José Gaspar Rodríguez de Francia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
José Gaspar Rodríguez de Francia, „El Supremo“

José Gaspar Tomás Rodríguez de Francia (* 6. Januar 1766; † 20. September 1840 in Asunción) war von 1814 bis 1840 Diktator von Paraguay.

[Bearbeiten] Leben

Rodríguez de Francia studierte in Argentinien an der Universidad Nacional de Córdoba Theologie und war anschließend als Anwalt in Asunción tätig. Er war eine der führenden Persönlichkeiten im Kampf Paraguays um die Unabhängigkeit von Spanien (1811). Nach Erlangung der Unabhängigkeit wurde er in den Verwaltungsrat gewählt. Rodríguez de Francia regierte von 1814 bis zu seinem Tod 1840 als Diktator in Paraguay.

Er zwang die spanische Oberschicht bei Strafe der Verbannung zu Mischehen mit Guaranís, Mulatten oder Schwarzen und führte sein Land in einen radikalen Autarkismus; es wurde nichts importiert und lediglich Mate-Tee exportiert, Ausländer durften das Land nicht betreten. Diese Politik führte dazu, dass es in Paraguay kaum Armut gab – allerdings auch keinen Reichtum – und eine Art lateinamerikanischer Sonderweg eingeschlagen wurde, der eine Abkehr vom von Großbritannien in Lateinamerika geförderten Marktliberalismus darstellte. Doch stellte das persönliche Regiment Francias auch einen Präzedenzfall für die Zukunft dar: Er hinterließ quasi keinen existierenden Verwaltungsapparat, wodurch in der Folge nur persönliche Diktaturen starker Militärherrscher möglich waren.

Die Geschichte und die Persönlichkeit Gaspar Rodríguez de Francias regten Augusto Roa Bastos zu seinem 1974 erschienenen Roman Yo, el Supremo (Ich, der Allmächtige) an.

Vorgänger Amt Nachfolger
Fulgencio Yegros Präsident Paraguays
1813–1814
Fulgencio Yegros
Präsident Paraguays
1814–1840
Manuel Antonio Ortiz
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen