World Survivor
  • 2003 A South African Story - Live at the Nelson Mandela Theatre
  • 2003 Live and More (DVD)
  • 2003 Jane Goodall's Wild Chimpanzees (Soundtrack)
  • 2006 Heart of the Dancer (Remix)
  • 2006 One Life (FR)
  • 2007 Live at the Nelson Mandela Theatre (DVD)
  • 2007 My Favorite Zulu Street Guitar Songs (DVD)
  • 2010 Spirit Is the Journey (The Best of Celebrating 30 Years)
  • 2010 Human

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c The Billboard Albums von Joel Whitburn, 6th Edition, Record Research 2006, ISBN 0-89820-166-7
  2. a b Cruel, Crazy, Beautiful World (Album) in den deutschen Charts: DE1 / DE2
  3. a b Chartdiskografie Schweiz
  4. a b British Hit Singles & Albums, 18th Edition, Guinness World Records Limited 2005, ISBN 9781904994008

Weblinks[Bearbeiten]