Jordanien

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المملكة الأردنّيّة الهاشميّة
al-Mamlaka al-Urdunniyya al-Hāschimiyya
Haschemitisches Königreich Jordanien
Flagge Jordaniens
Wappen Jordaniens
Flagge Wappen
Amtssprache Arabisch
Hauptstadt Amman
Staatsform Erbmonarchie
Regierungssystem konstitutionelle Monarchie
Staatsoberhaupt König
Abdullah II.
Regierungschef Ministerpräsident
Abdullah Ensour
Fläche 89.342 km²
Einwohnerzahl 6.343.000 (2010)
Bevölkerungsdichte 59,4 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Nominal
2007[1]
  • 28.8 Milliarden Dollar
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 2.795 US$ (103.)
Human Development Index 0,700 (100.)[2]
Währung Jordanischer Dinar (JOD)
Unabhängigkeit 25. Mai 1946
(vom Vereinigten Königreich)
Nationalhymne as-Salam al-Maliki al-Urdunni
Zeitzone UTC+2
Kfz-Kennzeichen JOR
ISO 3166 JO, JOR, 400
Internet-TLD .jo und .الاردن
Telefonvorwahl +962
Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Lesotho Swasiland Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Saudi-Arabien Irak Iran Kuwait Katar Bahrain Israel Syrien Libanon Jordanien Zypern Türkei Afghanistan Turkmenistan Pakistan Griechenland Italien Malta Frankreich Portugal Spanien Kanaren Kap Verde Mauritius Réunion Mayotte Komoren Seychellen Madagaskar São Tomé und Príncipe Sri Lanka Indien Indonesien Bangladesch Volksrepublik China Nepal Bhutan Myanmar Kanada Dänemark (Grönland) Island Mongolei Norwegen Schweden Finnland Irland Vereinigtes Königreich Niederlande Belgien Dänemark Schweiz Österreich Deutschland Slowenien Kroatien Tschechische Republik Slowakei Ungarn Polen Russland Litauen Lettland Estland Weißrussland Moldawien Ukraine Mazedonien Albanien Montenegro Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Georgien Aserbaidschan Armenien Kasachstan Usbekistan Tadschikistan Kirgistan Russland Vereinigte Staaten Malediven Japan Nordkorea Südkorea Republik China Singapur Australien Malaysia Brunei Philippinen Thailand Vietnam Laos Kambodscha IndienJordan on the globe (Afro-Eurasia centered).svg
Über dieses Bild
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Das Haschemitische Königreich Jordanien (arabisch ‏الأُرْدُنّ‎ al-Urdunn) ist ein Staat in Vorderasien. Es grenzt an Israel, den im Westjordanland gelegenen Teil der Palästinensischen Autonomiegebiete, wobei die Grenze unter israelischer Kontrolle steht, Syrien, Irak, Saudi-Arabien und an das Rote Meer (Golf von Aqaba), an dem es eine Seegrenze zu Ägypten hat. Jordanien zählt zu den so genannten Maschrek-Staaten.

Geographie[Bearbeiten]

Die Hauptstadt Amman

Jordanien ist ein Land mit hohem Wüstenanteil und lässt sich von West nach Ost in drei Großlandschaften gliedern: Der von Norden nach Süden verlaufende Jordangraben erreicht am Toten Meer den tiefsten trockenen Punkt der Erdoberfläche (425 m unter dem Meeresspiegel). Der Große Afrikanische Grabenbruch setzt sich südlich über den Golf von Aqaba ins Rote Meer fort. Das ostjordanische Bergland steigt in einer schroffen, zerklüfteten Steilwand über dem Jordangraben auf. Dieses Faltengebirge erreicht im Dschabal Ram 1.754 m (zweithöchster Berg des Landes nach dem Jabal Umm ad Dāmī bei Aqaba) und gliedert sich durch mehrere Hochebenen. Den nördlichen Teil bildet das Gilead-Gebirge, auf dessen Hochflächen die Städte Amman, Zarqa und Irbid liegen. Die im Osten an das Bergland anschließenden Wüstentafelländer nehmen etwa zwei Drittel Jordaniens ein.

Klima[Bearbeiten]

Der Nordwesten des Landes hat Mittelmeerklima mit heißen trockenen Sommern und kühlen feuchten Wintern sowie einer jährlichen Niederschlagsmenge von rund 800 mm. Im Osten und Süden gibt es weniger Niederschläge (100 mm). Im weitaus größten Teil Jordaniens herrscht kontinentales Wüstenklima. Die mittleren Sommer- beziehungsweise Wintertemperaturen liegen in Amman bei 31 bis 38 °C beziehungsweise 13 bis 19 °C.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Aufgrund der unterschiedlichen Klimaverhältnisse variiert auch die Vegetation. Die großen Trockengebiete und das Bergland sind nur spärlich mit Dornstrauchvegetation (Tamarisken und Schirmakazien) bewachsen. In den Steppen finden sich auch weitläufige Grasflächen. Ursprünglich war das Land stark bewaldet; nördlich von Amman zeigt die Aufforstung erste Erfolge, es gibt größere und kleinere Waldflächen mit Zypressen, Eichen, Akazien und überwiegend Kiefern.

Die heimische Tierwelt ist trotz der kargen Vegetation recht vielfältig: Geier, Hamster und Steinadler finden sich ebenso wie Hyänen, Wildkatzen, Enten, Wölfe, Gazellen, Steinböcke und Wildziegen. Es gibt verschiedene Eidechsenarten, Schmetterlinge und Skorpione.

In Jordanien kommen 24 Fledermaus-Arten vor.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung von 1961 bis 2003 in Tausend Einwohnern

Die Amtssprache ist Arabisch. Ferner werden regional verschiedene Beduinendialekte sowie die jeweiligen Sprachen der Minderheiten gesprochen.

Das Bevölkerungswachstum liegt bei 2,6 %; gut 37 % der Jordanier sind unter 15 Jahre. Infolge starker Landflucht leben etwa 79 % der Einwohner in Städten, die vor allem im Nordwesten des Landes liegen. Die Lebenserwartung liegt durchschnittlich bei 72 Jahren.

Ethnien[Bearbeiten]

99,2 % der Jordanier betrachten sich als Araber. Kleine ethnische Minderheiten bilden mit 0,5 % Bevölkerungsanteil Tscherkessen, sowie mit jeweils 0,1 ‰ Bevölkerungsanteil Armenier, Türken und Kurden.

Über 50 % der arabischen Bevölkerung[4][5][6] stammen von den etwa 800.000 Palästinensern (s. Palästina) ab, die nach dem Palästinakrieg und dem Sechstagekrieg nach Jordanien geflohen sind.

Die beiden größten Städte Jordaniens, Amman und Zarqa, haben palästinensische Bevölkerungsmehrheiten von 90 bis 99 %.[7] Etwa 337.000 oder 17 % der 1,9 Millionen im Land registrierten Flüchtlinge, denen Jordanien als einziges arabisches Land die Staatsbürgerschaft gewährt hat, leben nach wie vor in 10 Flüchtlingslagern.[8] In der Folge des Irak-Konflikts und der Vertreibung der Palästinenser aus Kuwait 1991 nahm Jordanien erneut Flüchtlinge aus beiden Ländern auf. Der andauernde Bürgerkrieg in Syrien führte ebenfalls zu einem Flüchtlingsstrom nach Jordanien.

Religion[Bearbeiten]

Freitagsgebet vor der Husseinmoschee in Amman. Da die Moschee überfüllt ist, wird die Straße gesperrt

93 Prozent bekennen sich zum sunnitischen Islam. Der Islam ist in Jordanien Staatsreligion. Verschiedene christliche Konfessionen stellen etwa fünf Prozent der Bevölkerung.[9] Zwei Prozent entfallen auf sonstige Religionen.[5]

Bildung und Soziales[Bearbeiten]

Schulpflicht besteht für 6- bis 15-Jährige; die Analphabetenrate liegt bei Frauen bei 14 % und bei Männern bei 4 %. Im Land existieren acht staatliche und zwölf private Universitäten.

1983 trat ein noch lückenhaftes Sozialversicherungsgesetz in Kraft. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 14,5 %; die Inflation bei 3,4 %. Das Gesundheitswesen ist in den Städten gut ausgebaut, auf dem Land aber noch unzureichend.

Geschichte[Bearbeiten]

Herculestempel auf dem Zitadellenhügel in Amman
Der Hadriansbogen in Gerasa

Das heute von Israel besetzte Westjordanland (Westbank) war einst der Kernraum des biblischen Israel mit Bethlehem, Hebron und Jerusalem. Die etwa 1200 v. Chr. ins Land gekommenen Ammoniter gehörten der biblischen Überlieferung zufolge später dem Königreich Israel unter König David und Salomo (um 1000 bis 926 v. Chr.) an. Seit etwa dem 4. Jh. v. Chr. siedelten beiderseits des Jordans die von der Arabischen Halbinsel stammenden Nabatäer. Unter Kaiser Trajan gliederten die Römer das Gebiet 106 n. Chr. ihrem Imperium als Provinz Arabia an. In der Spätantike diente das heutige Westjordanien dem Römischen Reich als eine Art Militärgrenze gegen die Beduinen. Mit dem Sieg der Muslime über das Oströmische Reich in der Schlacht am Jarmuk 636 geriet das Gebiet des heutigen Jordanien unter fast ununterbrochene islamische Herrschaft, mit Ausnahme der Jahre 1115–1187, als der Westteil in das Königreich Jerusalem eingegliedert war. Von 1250 bis 1516 gehörte das Gebiet als Teil der Provinz Syrien zum Reich der Mamluken, und anschließend bis 1918 zum Osmanischen Reich.

Im Ersten Weltkrieg beteiligten sich jordanische Stämme am Araberaufstand gegen die Osmanen (1916–1918) und schlossen sich nach Kriegsende dem in Damaskus unter dem Emir Faisal aus dem Hause der Haschimiten gegründeten Königreich Syrien an. Aber Großbritannien setzte auf der Konferenz von San Remo 1920 die Angliederung Jordaniens an das britische Mandatsgebiet Palästina durch. 1923 entstand dann durch Abtrennung der Gebiete östlich des Jordans das unter britischem Protektorat stehende Emirat Transjordanien mit Abdallah ibn Husain als Staatsoberhaupt. Ihm zur Seite stand der britische General John Bagot Glubb (Glubb Pascha), der 1939 die Arabische Legion als Schutzgarde des Königshauses aufbaute. Während des Zweiten Weltkriegs kämpften arabisch-jordanische Kontingente in der Arabischen Legion an der Seite der Briten gegen die deutschen Streitkräfte.[10] Am 25. Mai 1946 (Nationalfeiertag) erlosch das britische Mandat und Transjordanien erhielt seine volle Unabhängigkeit. Abdallah I. nahm den Königstitel an.

Nach Ausrufung des souveränen Staates Israel besetzte die Arabische Legion im ersten israelisch-arabischen Krieg die östlichen Teile Palästinas und die Altstadt von Jerusalem. Das Waffenstillstandsabkommen von 1949 mit Israel empfanden die Jordanier als Niederlage, zumal es für Jordanien einen ungünstigeren Grenzverlauf festlegte, als im UN-Teilungsplan von 1947 bei wirtschaftlicher Einheit und Internationalisierung Jerusalems vorgesehen war. 1950 wurde der Staat in Haschemitisches Königreich Jordanien umbenannt. Die dabei erfolgte offizielle Eingliederung der palästinensischen Gebiete lehnten andere arabische Staaten aber ab. Daraufhin fiel König Abdallah I., am 20. Juli 1951 in Jerusalem dem Attentat eines palästinensischen Nationalisten zum Opfer. Nachdem sein Sohn und Nachfolger Talal wegen Krankheit 1952 abtreten musste, wurde 1953 dessen Sohn Hussein als Hussein I. König von Jordanien, der wiederum 1957 die Reformregierung Sulaimān an-Nābulusī zum Rücktritt zwang.

