Jorge Hourton

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Jorge Hourton (rechts) und Fernando Castillo Velasco (2008)

Jorge Maria Hourton Poisson (* 27. Mai 1926 in Saubusse, Frankreich; † 5. Dezember 2011 in Santiago de Chile, Chile) war ein französisch-chilenischer Geistlicher, Theologe und Menschenrechtler. Er war römisch-katholischer Bischof.

Leben[Bearbeiten]

Jorge Hourton, Sohn von Bernardo Hourton und Juana Poisson, studierte im Priesterseminar von Santiago und der Theologischen Fakultät an der Katholischen Universität von Chile und empfing am 24. September 1949 in der Kathedrale von Santiago von Kardinal José María Caro Rodríguez, Erzbischof von Santiago, die Priesterweihe für das Erzbistum Santiago de Chile. Am Angelicum in Rom wurde er zum Doktor der Philosophie promoviert. Er lehrte an der Katholischen Universität von Chile und dem Seminar. Hourton wurde 1967 Rektor des Seminars von Santiago, Dekan der Renca und Vikar für Bildung in Temuco. 1969 erhielt er die chilenische Staatsbürgerschaft.[1]

Er war Gegner der Militärdiktatur unter Augusto Pinochet; während seines Vikariats wurde ihm die Erlaubnis entzogen, Religionsunterricht zu geben. Er lebte eine Zeitlang in Frankreich, lag im Streit mit der römischen Kurie und engagierte sich für die Menschenrechte.[2] Er war enger Mitarbeiter von Kardinal Raúl Silva Henríquez und wurde der „rote Bischof“ genannt.[3]

Papst Paul VI. ernannte ihn am 5. Februar 1969 zum Titularbischof von Materiana und bestellte ihn zum Weihbischof in Puerto Montt. Der Erzbischof von Puerto Montt, Alberto Rencoret Donoso, spendete ihm am 20. April desselben Jahres die Bischofsweihe; Mitkonsekratoren waren Erzbischof Emilio Tagle Covarrubias, Bischof von Valparaíso, und Carlos González Cruchaga, Bischof von Talca. Am 18. Februar 1974 wurde er von Papst Paul VI. zum Weihbischof in Santiago de Chile ernannt. Am 11. Februar 1992 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Weihbischof in Temuco ernannt. Am 21. September 2001 nahm Papst Johannes Paul II. sein altersbedingtes Rücktrittsgesuch an.

Er war Professor an der Katholischen Universität von Chile und von 1992 bis 1998 Präsident der Universidad Católica de Temuco.[4] Er war auch Rektor der Katholischen Universität von Araucania. Er hatte verschiedene Positionen in der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz (CELAM) inne. Er schrieb mehrere Bücher über Theologie, Politik und Demokratie.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Constance Avila: „UC de Temuco declara duelo institucional por muerte de monseñor Jorge Hourton“, noticias123, 6. Dezember 2011
  2. Carlos Ernesto Sanchez: „Obispo Hourton: un profeta en tiempos de dolor“, La Nación (Chile), 6. Dezember 2011
  3. „Escalona y muerte de obispo Jorge Hourton: “Es una triste noticia para los defensores de los Derechos Humanos”“, El Mostrador, 7. Dezember 2011
  4. Constance Avila: „Falleció el obispo Jorge Hourton, incansable defensor de los derechos humanos“, Radio Chile, 6. Dezember 2011