Jonny Madoc

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Filmdaten
Deutscher Titel Jonny Madoc
Originaltitel Due once di piombo
Produktionsland Italien
Originalsprache Italienisch
Erscheinungsjahr 1966
Länge 83 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Maurizio Lucidi
(als Maurice A. Bright)
Drehbuch Adriano Bolzoni
Produktion Franco Palombi
Gabriele Silvestri
Musik Lallo Gori
Kamera Franco Villa
(als Frank Town)
Schnitt Anna Amedei
Besetzung
Synchronisation

Jonny Madoc (Originaltitel: Due once di piombo) ist ein 1966 unter der Regie von Maurizio Lucidi gedrehter Italowestern. Der am 23. Juni 1967 erstmals in deutschsprachiger Version gezeigte Film, der auch als Jonny Madoc, der Scharfschütze vermarktet wurde, erhielt auf Videokassette den Titel American Bull.

Handlung[Bearbeiten]

Der listige mexikanische Pistolero Pecos Martinez gelangt in das Städtchen Houston, wo in den letzten Monaten bereits 5 Sheriffs ihr Leben lassen mussten. Er beginnt, die dortigen Verbrecher schachmatt zu setzen. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass er aus Rachemotiven handelt. Houston ist Martinez' Geburtsstadt, und er hat einen Strauß mit dem Gangsterboss Joe Kline auszufechten, der als Soldat die Eltern und Geschwister von Pecos umbrachte. Kline plagt sich gerade mit der Suche nach der Beute eines Überfalles herum, die einer seiner eigenen Leute ihm entwendet hat; dahinter steckt ein ihm unbekannter honoriger Bürger der Stadt. Da Pecos einen Hinweis geben kann, erkauft er sich sein Leben, nachdem infolge einer Schießerei und Prügelei er von Kline gefangen genommen und gefoltert wurde.

Mit der Hilfe der Saloonbedienung Ester kann Pecos entkommen und mit dem gelähmten Doktor Burton gegen Kline vorgehen. Als das verschwundene Geld auf Umwegen in Burtons Haus gelangt, wird der Arzt erschossen und seine Tochter als Geisel genommen. Pecos kann die Bande überlisten und sich an Kline rächen. Dann reitet Pecos davon.

Kritik[Bearbeiten]

Das Lexikon des Internationalen Films urteilte: „Harter Italowestern, der eine unerquickliche Story distanzlos ins Bild setzt und Brutalität als Selbstzweck betreibt.“[1] Vice hielt den Film für „nicht schlechter als viele andere Western aus einheimischer Produktion“, beklagt jedoch die moralischen Verwerfungen des Helden.[2] „Wenn man will, ist diese Story oft mehr komisch in ihrer Blutrünstigkeit. In jedem Fall aber reichlich zähflüssig.“, schrieb Klaus U. Reinke.[3]

Bemerkungen[Bearbeiten]

Als italienischer Originaltitel wird oft auch Il mio nome è Pecos geführt; im Jahr darauf erschien eine Fortsetzung, die im deutschsprachigen Raum Jonny Madoc rechnet ab betitelt wurde.

Als Filmlieder hört man „The Ballad of Pecos“, das Bob Smart singt, sowie „Dal Sud verra'qualcuno“, das Franco Fajila & The Beats interpretieren. Es erschien eine Single (BT 021) auf dem Label „45 Beat“.[4]

„Die Drehbuchautoren machten hier einmal einen Mexikaner zum schweigsamen Helden, was komplett gegen die bisherigen Italo-Western-Konventionen verstieß, waren doch die Mexikaner bisher immer nur als unterdrückte Bauern dargestellt worden.“[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jonny Madoc im Lexikon des Internationalen Films
  2. Vice in „Il Resto del Carlino“, August 1967
  3. Reinke, in: Filmecho/Filmwoche, Heft 57-58. 1967
  4. Roberto Poppi, Mario Pecorari: Dizionario del Cinema Italiano, I film vol. 3, dal 1960 al 1969. Gremese 1992, S. 183/184
  5. Ulrich P. Bruckner: Für ein paar Leichen mehr. München 2006, S. 115