In den 1950er und 1960er Jahren kam es zum Konflikt um das Jordanwasser. Im Sechstagekrieg zwischen Israel und den arabischen Staaten 1967 verlor Jordanien seine gesamten Gebiete westlich des Jordans an Israel. Weitere 400.000 Menschen, vor allem aus dem Westjordanland, kamen zusätzlich ins Land, nachdem bereits 1949 Jordanien 400.000 Flüchtlinge hatte aufnehmen müssen. Die Herausforderung durch die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO), die in den Flüchtlingslagern eine Art „Staat im Staate“ bildete und die Monarchie bedrohte, führte 1970/71 zum offenen Bürgerkrieg, in dem König Hussein die militärischen Einheiten der von Syrien unterstützten PLO zerschlug („Schwarzer September“). Aus dem israelisch-arabischen Jom-Kippur-Krieg 1973 hielt sich Jordanien weitgehend heraus. Eine jordanische Brigade wurde nach Syrien geschickt, um auf syrischem Gebiet gegen israelische Truppen zu kämpfen. Nach ersten Signalen 1974 gab König Hussein 1988 endgültig alle Ansprüche auf das Westjordanland zugunsten der PLO auf. Die eindeutige Parteinahme Jordaniens für den Irak im Zweiten Golfkrieg 1991 führte zu Spannungen mit Syrien und den arabischen Golfstaaten. Dennoch gelang König Hussein 1994 der Abschluss des Friedensvertrages mit Israel.

Als er 1999 nach langer schwerer Krankheit starb, trat sein Sohn als Abdullah II. die Nachfolge an. Dieser schloss 2001 ein Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten, 2002 ein Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union und verfolgte insgesamt eine prowestliche Außenpolitik.

Am 10. November 2005 wurden bei einem Terroranschlag auf Hotels in Amman 56 Menschen getötet. Im Irak kam es zu antijordanischen Protesten, da Jordanien von schiitischer Seite nachhaltige Unterstützung für die Sunniten vorgeworfen wird. Vor der Regierungsumbildung am 7. April 2005 haben die USA innenpolitische Reformen im Königreich angemahnt.

Politik[Bearbeiten]

Politisches System[Bearbeiten]

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Nach der Verfassung von 1952 ist Jordanien eine konstitutionelle Monarchie der haschemitischen Dynastie. Der König ist Staatsoberhaupt, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und ernennt den Ministerpräsidenten sowie den Ministerrat. Das Parlament besteht aus dem Abgeordnetenhaus mit 110 für vier Jahre gewählten Mitgliedern (9 Sitze für Christen, 3 für Tscherkessen und 6 für Frauen reserviert) und dem Senat mit 40 Mitgliedern, die für acht Jahre vom König ernannt werden. Frauen und Männer haben ab 18 das Wahlrecht.

Bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus vom 17. Juni 2003 erreichte der jordanische Zweig der Muslimbruderschaft, die Islamische Aktionsfront, 10,3 % der Stimmen. Die Wahlen 2003 brachten königstreuen Stammesführern 62 von den 110 Sitzen. Bei den Wahlen 2010, die von Muslimbrüdern wegen angeblicher Benachteiligung durch eine Reform des Wahlrechts boykottiert wurden, errangen königstreue Kandidaten aus den ländlichen Regionen die Mehrheit. Zugleich wurden nur 34 Abgeordnete des alten Parlaments in das Neue gewählt.

Nach der Verfassung ist der Islam Staatsreligion, weitere Religionsgemeinschaften können sich anerkennen lassen. Im Rechtswesen, das nach britischem Vorbild aufgebaut ist, gibt es neben den Zivilgerichten auch Scharia-Gerichte, die bei privatrechtlichen Auseinandersetzungen unter Muslimen angerufen werden können und das islamische Recht anwenden.[11]

Außen- und Sicherheitspolitik[Bearbeiten]

Jordanien ist Mitglied der Vereinten Nationen, der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) und der Arabischen Liga.

Jordaniens Außenpolitik ist seit Jahrzehnten am Westen orientiert. Das Königreich ist mit den Vereinigten Staaten verbündet und gehört zu deren offizieller Kategorie der wichtigsten Verbündeten außerhalb der NATO. Jordanien verfügt außerdem über ein Assoziierungsabkommen mit der EU. Die Beziehung zu den USA nahm Schaden, als Jordanien seine Neutralität im Zweiten Golfkrieg bewahrte. Im Jahre 1994 unterzeichneten Jordanien und sein Nachbar Israel einen Friedensvertrag, der als Meilenstein im Nahostkonflikt gilt. Jordanien steht im Konflikt mit den beiden vorherrschenden Palästinenserorganisationen. Die PLO wurde 1971 aus Jordanien vertrieben (Schwarzer September), die von Syrien und dem Iran unterstützte Hamas ist in Jordanien seit 1999 verboten.

