Jonglei

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Jonglei
Demokratische Republik Kongo Zentralafrikanische Republik Äthiopien Uganda Kenia Sudan de-facto Kenia - von Südsudan als Teil von Eastern Equatoria beansprucht de-facto Sudan - vom Südsudan als Teil von Northern Bahr el Ghazal beansprucht Eastern Equatoria Northern Bahr el Ghazal Lakes Central Equatoria Upper Nile Jonglei Unity/ Western Upper Nile Warrap Western Bahr el Ghazal Western EquatoriaLage
Über dieses Bild
Basisdaten
Staat Südsudan
Hauptstadt BorVorlage:Infobox Verwaltungseinheit/Wartung/Sonstiges
Fläche 122.479 km²
Einwohner 1.358.602 (Zensus 2008)
Dichte 11 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 SS-JG

Jonglei (arabisch ‏جونقلي‎ Dschunqali, Alternativschreibungen Junqali oder Jongli) ist ein Bundesstaat im Südsudan.

Er hat eine Fläche von 122.479 km²[1] – womit er der flächengrößte südsudanesische Bundesstaat ist – und mehr als 1,3 Mio. Einwohner. Seine Hauptstadt ist Bor, weitere größere Orte sind Akobo, Ayod, Fangak, Padak, Pibor, Pochalla und Waat.

Zu den ethnischen Gruppen in Jonglei gehören Dinka und Nuer mit verschiedenen Untergruppen sowie Murle und an der Grenze zu Äthiopien Anyuak.

In Jonglei befindet sich der Jonglei-Kanal, dessen Bau 1974 begann und wegen des Bürgerkrieges ab 1983 zum Erliegen kam.

Geographie[Bearbeiten]

Der Bahr al-Dschabal bzw. der Weiße Nil bildet Jongleis Westgrenze. Im Süden des Bundesstaates befindet sich der Kenamuke-Sumpf, der zum Boma-Nationalpark gehört.

Geschichte[Bearbeiten]

Von 1919 bis 1976 gehörte das Gebiet des heutigen Bundesstaates Jonglei zur Provinz A'ali an-Nil (Obernil). 1976 wurde Jonglei als Provinz in den Grenzen des heutigen Bundesstaates von A'ali an-Nil abgespalten. Von 1991 bis 1994 gehörte das Gebiet von wieder zum neu geschaffenen Bundesstaat A'ali an-Nil, der in den Grenzen der Provinz A'ali an-Nil entsprach. Am 14. Februar 1994 wurde Jonglei als Bundesstaat erneut abgespalten.[2]

Bei den ersten Gouverneurswahlen im April 2010 wurde Kuol Manyang Juuk, der amtierende Gouverneur und offizielle Kandidat der regierenden SPLM, zum Sieger erklärt. Der SPLM-General George Athor Deng, der als unabhängiger Kandidat angetreten war, bezichtigte die SPLM daraufhin des Wahlbetrugs und der Korruption und begann eine Rebellion.[3][4]

Zu Beginn des Jahres 2012 machten in der Provinz ca. 6.000 Luo-Nuer Jagd auf Murle und drangen in der Kreishauptstadt Pibor ein. Laut Berichten des Landrats sollen dem Morden mindestens 3.000 Menschen zu Opfer gefallen sein. Grund für die Verfolgung der Angehörigen des Murle-Volkes sollen Viehdiebstähle sein, die bei den Angehörigen der Völker in Jonglei zur Tradition gehören and als Beweis der Männlichkeit gelten. Nach einer Woche brachte die Armee des Südsudan die Lage, zumindest in der Kreishauptstadt, wieder unter Kontrolle.[5]

Verwaltung[Bearbeiten]

Jonglei ist, wie die anderen Bundesstaaten Südsudans auch, in Counties unterteilt. Weitere Verwaltungseinheiten unter den Counties sind Payams und darunter Bomas. Ein County Commissioner, der vom State Governor in Vereinbarung mit dem Präsidenten ernannt wurde, steht den Counties vor. In Jonglei sind das:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.de[3]
  2. www.statoids.com: Historische Übersicht der sudanesischen Bundesstaaten
  3. Huge turnout for elections in Sudan’s Jonglei state, in: Sudan Tribune, 12. April 2010
  4. South Sudan army clashes with renegade General Athor kills 92, in: Sudan Tribune, 2. März 2011
  5. Viele Tote bei ethnischen Unruhen in Südsudan in: FAZ vom 7. Januar 2012, Seite 7

Weblinks[Bearbeiten]