Menschenrechte[Bearbeiten]

Der UN-Sonderberichterstatter über Folter dokumentierte 2006 den Einsatz von Folter durch den jordanischen Nachrichtendienst GID, Polizei und Justiz, auch Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch berichten immer wieder von schweren Missachtungen der Menschenrechte in Jordanien.[12][13]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Gouvernements[Bearbeiten]

Ägypten Saudi-Arabien Irak Syrien Libanon de-facto Israel (die Golanhöhen werden von Syrien beansprucht) Syrien (von der UN überwachte demilitarisierte Zone auf dem Golan) Israel (demilitarisierte Zone) de-facto von Israel abhängig - das Westjordanland wird von der Palästinensischen Autonomiebehörde beansprucht de-facto Israel - das Westjordanland wird von der Palästinensischen Autonomiebehörde beanssprucht de-facto Israel - das Westjordanland wird von der Palästinensischen Autonomiebehörde beansprucht Israel Gouvernement Adschlun Gouvernement Dscharasch Gouvernement Madaba Gouvernement al-Balqa Gouvernement Irbid Gouvernement Zarqa Gouvernement al-Mafraq Gouvernement Amman Gouvernement al-Karak Gouvernement at-Tafila Gouvernement Aqaba Gouvernement Ma'an
Die einzelnen Gouvernements Jordaniens

Jordanien gliedert sich in zwölf Gouvernements. Diese sind:

Städte[Bearbeiten]

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Amman 1.217.924 Einwohner, Zarqa 890.000 Einwohner, Irbid 750.962 Einwohner, ar-Rusaifa 261.843 Einwohner, Wadi as-Sir 193.613 Einwohner, Aqaba 101.769 Einwohner, Madaba 82.457 Einwohner und al-Baq'a 80.231 Einwohner.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten]

Die ohnehin seit Jahren in einer schweren Krise befindliche jordanische Wirtschaft (chronisch defizitäre Handelsbilanz, steigende Arbeitslosigkeit, fortschreitende Konkurswelle) leidet besonders unter den politischen Krisen in der Region. Mitte der 1990er Jahre befanden sich etwa 80 % der jordanischen Volkswirtschaft in den Händen von Palästinensern.[14] Der Handelssektor war schwer von den UN-Sanktionen über den Irak getroffen, da der Irak vor dem Golfkrieg zwei Fünftel der gesamten Handelsübersicht Jordaniens ausmachte. Im Jahre 1997 unterzeichneten Jordanien und die Europäische Union (EU) eine Teilhaberschaftsvereinbarung, die den Weg für eine Freihandelszone bis zum Jahr 2010 ermöglichte. Dieses Abkommen, das Anfang 1999 in Kraft trat, soll auch die Vermittlungen für den Beitritt Jordaniens zur Welthandelsorganisation (WTO) beschleunigen. Im Jahre 1996 schlossen Jordanien und Ägypten eine Teilhaberschaftsvereinbarung, welche die bilateralen ökonomischen Mitarbeitsverträge regelte und beabsichtigte, den Handel zu liberalisieren, indem sie eine Freihandelszone etablierten. Zahlreiche Geschäftsprotokolle und Vereinbarungen sind mit dem Libanon, Syrien, dem Irak, dem Jemen, Saudi-Arabien, Bahrain, Tunesien, Ägypten, Marokko, Libyen und dem Sudan zustande gekommen.

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten]

5 % der Fläche Jordaniens sind landwirtschaftlich nutzbar. Der Anbau von Getreide, Obst und Gemüse ist stark bewässerungsabhängig. Die Landwirtschaft macht 2 % des Bruttoinlandsproduktes aus, in ihr sind 3,9 % der Beschäftigten tätig. Wichtigster Wirtschaftszweig ist der Phosphatabbau mit anschließender Verarbeitung zu Düngemitteln. Es gibt zwei große Düngemittelfabriken im Land, eine jordanisch-indische sowie eine jordanisch-japanische. Auch Kupfererze, Ölschiefer und Kali werden gefördert. Neben einer Erdölraffinerie (Rohöl wird aus Saudi-Arabien importiert) gibt es Zement- und chemische Industrie. Es überwiegen Klein- und Mittelbetriebe. 26 % des Bruttoinlandsproduktes entfällt auf die Industrie, in der 21,5 % der Beschäftigten arbeiten.

Jordanien importiert vor allem Maschinen, Transportausrüstungen, Nahrungsmittel und Erdöl zu 11 % aus Saudi-Arabien, 8 % Deutschland, 8 % VR China, 7 % USA, 7 % Irak, 4 % Italien und zu 4 % aus Japan. Es exportiert vor allem Textilien, chemische Erzeugnisse und Rohstoffe (Phosphat, Pottasche) zu 22 % in die USA, 18 % Irak, 7 % Indien, 7 % Schweiz und 5 % Saudi-Arabien.

Die Stromerzeugung setzte sich 2007 zusammen aus 66 % Erdöl, 28 % Erdgas und 1 % erneuerbare Energie. 5 % des Strombedarfs wird durch Importe gedeckt.[15] Da es keine nennenswerten Ölvorkommen gibt, muss auch dieses importiert werden. Jordanien sitzt auf 3 % der Uranvorräte in der Welt, welche im Zuge des Atomeinstieges abgebaut werden sollen. Die Jordan Atomic Energy Commission (JAEC) und die Jordan Energy Resources Inc. schlossen sich mit Areva zu den Unternehmen Nabatean Energy beziehungsweise der Jordan French Uranium Mining Company (JFUMC) zusammen. Der Abbau in der Zentralregion bei Swaqa, Khan Azzabib, Wadi Maghar und Attarat soll ab 2013 beginnen. Areva sicherte sich dazu die exklusiven Uranabbaurechte für die nächsten 25 Jahre. Die JAEC unterzeichnete im Dezember 2009 einen Vertrag mit dem Korean Atomic Energy Research Institute (KAERI) und Daewoo, um bis 2015 einen 5-MW-Forschungsreaktor an der Jordanischen Universität für Forschung und Technologie zu errichten. Seit 2009 befindet sich das erste Kernkraftwerk des Landes in der Ausschreibung: Im Rennen sind der Atmea-1 von Areva-MHI, der Enhanced CANDU-6 von Atomic Energy of Canada Limited, sowie das AES-92 von Atomstroiexport. Die Entscheidung für ein Modell soll 2012 getroffen werden. Vier weitere Kernkraftwerke befinden sich in der Planungsphase, um den Atomstromanteil auf 30 % ansteigen zu lassen.[16]

Tourismus[Bearbeiten]

Der Tourismus macht ca. 10 % des Bruttoinlandsproduktes aus (Dienstleistungen insgesamt 72 %, darin erwerbstätig 74,7 %) und ist die zweitwichtigste Devisenquelle. Obwohl in Jordanien selbst seit über 30 Jahren Frieden herrscht, reagieren die Touristenströme sehr empfindlich auf die politischen Entwicklungen im Nahen Osten. So blieb die von der jordanischen Regierung nach dem Friedensschluss mit Israel erhoffte „Friedensdividende“ aus dem Tourismus bisher weitgehend aus.

Kreuzfahrerfestung Kerak

Das Land hat zum Teil einzigartige, allerdings nur wenige bekannte touristische Attraktionen zu bieten:

  • Antike Stätten und archäologische Ausgrabungen, vor allem

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Verkehrsverbindungen sind gut ausgebaut:

  • Eisenbahnnetz 618 km, ausschließlich Gütertransport und touristischer Verkehr. Das Netz entstand aus der ehemaligen Hedschasbahn.
  • Straßennetz 5.200 km.
  • Der Anschluss an den Seeverkehr erfolgt über den Hafen von Aqaba.

2008 verfügten 42 Prozent der jordanischen Haushalte über einen Festnetzanschluss, 94 Prozent über mindestens ein Mobiltelefon. Der Durchschnittsumsatz betrug 2008 ca. 12 Euro.[17]

2025 wird Jordanien über keine Grundwasserressourcen mehr verfügen und ohne Gegenmaßnahmen ausschließlich von Regenwasser abhängig sein[18]!

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 8,2 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 5,5 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 11,8 % des BIP.[19]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 15,95 Mrd. US-Dollar oder 69,9 % des BIP.[19]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Kultur[Bearbeiten]

Der Nationalfeiertag ist der 25. Mai (Annahme des Königstitels durch Abdullah I. 1946).

Bekannt ist auch das Jerash Festival in jedem Sommer, bei dem Musiker aus vielen arabischen Nationen zusammenkommen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Olaf Köndgen: Jordanien. München 1999, Beck´sche Reihe Länder, Band 865. ISBN 3-406-39865-0.
  • Olaf Köndgen/Markus Bouillon: Jordaniens Friedensdividende 1994–1998: Eine Bestandsaufnahme. Konrad-Adenauer-Stiftung, KAS-Auslandsinformationen 09/1998.
  • Jarir Maani: Field Guide to Jordan. o.O. 2008. ISBN 978-9957-8623-0-5.
  • Frank Rainer Scheck: Jordanien. Völker und Kulturen zwischen Jordan und Rotem Meer. 6. Aufl., DuMont-Reiseverlag, Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7701-3979-8.
  • Mary C. Wilson: King Abdullah, Britain, and the making of Jordan. Cambridge University Press, Cambridge New York ISBN 978-0-521-39987-6.
  • Naseer H. Aruri: Jordan. A Study in Political Development (1923-1965). Springer, Den Haag 1972, ISBN 978-90-247-1217-5 (z. T. online).

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Jordanien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Jordanien – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Jordanien – Quellen und Volltexte
 Wikivoyage: Jordanien – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
  2. Human Development Index, abgerufen am 10. Oktober 2013
  3. Zuhair Sami Amr, Mohammad Adnan Abu Baker, Mazin Botros Qumsiyeh: Bat Diversity and Conservation in Jordan. Turk J Zool 30 (2006), Seite 235-244. (online; PDF; 66 kB)
  4. Philippe Lemarchand/Lamia Radi: Israel und Palästina morgen – ein geopolitischer Abriß, S. 16. Westermann Braunschweig 1997
  5. a b Auswärtiges Amt – Länderinfo Jordanien
  6. BBC news: Jordan country profile
  7. Philippe Lemarchand/Lamia Radi: Israel und Palästina morgen – ein geopolitischer Abriß, S. 62f. Westermann Braunschweig 1997
  8. Website der UNRWA zu den Flüchtlingscamps
  9. Otmar Oehring: Zur gegenwärtigen Situation der Christen im Nahen Osten. KAS-Auslandsinformationen, 4/2010 (PDF-Datei)
  10. Geschichte Jordaniens http://www.esuq.de/geschichte_jordaniens-2.htm
  11. Verfassung Jordanien von 1952 http://www.kinghussein.gov.jo/constitution_jo.html
  12. Jordanien: Folter in Gefängnissen alltäglich und weitverbreitet; Jordan Atlas of Torture, univie.ac.at
  13. Manfred Nowak: Folter - die Alltäglichkeit des Unfassbaren. Kremayr & Scheriau, Wien 2012, ISBN 978-3-218-00833-4, Jordanien:Der Geheimdienst als Hort der Folter. S.107-112; In den Vorzimmern der Hölle profil.at, abgerufen am 11. Februar 2013
  14. Philippe Lemarchand/Lamia Radi: Israel und Palästina morgen – ein geopolitischer Abriß, S. 66. Westermann Braunschweig 1997
  15. Jordan Atomic Energy Commission – JORDAN: WHY NUCLEAR? (PDF; 3,1 MB)
  16. WNA – Emerging Nuclear Energy Countries / Jordan
  17. heise.de, Jordanisches Parlament beschließt Viehsteuer auf Telefonie, 8. Jan. 2009; (WebCite)
  18. Trockengelegt - Konfliktherd Totes Meer: [1], abgerufen 25. Juni 2013
  19. a b c d The World Factbook
  20. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4

31.01666666666736.616666666667Koordinaten: 31° N, 37° O